Buch-Tipps & Buchbesprechungen

     

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Ernst Peter Fischer:
Gott und der Urknall. Religion und Wissenschaft im Wechselspiel der Geschichte.
 Herder-Verlag. Freiburg, Basel, Wien 2017. 320 S., € 24,99/sFr. 36,90
 

ISBN 978-3451329869

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Bernulf Kanitscheider:
Kleine Philosophie der Mathematik. Mathematik, Bildung und Kulturen.
S. Hirzel Verlag. Stuttgart 2017. 200 S., € 29,80/sFr. 42,90
 

ISBN 978-3777626376

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M. van Delft, H. Mulder (Hrsg.):
Maria Sibylla Merian: Metamorphosis insectorum Surinamensium
oder die Verwandlung der surinamesischen Insekten.
Lambert Schneider. Darmstadt 2016. Limitierte Auflage von 1499 Exemplaren. 200 S., 51 Abb., 60 Tafeln, mit Lesebändchen und Schmuckschuber, € 199,-/sFr. 180,-
 

ISBN 978-3650401816

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G. Hofbauer:
Vulkane in Deutschland.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 2016. 224 S., 180 Abb., Bibliogr., Reg., mit GPS-Angabe der wichtigsten Exkursionspunkte zum Download, € 39,95/sFr. 52,–
 

IISBN 978-3534268245

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G. Juckel, K. Hoffmann (Hrsg.):
Ethische Entscheidungssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie.
Pabst Science Publishers. Lengerich 2016. 260 S., € 30,–/sFr. 38,90
 

ISBN 978-3958531873

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J. Krämer, A. Prange:
Lebensmittel-Mikrobiologie.
7. überarbeitete und aktualisierte Auflage. UTB. Stuttgart 2016. 408 S., 107 s/w Abb., 48 Tab., € 32,99/sFr. 41,90
 

ISBN 978-3825246582

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B. P. Kremer:
Querbeet – Das kleine Gartensammelsurium.
Lambert Schneider. Darmstadt 2017. 144 S., 35 Abb., Lesebändchen, € 19,95/sFr. 28,90
 

ISBN 978-3650401922

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M. Ludwig:
Gut gebrüllt! Die Sprache der Tiere.
Theiss Verlag. Darmstadt 2017. 228 S., 35 Abb., Reg., € 24,95/sFr. 36,90
 

IISBN 978-3806234831

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T. Miedaner:
Pflanzenkrankheiten, die die Welt beweg(t)en.
Springer Verlag. Berlin 2017. 284 S., 103 Abb., € 19,99/sFr. 21,50
 

ISBN 978-3662499030

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C. Newinger, C. Geyer, S. Kellberg (Hrsg.):
energie. wenden
– Chancen und Herausforderungen eines Jahrhundertprojekts.
 Deutsches Museum, Oekom Verlag. München 2017. 176 S., € 19,95/sFr. 26,90
 

ISBN 978-3865818393

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T. Posch:
Johannes Kepler – Die Entdeckung der Weltharmonie.
Theiss Verlag. Darmstadt 2017. 264 S., 30 Abb., Reg., € 24,95/sFr. 35,90
 

ISBN 978-3806234527

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M. Taddei, E. Zanon, D. Laurenza:
Leonardos Maschinen. In der Werkstatt des genialen Erfinders.
Theiss Verlag. Darmstadt 2017. 240 S., 200 Abb., € 29,95/sFr. 41,90

ISBN 978-3806234756

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P. van Treeck:
Korallenriffe – Lebendige Metropolen im Meer. Theiss Verlag. Darmstadt 2017. 192 S., 160 Abb., € 49,95/sFr. 68,-

ISBN 978-3806234800

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Buchbesprechungen

     

Ernst Peter Fischer:
Gott und der Urknall.
Religion und Wissenschaft im Wechselspiel der Geschichte.

Der Haupttitel des Buches verrät es schon: Zwei Begriffe, „Gott“ und „Urknall“, stehen hier stellvertretend für „Glaube“ und „Wissen“, und das „und“ zwischen ihnen kündet schon das an, was im Untertitel „Wechselspiel“ genannt und im Laufe des Buches als das große Problem der Menschheit herausgestellt wird: Ist es das „und“ im Sinne einer mathematischen Konjunktion: sowohl Glaube als auch Wissen? Oder ist es eher das „und/oder“ einer mathematischen Disjunktion, die das Eine allein oder auch das Andere allein, aber auch beide zusammen zulässt?
Der Autor begründet sein eigenes „und“ (die Konjunktion) ausführlich in einem riesigen historischen Überblick und versucht zu beweisen, dass das Eine ohne das Andere gar nicht möglich ist, ja – dass sogar das Eine das Andere, und umgekehrt, geradezu impliziert, etwa im Sinne des von Albert Einstein zitierten Satzes: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind“.
Das Buch beginnt seine 297 Seiten umfassende Argumentationsreise mit der Antike. Thales von Milet (um 600 v.Chr.), nach Fischer der „antike Urvater der Wissenschaft“, kommt gleich mit einem als Kapitelüberschrift ausgewählten Zitat zu Wort. Es lautet: „Alle Dinge sind voll von Göttern“ – Die Anfänge des Wissens in der Antike.
Auch für alle übrigen sieben Kapitel wurden Zitate von jeweils einem der führenden Vertreter der betreffenden Epoche ausgewählt. Hier verrät sich die Herangehensweise des Autors, sowohl wissenschaftlich-historisch zu denken und die Ausführungen auf belegbare Dokumente zu stützen, zugleich aber auch eine weitere Facette der forschenden Persönlichkeiten in den Blick zu nehmen: Ihre leidenschaftliche, alle Fasern ihrer Existenz berührende Hingabe an die Forschung. Auf diese Weise gelingt es Fischer, seinem Werk auch künstlerisch-literarisch Farbe zu verleihen und es zu würzen. Mit diesem geschickten „Kunst“-Griff lässt er schon anklingen, was am Ende des Buches über die Beschäftigung mit Goethe und Alexander v. Humboldt als sein eigenes Glaubensbekenntnis heraus kommt: nämlich Wissenschaft und Kunst miteinander zu verbinden.
Allein schon die gewählten Überschriften geben eine treffende Vorstellung davon, wie der Gedankengang des Buches verläuft, so dass sie hier unkommentiert wiedergegeben seien:
Kap.2: „Der Philosoph hat zu beweisen, was er sagt“ (Albertus Magnus). Die Harmonie von Wissen und Glauben im Mittelalter.
Kap.3: „Wie nun der Schöpfer gespielet“ (Johannes Kepler). Wissenschaft als Gottesdienst in der Neuzeit.
Kap.4: „Das Erfahren von Wahrheit ist das Ziel“ (ein Ausflug in die arabische Welt: Ibn al-Haitham). Alchemisten und Augen im arabischen Haus der Weisheit.
Kap.5: „Gott dauert für immer, auch ist Er überall anwesend“ (Isaac Newton). Der Aufstieg der modernen Physik und seine gläubigen Betreiber.

Kap.6: „Meine Speziestheorie ist mein Evangelium“ (Charles Darwin). Die Evolution des Lebens und die Reaktionen der Gläubigen.
Kap.7: „Das Losungswort lautet: Hin zu Gott“ (Max Planck). Auf dem Weg in das Innerste der Welt und an ihren äußeren Rand.
Kap.8: „Zigeuner am Rand des Universums“ (Jacques Monod). Zur Gottlosigkeit der Molekularbiologen in Zeiten des Urknalls.
Das Buch klingt mit einem „Ausblick“ aus, dem dieses Mal ein Zitat untergeordnet ist: „Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion“ (Goethe). Das Zitat aus den Zahmen Xenien (IX) ist geeignet, den Gedankengang noch zu vertiefen, wenn man auch den interessanten Nachsatz noch in die Betrachtung mit einbezieht: „…; wer jene beiden nicht besitzt, der habe Religion“. Es würde sich nämlich daran die Frage anschließen, an welche Art von „Religion“ Goethe dabei wohl gedacht haben mag.
Der Religionsphilosoph Romano Guardini hat ja später in einem Dreieck (das später so benannte „Guardini-Dreieck“) Wissenschaft, Kunst und Religion zusammengefasst und war bemüht, die drei heute so sehr auseinanderdriftenden Kulturbereiche wieder zu einer Einheit zusammenzufügen.
Auch Alexander v. Humboldt dachte schon, wie Fischer am Ende des Buches erwähnt, an einen solchen „Dreiklang“, wobei er aber als dritte Komponente nicht die Religion, sondern die „Humanität“ mit einbezog. Solche Dreiecke waren auch Grundlage des vom Rezensenten entwickelten und 2015 publizierten „Menschenbildes“, das an der Spitze ebenfalls den „Homo transcendens“ enthält (NR 10/2015, S. 571).
In all diesen Ansätzen steckt das Bemühen der Autoren, Wissenschaft und Kunst zwar miteinander zu verbinden, sie aber darüber hinaus noch vor dem Hintergrund eines umfassenderen metaphysischen Geheimnisses zu betrachten, das über den Menschen hinausgeht und aus dem „Zweieck“ ein Dreieck macht.
Wer über die oben genannten Epochen-Vertreter hinaus mehr über Denkweisen und Kontroversen der genannten Zeitspanne erfahren möchte, sollte einmal das entsprechende Kapitel ausführlich lesen. Das Buch bietet nämlich eine ungeheure Fülle interessanter historischer Daten und liest sich fast wie ein „Roman des menschlichen Denkens“.
Dieser „Roman“ ist mit 297 Textseiten recht lang, und man braucht schon etwas Muße und Geduld, um alle Details aufzunehmen und – vor allen Dingen was die naturwissenschaftlichen Ausführungen betrifft – auch zu verstehen.
Außerordentlich hilfreich und geschickt zusammengestellt sind am Ende des Buches die „Angaben zu Literatur und Zitaten“, in denen man auf 7 Seiten – wie in einem kurzen Streifzug durch das ganze Buch – Erläuterungen zu den genannten Persönlichkeiten, ihren Gedanken und ihren Werken bekommt.
Genauso hilfreich ist die anschließende – ebenfalls auf 7 Seiten dargestellte – „Zeittafel“, die dem Nicht-Historiker noch einmal den ganzen geschichtlichen Ablauf des Wechselspiels zwischen Religion und Wissenschaft im Überblick vor Augen führt.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass am Ende ein „Namensregister“ angefügt ist, in dem die im Buch erwähnten Namen zitiert und mit Seitenangaben versehen sind. Nicht nur die ungeheure Zahl von 247 (!) Autoren, die der Verfasser im Buch erwähnt und gedanklich verarbeitet hat, sondern auch der Seitenumfang, den er einigen von ihnen – herausragenden Gestalten wie Aristoteles, Darwin, Einstein, Heisenberg, Kepler, Kopernikus, Newton, Planck, Platon – widmet, sind beeindruckend und verdienen als besondere Leistung des Autors gewürdigt zu werden.
Dass ein entsprechendes „Sachregister“ fehlt, mag der eine oder andere Leser bedauern, doch fällt dieser Mangel in Anbetracht des Gebotenen nicht ins Gewicht.
Die Lektüre Gott und der Urknall kann jedem, der sich für das Problem „Glaube oder Wissen“ interessiert und der die heutige, durch Naturwissenschaften und Technik so stark geprägte Zeit auch nur im Ansatz verstehen will, nur nachdrücklich empfohlen werden.

Prof. Dr. Gerhard Schaefer, Asendorf

 

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Bernulf Kanitscheider:
Kleine Philosophie der Mathematik.
Mathematik, Bildung und Kulturen.

Was ist ein typischer Kanitscheider? Ein typischer Kanitscheider ist ein wahnsinnig gelehrtes Buch mit folgender Eigenschaft: Auf jeder zweiten Seite beginnt ein Thema mit einer Selbstverständlichkeit, einer Trivialität; dann wird innerhalb eines Absatzes so stark auf tief liegende Argumente beschleunigt, dass ein Masterabschluss in Mathematik (und am besten auch in Physik) zum Verständnis des Absatzes mehr als hilfreich ist. Und schließlich landet man wieder beim Selbstverständlichen. – Vorliegendes Buch ist ein typischer Kanitscheider.
Was will Kanitscheider nun mit speziell diesem Buch, und wofür steht er? – Leider erschließt sich das nicht aus dem merkwürdig amorphen Inhaltsverzeichnis. Zwar findet man da alle zu erwartenden Schlagworte als Kapitelüberschriften. Nur: Das hilft nicht. Immerhin ist man nach dem Lesen erheblich schlauer und man weiß auch, wo der Hase hinläuft.
Kanitscheider liefert tatsächlich eine Zusammenschau aller metamathematisch und philosophisch relevanten Ergebnisse vor allem des 20. Jahrhunderts. Man vermisst nichts. Seine Sicht auf die Dinge ist – natürlich – die eines rationalen Naturalisten mit falsifikationistischem Hintergrund. Sein Schwerpunkt liegt dabei erfreulicherweise nicht auf dem Schnee von gestern, also auf der Grundlagenkrise, Gödel, Turing und so fort. Ihm geht es stattdessen primär um die Existenzweise mathematischer Objekte und Theoreme. Dort ist seine Position klar: Den platonischen Realismus lehnt er ab – schade eigentlich –, und plädiert für einen aristotelisch inspirierten „immanenten Realismus“. Der sieht nun so aus:
Mathematik kommt ganz ohne abstrakte Objekte mit eigener (ätherischer) Existenz aus. Numerische Attribute beispielsweise sind nur Eigenschaften der Dingwelt, die man erkennen kann. Oder um eine Analogie zu benutzen: So, wie man bei einem bewegten Gegenstand von einer Eigenschaft des Gegenstands spricht, ohne dabei Bewegung zu einem eigenen Objekt zu machen, genau so sind die geometrische Form des Gegenstandes oder seine Länge Eigenschaften des Gegenstandes, ohne dass die 1 oder die 2 eigene Objekte sind. Da gibt es keine weiteren Rätsel und erst Recht keine platonischen Ideen. Im Übrigen ist alles Komplizierte oder Abgehobene, ob Tensoralgebra oder אn (hebr., sprich: Aleph, Symbol für Kardinalzahlen unendlicher Mengen) daran anschließbar, auch wenn nicht alles mathematisch Mögliche in unserer Welt realisiert ist. Aber das ist keine besondere Eigenschaft der Mathematik, das hat sie mit den anderen Wissenschaften gemeinsam. Ende der Durchsage.
Die Vorteile eines solchen immanenten Realismus liegen auf der Hand. Kanitscheider benennt sie auch.
(1) Es gibt keine obskure Ideenwelt mehr, denn die Mathematik liegt in den Dingen. Deshalb ist sie Existenzweise mathematischer Objekte real und immanent.
(2) Es gibt kein Anwendungsproblem mehr. Man kann ja nur dann sinnvoll von einer „Anwendung“ sprechen, wenn mathematische Objekte etwas Extra-Dingliches wären. Sind sie aber nicht. Mathematik ist so gesehen immer schon angewandt.
(3) Deshalb ist der immanente Realismus auch 100%-kompatibel mit dem Naturalismus – immanenter Realismus ist tatsächlich nichts anderes als mathematischer Naturalismus.
(4) Notwendigkeit bleibt erhalten, nicht aber Sicherheit. Sicherheit und Notwendigkeit gehören gar nicht zusammen. Gerade das 20. Jahrhundert hat gezeigt, dass man sich über die Grundlagen, auf denen die Mathematik aufgebaut werden soll, trefflich streiten kann, ohne dabei zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Deshalb ist auch unser mathematisches Wissen nicht sicher und also vorläufig; es teilt diese Eigenschaft mit all unserem anderen Wissen.
(5) Der Erfolg mathematischer Methoden in den Wissenschaften wird erklärbar. Sogar eine Prognose lässt sich wagen: Jeder empirische Bereich, auch der geisteswissenschaftliche, ist der Mathematisierung zugänglich, und die Zukunft wird es auch für diesen Bereich erweisen.
(6) Aus allem Bisherigen folgt: Die Mathematik ist nicht irgendeine Wissenschaft, sondern die zentrale. Sie hat den Primat.
Das Buch soll aber mehr sein als eine aktuelle Zusammenschau der Philosophie der Mathematik. Das machen das Intro und das Extro mehr als deutlich. Der erste große Abschnitt des Buches trägt den Titel „Mathematik, Bildung und die zwei Kulturen“, – zugleich auch (fast) der Untertitel des Buches. Das letzte Kapitel heißt „Die Mathematik als Leitkultur der Wissenschaft“. Das ist – eine unglaublich ambitionierte Überschrift, eine Ansage, nicht nur wegen der „Leitkultur“, sondern vor allem wegen des bestimmten Artikels vor „Wissenschaft“.
Nun gilt ganz allgemein: Wer von einer „Leitkultur“ spricht, der weiß, wo sein Feind sitzt. Bei Kanitscheider ist der leicht ausgemacht. Es ist der Mathematik-Feind auf wissenschaftlichem Gebiete schlechthin. Dieser Mathematik-Feind hat nun verschiedene Inkarnationen. Manchmal tritt er auf als Philosoph Martin Heidegger, manchmal als Edmund Husserl, auch Philosoph, oder auch als Dietrich Schwanitz, seines Zeichens Anglist, mit der These, naturwissenschaftliches und mathematisches Wissen gehören nicht zu den Bildungsdesideraten. Vom Mathematik-Feind und von all seinen Inkarnationen hält Kanitscheider nichts, aber auch gar nichts – auch wenn das in seiner vornehm ironischen Schreibe nicht so deutlich wird wie hier in der Rezension. Für Kanitscheider produzieren diese Mathematik-Feinde nichts außer leerem Gerede, soviel ist klar. Auch die Unterscheidung zwischen den angeblichen zwei Kulturen, der naturwissenschaftlichen und der geisteswissenschaftlichen, hält Kanitscheider für falsch, vertrauend auf seine Gewissheit, dass die Mathematik auch noch die Geisteswissenschaften erobern wird, wenn sie es nicht schon längst in größeren Teilen getan hat.
Ich habe lange überlegt, ob ich auf die Mathematik-Feinde im Buch hätte verzichten können. Denn ich weiß nicht ganz genau, wozu die beiden Abschnitte da sein sollen. Die Mathematik-Feinde werden das Buch entweder nicht lesen oder nicht verstehen; für diese Klientel sind die beiden Abschnitte also nicht da. Und die Mathematik-Freunde stehen sowieso auf Kanitscheiders Seite. Einfach deshalb, weil sie alternativlos ist. – Dann habe ich breit in mich hinein gegrinst. Kanitscheiders Ansicht ist so naturalistisch, so selbstgewiss, dabei nicht arrogant, sondern schlicht besser, und so gelehrt, dass es doch lohnt, sie zu lesen. Ich liebe es.
 
Dr. Wolfgang Buschlinger, Wiesbaden

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