Buch-Tipps & Buchbesprechungen

     

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Iörg Mutterlose:
Allgemeine Paläontologie, Einführung in die Paläobiologie, Teil 1. Begründet von Bernhard Ziegler
6., neu bearb. und erg. Auflage.
Schweizerbart Science Publishers. Stutt­gart 2018. VII, 320 S., über 200 Abb., € 29,-/sFr.
 

ISBN 978-3510654154

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Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Claudia Deigele (Red.):
Tierwelt im Wandel – Wanderung, Zuwanderung, Rückgang.
Rundgespräche des Forums Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Bd. 46. Verlag Dr. Friedrich Pfeil. München 2017. 144 S., 2 Farbtafeln, 84 Abb., € 25,-/sFr. 35,90
 

ISBN 978-3899372304

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*K.-H. Berck, D. Graf:
Biologiedidaktik.
Grundlagen und Methoden.
5. aktual. Aufl. Quelle & Meyer. Wiebelsheim 2018. 480 S., 38 Abb., € 24,95/sFr. 37,90
 

ISBN 978-3-494-01721-1

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*Dieser Band ging in der Redaktion ein, eine Besprechung bleibt vorbehalten.

   


V. Straaß, C.-P- Lieckfeld, O. Meckes, N. Ottawa:
Wandlungskünstler.
Die geheime Erfolgsgeschichte der Insekten.
Dölling und Galitz. Hamburg 2018. 120 S., € 24,90/sFr. 37,90

 

ISBN 978-3862180875

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D. Suzuki, W. Grady: Der Baum – Eine Lebensgeschichte. Oekom Verlag. München 2018. 256 S., € 18,-/sFr. 28,90
 

ISBN 978-3962380229

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Buchbesprechungen

   

 

Jörg Mutterlose:
Allgemeine Paläontologie, Einführung in die Paläobiologie, Teil 1.

Generationen von Studenten der Geowissenschaften sind mit „dem Ziegler“ als deutschsprachigem Standardlehrbuch der Allgemeinen Paläontologie groß geworden. Professor Bernhard Zieger, der 2013 verstarb, konnte im Jahre 2008 noch die 5. Auflage der „Allgemeinen Paläontologie“ vollenden. Nun hat sich Jörg Mutterlose, Professor für Paläontologie an der Ruhr-Universität Bochum, der anspruchsvollen Aufgabe gestellt, das traditionsreiche Werk weiterzuführen und es dabei grundlegend zu überarbeiten.
Bereits der erste Blick ins Buch zeigt, dass hier ein Wagnis geglückt ist. Der Verfasser hat es geschafft, die Aspekte zu erhalten, die das klassische Werk von Bernhard Ziegler ausgezeichnet haben, und es zugleich von dem etwas angestaubten Konzept befreit und mit Verve in das 21. Jahrhundert katapultiert.
Die mittlerweile kaum mehr überschaubaren Forschungsfelder der modernen Paläontologie auf nur 320 Seiten adäquat darzustellen, ist fraglos eine hochkomplexe Aufgabe. Dementsprechend sind die einzelnen Kapitel gedrängt, wobei es dem Autor gelungen ist, auf überflüssige Details zu verzichten.
Kurz und knapp, in elliptischer Form, werden in den ersten beiden Kapiteln die wichtigsten Organismengruppen vorgestellt, ebenso wie die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Daraufhin werden Grundlagen der Taxonomie und Klassifikation sowie der Evolution behandelt. Dieser Darstellung folgt ein Kapitel zu verschiedenen Aspekten der Fossilisationslehre (Taphonomie). Paläobiologische Fragestellungen zur Lebensweise, Aut- und Synökologie der fossilen Organismen werden in drei weiteren Kapiteln recht ausführlich behandelt. Der Rest des Buches widmet sich der Paläobiogeographie, der Paläoumweltrekonstruktion, den Themen Massenaussterben, Spurenfossilien und der Bedeutung der Fossilien für die Geochronologie.
Erst ein Vergleich mit früheren Auflagen lässt erkennen, wie viel Mühe der Verfasser sich gegeben hat, den Großteil des Textes umzuschreiben und modernen Forschungsansätzen und -ergebnissen Rechnung zu tragen, ohne dabei die „klassische“ Paläontologie zu vernachlässigen. Hiermit sind die meisten wichtigen Aspekte der modernen paläontologischen Forschung abgedeckt. Neben traditionellen paläontologischen Domänen wie der Systematik und der Biostratigraphie legt der Verfasser besonderen Wert darauf, die Relevanz der Paläontologie auch im Hinblick auf drängende Probleme der Gegenwart, wie den Klimawandel und das „sechste Massenaussterben“ des „Anthropozäns“ zu betonen. Angesichts der schwindenden Vertretung des Faches, nicht nur an deutschen Universitäten, ist dieser aktuelle Bezug sicherlich ein besonders wichtiger Aspekt.
Auch neuere methodische Forschungsansätze, die in den letzten Jahrzehnten unverzichtbares Rüstzeug des modernen Paläontologen geworden sind, von phylogenetischen Merkmalsanalysen zur Rekonstruktion der stammesgeschichtlichen Verwandtschaft bis hin zu Isotopenanalysen, die bei paläoökologischen und paläoklimatologischen Rekonstruktionen vielfach unabdingbar geworden sind, werden angemessen dargestellt.
Natürlich mag man auch den einen oder anderen Aspekt vermissen. So wäre ein Kapitel zur Funktions- und Konstruktionsmorphologie, Biomechanik und, in Zusammenhang damit, zu dem immer wichtiger werdenden Feld der Bionik wünschenswert gewesen, auf dem gerade die Paläontologie seit Jahrzehnten wichtige Beiträge leisten konnte – dies als Anregung für die nächste Auflage des Buches.
Auch einige kleine sachliche Fehler haben sich eingeschlichen. So ist beispielsweise die frühe Säugergattung Morganucodon zwar aus verschiedenen Teilen der Welt, wie Europa, China und Nordamerika bekannt, nicht aber aus Südafrika, wie auf Seite 71 zu lesen (wohl aber nahe verwandte Formen). Bei der Fülle des Stoffes sind solche kleinen Ungenauigkeiten aber verzeihlich.
Die mehr als 200 Abbildungen, die sich in ganz wesentlichen Teilen an den oftmals umgezeichneten, sehr gelungenen Illustrationen früherer Auflagen des Buches orientieren und diese mit einigen neuen Graphiken bereichern, sind eine willkommene Ergänzung des gezwungenermaßen oft sehr gedrängten Textes. Besonders wichtige oder komplexe Begriffe werden in eigenen Textfeldern ausführlicher erklärt.
Die schöne Ausstattung, das handliche Format, der trotz straffer Darstellung flüssig und eingängig geschriebene Text und der bezahlbare Preis machen das Buch zu einer ansprechenden Lektüre für Studenten der Geo- und Biowissenschaften ebenso wie für Lehrer und Wissenschaftler benachbarter Disziplinen, aber auch für den naturwissenschaftlich interessierten Nichtfachmann, der tiefer in die Materie der modernen Paläontologie einsteigen möchte.
Da an vielen Universitäten die Paläontologie, auch aus Mangel an kompetenten Lehrkräften, mittlerweile so stiefmütterlich behandelt wird, dass die Studenten wohl wenig mehr als eine kurze Einführung in die allgemeinen Grundlagen des Faches vorgesetzt bekommen, erhält ein solche Lehrbuch besonderes Gewicht. Der Verfasser hat sich der daraus ergebenden besonderen Verantwortung gestellt, was ihm eindrucksvoll gelungen ist. Sicherlich wäre auch Bernhard Ziegler mit dieser respektvollen und adäquaten Fortführung seines wichtigen Standardwerkes zufrieden gewesen.

Dr. rer. nat. Michael Maisch, Tübingen

 

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Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Claudia Deigele (Red.):
Tierwelt im Wandel – Wanderung, Zuwanderung, Rückgang.
 

Das Forum Ökologie innerhalb der Bayerischen Akademie der Wissenschaften organisiert schon seit Jahren Rundgespräche unter Beteiligung von ausgewiesenen Fachleuten als Referenten und von Zuhörenden aus Umweltbehörden und -verbänden, Forschung, Bildungswesen und Medien. Die dabei geführten Diskussionen werden aufgezeichnet und ebenso wie die einzelnen Fachbeiträge veröffentlicht. Auf diese Weise ist eine stattliche Reihe informativer Berichtsbände zu unterschiedlichen ökologischen Themen herausgegeben worden, wie der hier vorgestellte jüngste Band zum Thema „Tierwelt im Wandel“. Er wird von einer Betrachtung des Präsidenten der Akademie, Professor Dr. Thomas O. Höllmann eingeleitet, der als Sinologe den Blick auf das alte China richtet, in dem die Naturbetrachtung einen hohen Stellenwert hatte und schon damals zur Klage über ihre rücksichtslose Nutzung führte. Solche Fachgrenzen überschreitenden Betrachtungen machen den Reiz aus, wie er von einer Akademie dieses Ranges ausgeht.
In den Medien ist derzeit öfters die Rede vom „Bienensterben“ und von daraus sich ergebenden Konsequenzen für Bestäubung und Fruchtansatz von Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen. Verantwortlich gemacht wird hierfür ein extremer Einsatz von Pestiziden (insbesondere von Neonicotinoiden) in der Landwirtschaft. Des Weiteren wird durch Menschen verursachter Klimawandel in einen ursächlichen Zusammenhang gebracht mit dem Bestandswandel in der Tierwelt. Von daher war es geboten, solche Vorgänge bei einem Rundgespräch der Akademie jenseits der bisweilen etwas aufgeregt anmutenden medialen Berichterstattung einer kritischen Analyse durch Fachleute anhand ausgewählter Beispielen zu unterziehen. Das Ergebnis liegt mit dem vorliegenden Band vor und sei hier kurz vorgestellt. Die in Klammern aufgeführten Ziffern [1-9] beziehen sich auf die am Schluss aufgeführten einzelnen Beiträge, (Rez) kennzeichnet eine gelegentlich vorgenommene Bewertung durch den Rezensenten.
Die Frage eines tatsächlichen oder vermeintlichen Klimawandels in den Blick nehmend [8] wird festgestellt, dass sich die Temperatur über den Landoberflächen weltweit innerhalb der letzten 100 Jahre um 0,2 – 2,5 ºC im jährlichen Mittel erhöht hat. In Bayern (Hohenpeißenberg) wurde seit 1973 eine Erhöhung der durchschnittlichen Sommertemperatur um fast 2,5 ºC registriert [5]. Der Meeresspiegel ist seit 1901 um 19 cm angestiegen [8]. Das sind objektiv festgestellte, nicht zu bestreitende Fakten. Die Verursachung durch den Menschen oder dessen Anteil daran mag hingegen durchaus unterschiedlich zu bewerten sein. Immerhin aber ist die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre gegenwärtig auf einen Wert angestiegen, wie er in den zurückliegenden 800 000 Jahren noch nie erreicht worden war (Untersuchung von Luftblasen in Eisbohrkernen aus der Antarktis; Erderwärmung durch Treibhausgase: [8]). Allerdings ist auch zu beachten, dass ohne jeglichen Einfluss des Menschen auf das globale Klima nach der letzten Kaltzeit (Höchststand der Weichseleiszeit vor 15 000 – 50 000 Jahren) sich die Durchschnittstemperatur in Deutschland und der Meeresspiegel in viel stärkerem Maße erhöht haben. Angesichts dessen erscheint jedenfalls die Steuerbarkeit des Weltklimas durch den Menschen mehr als fraglich zu sein (Rez). Kausal in Zusammenhang mit der Klimaerwärmung stehen bei uns u. a. die etwas frühere Blatt­entfaltung der Bäume [8], der frühzeitigere Fruchtansatz [8], die frühere Wiederkehr von Zugvögeln [3] und eine damit verbundene längere Brutzeit [3].
Eine Arealausweitung von Arten infolge der Klimaerwärmung ist vielfach die Folge, wenngleich diese bisweilen auch aus anderen Gründen geschieht. Der Bienenfresser (u. a. im Titelbild der Publikation dargestellt), eine Art eher wärmerer Gebiete in Europa, war schon früher in Deutschland als Brutvogel beobachtet worden. Die Wiederkehr in unser Gebiet als vermeintlicher Schädling von Bienenvölkern ist dem gesetzlich verordneten Einhalt seiner Bejagung geschuldet [5]. Auch im Falle von invasiven Ameisenarten wäre es zu kurz gegriffen, wenn man als Grund für deren Einwanderung in kühlere Gebiete ausschließlich an veränderte Klimafaktoren denken würde [7]. Es sind vielmehr Eigenschaften einer besonderen Populationsstruktur (Supernester anstelle von Einzelnestern; geringeres innerartliches Aggressionsverhalten), einhergehend mit einer anderen, die Ausbreitung begünstigenden Fortpflanzungsweise, die ihnen eine Ausweitung ihres Verbreitungsgebietes ermöglicht hat, wie dies am Beispiel der invasiven Ameise Lasius neglectus im Vergleich zu verschiedenen Genotypen ihrer vermutlichen Ausgangsart (Lasius turcicus; Hochland- und Tieflandform) erläutert wird [7].
Es gibt bei uns qualitativ und quantitativ auffällige Veränderungen im Tierbestand, deren unterschiedlichen Ursache es also nachzugehen gilt. So ist in der Tat die Zahl der heute von Imkern gehaltenen Bienenvölker gegenüber dem Stand von 1961 um mehr als 60% reduziert [5]. Bei der Gefährdung der Brutvögel Deutschlands zeigt sich eine steigende Tendenz: 1971 waren davon 49% betroffen, 2015 sind es 53% aller Arten [4]. Auf ökologische Gruppen unterteilt, sind es Arten, die sich von Kleininsekten und Spinnen ernähren (50%), Arten des Offenlandes (50%), der Siedlungen (60%) und der Zugvögel (45%). Bei nachtaktiven Schmetterlingen haben Untersuchungen mit Lichtfallen am Rande von Ackerfluren gezeigt, dass seit 1983 die Anzahl gefangener Tiere ständig gesunken ist und sich seit etwa 2014 auf niedrigstem Niveau stabilisiert hat [5]. So ist dort die Artenvielfalt extrem viel niedriger im Vergleich zu jener von Parkanlagen, Wohnsiedlungen und selbst von Innenstädten. Als Ursache hierfür ist eindeutig die Intensivierung der Landwirtschaft unter Nutzung selbst kleinster noch naturnaher Grenz- und Ödland-Flächen zu benennen und die damit einhergehende Verstärkung und Ausweitung der Düngung samt dem Einsatz von Pestiziden [5]. Besonders negativ wirkt sich der Anbau von Silo-Mais aus: Seine Anbaufläche ist seit 1965 in Bayern um etwa das Vierfache gestiegen und in Deutschland um mehr als das Neunfache [5].
Die genannten Untersuchungen legen nahe, dass die Artidentifizierung der in besonderer Weise von Rückgängen betroffenen, artenreichen Insektenwelt (in Bayern 80% seiner insgesamt etwa 30 000 Tier-Arten) für Monitoring und Ursachenergründung von Rückgängen besonders wichtig ist. Eine Artidentifizierung mittels Barcoding (DNA-Analytik unabhängig von morphologischen Merkmalen und vom Entwicklungszustand), wie sie an der Zoologischen Staatssammlung in München betrieben wird, stellt eine moderne, effektive und unter geringerem Aufwand zu handhabende Methode dar [6].
Gegenüber den drohenden oder gegebenen Verlusten sind die hier bereits erwähnten und noch zu ergänzenden Zuwanderungen von Arten [2] und positiven Bestandsentwicklungen schon vorhandener Arten [2, 4] eher weniger stark ins Gewicht fallend. Dennoch sind diese Zugewinnsituationen hinsichtlich ihrer Ursachen und Folgen zu erforschen, kausal zu begründen und auch im erweiterten Kontext von Tierwanderungen, wie dem Vogelzug, zu betrachten. Wenn der Wolf von benachbarten Rückzugsgebieten aus nach Deutschland zurückgekehrt ist, der Biber bei uns wieder heimisch geworden ist, Nutria und Waschbär als „Neubürger“ sich etabliert haben, dann hat das mit veränderten Bedingungen zu tun, sei es die Einstellung einer Bejagung, die bewusste oder unbewusste Freisetzung durch den Menschen, die Wirkung neu ergriffener Schutzmaßnahmen, ein verändertes, eher wieder ökozentrisches Umweltbewusstsein usw. Für Bestandszunahmen bereits heimischer Tiere ist auch ein verändertes Nahrungsangebot durch spezielle Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft in Betracht zu ziehen (Wildschwein: [2]). Andererseits sind bestimmte Bewirtschaftungsweisen für den Artenschwund verantwortlich zu machen, wie das bei der Förderung des Anbaus von Mais schon erwähnt wurde [5] und wie überdies der zunehmende Anbau von Winter- gegenüber Sommergetreide den Rückgang der Feldlerche als Brutvogel unserer Felder erklärt [4].
Als bewegungsfähige und aktive Organismen reagieren Tiere auf veränderte Bedingungen in ihrer Umwelt durch Wanderung. Das beste Beispiel hierfür geben die Zugvögel ab. Sie weichen periodisch ungünstigen Verhältnissen aus, oder sie begeben sich permanent in Bereiche mit noch günstigeren Bedingungen. Die Wanderung wird teils spontan ausgelöst durch Aufnahme von Reizen aus der Umwelt, teils ist sie aber auch genetisch programmiert und damit nur indirekt oder in einem länger dauernden Prozess umweltabhängig. Die sich daraus ergebenden komplexen Verhaltensweisen und unterschiedlichen Muster werden anschaulich dargelegt. Vorteile für das Überleben und die Populationsentwicklung von Vögeln sind dabei in unterschiedlicher Weise miteinander verbunden. Bei der Amsel kehren die Männchen frühzeitiger als die Weibchen aus ihren Überwinterungsgebieten zurück, wodurch deren Fortpflanzungschancen höher sind als bei den spät zurückkehrenden, aber niedriger als bei den nicht-ziehenden Männchen [1, 3].
Insgesamt bietet der Band zur genannten Thematik viele hochinteressante, differenziert und sachlich argumentierende Beiträge, die auf das Interesse einer breiten Leserschaft stoßen dürften. Besonders geeignet erscheint der Band zur Fortbildung von Lehrern und zur Informationsvermittlung an in Behörden und Verbänden wirkenden Personen. Die Vorsitzende des Forums Ökologie und Organisatorin des Rundgespräches, Professor Dr. Susanne S. Renner, beschließt den Band mit einer übersichtlichen und informativen Zusammenfassung aller Beiträge [9].
Die einzelnen Beiträge: [1] M. Wikelski: Wanderungen europäischer Tierarten, – [2] I. Storch: Gewinner und Verlierer unter den wildlebenden Wirbeltierarten, – [3] W. Fiedler: Änderungen im Brut- und Zugverhalten bei Vögeln, – [4] F. Bairlein: Bestandsveränderungen bei mitteleuropäischen Vögeln, – [5] J. H. Reichholf: Schmetterlinge und Vögel im Fokus: Wodurch ändern sich ihre Häufigkeiten in den letzten Jahrzehnten?– [6] A. Hausmann: Das Projekt Barcoding Fauna Bavarica: Monitoring von Bestandsveränderungen und Einwanderungen von Insekten in Bayern, – [7] S. Cremer: Invasive Ameisen in Europa, – [8] A. Menzel: Klimawandel und sein Einfluss auf Tiere und Pflanzen, – [9] S. S. Renner: Zusammenfassung des Rundgespräches.
Vorausgegangene Bände mit ähnlicher oder weiterführender Themensetzung: Dynamik von Flora und Fauna (Band 6, 1993), – Klimaforschung in Bayern (7, 1994), – Landwirtschaft im Konfliktfeld Ökologie – Ökonomie (13, 1997), – Entwicklung der Umwelt seit der letzten Eiszeit (18, 2000), – Klimawandel im 20. und 21. Jahrhundert: Welche Rolle spielen Kohlendioxyd, Wasser und Treibhausgase wirklich? (28, 2005), – Wie schnell verändert sich unsere Umwelt? Ökologisches Langzeitmonitoring (34, 2009), – Soziale Insekten in einer sich wandelnden Welt (43, 2014). Informationen unter: oekologie.badw.de und pfeil-verlag.de/publikationen/rundgespraeche-der-kommission-fuer-oekologie).

Prof. em. Dr. Andreas Bresinsky, Regensburg
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