Buch-Tipps & Buchbesprechungen

     

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Bruno P. Kremer, Fritz Gosselck:
Die Küste. Lebensraum zwischen Land und Meer.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Konrad Theiss Verlag. Darmstadt 2018. 192 S., 10 Farbtabellen, 244 Abb., € 39,95/sFr. 45,90
 

ISBN 978-3806235531

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Dietrich Mebs:
Leben mit Gift
 Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können.
S. Hirzel Verlag. Stuttgart 2016. 160 S., 21 s/w-Abb., 36 Farbabb. € 24,90/sFr. 36,90
 

ISBN 978-3777625751

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Ralf Jaumann, Ulrich Köhler, Frank Sohl, Daniela Tirsch, Susanne Pieth:
Expedition zu fremden Welten. 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem.
Springer, Berlin 2018. 380 S., zahlr. Abb.,
€ 29,99/sFr. 46,90
 

ISBN 978-3662549957

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D. Gerten:
Wasser.
Knappheit, Klimawandel, Welternährung.
C.H. Beck. München 2018. 207 S., 10 Abb., 2 Tab., € 14,95/sFr. 18,90
 

ISBN  ISBN 978-3-406-68133-2

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B. Langner:
Kröten.
Ein Portait.
Matthes & Seitz. Naturkunden Bd. 40. Berlin 2018. 164 S., Abb., € 18,-/sFr. 26,90
 

ISBN 978-3-95757-546-3
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E. Meijer:
Die Sprache der Tiere.
Aus dem Niederländischen von C. Welzbacher. Matthes & Seitz. Naturkunden Bd. 44. Berlin 2018. 176 S., Abb., € 28,-/sFr. 39,90
 

ISBN 978-3-95757-536-4

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I. Stewart:
Die Berechnung des Kosmos.
Wie die Mathematik das Universum entschlüsselt.
Aus dem Englischen von M. Niehaus, B. Schuh. Rowohlt Taschenbuch. Reinbek 2018. 528 S., € 14,99/sFr. 24,90
 

ISBN 978-3-499-63249-5

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Buchbesprechungen

   

 

Bruno P. Kremer, Fritz Gosselck:

Die Küste. Lebensraum zwischen Land und Meer.

Um es gleich vorweg zu sagen: ein in jeder Hinsicht ästhetisch schön gestaltetes, inhaltlich überaus gelungenes Buch! Hier stimmt alles: Angefangen mit dem Format eines Bildbands und einem attraktiven Umschlag, der in warmen Farben unter einem tiefblauen Himmel einen Steilküstenabschnitt mit vorgelagerten Sandverwehungen zeigt; fortgesetzt von 192 passend zu den jeweiligen Themen mal hellblau, mal hellgrün, mal beige unterlegten Seiten auf festem, matten Papier für einen vorzüglichen Text; gipfelnd in einem vielfältigen Layout für zahlreiche sehr ansprechende Photos und illustrierende Graphiken. Literaturhinweise und ein Register runden das Werk ab. Den beiden Autoren und dem Verlag muss man zu diesem Buch gratulieren.
Bruno P. Kremer und Fritz Gosselck gehören seit Jahrzehnten zu den Wissenschaftlern, denen es ein Bedürfnis ist, einen möglichst großen Kreis von Lesern an ihrer eigenen Begeisterung für Begegnungen mit Phänomenen der Natur teilhaben zu lassen. Das Spektrum ihrer bisherigen Veröffentlichungen ist beeindruckend breit, was schon eine kurze Recherche im Internet demonstriert. Kremer (Dr. rer. nat.) schreibt auf der Grundlage eines Studiums der Biologie, Chemie und Geologie und seiner langjährigen Tätigkeit am Institut für Didaktik der Biologie an der Universität zu Köln; Gosselck, ebenfalls Biologe, hat sich auf Meeresbiologie spezialisiert. Mehrfach haben beide zusammen oder in Kombination mit anderen Autoren bereits Bücher zum Thema Küste, Watt, Nord- und Ostsee vorgelegt. Von diesen Erfahrungen profitiert das aktuelle Werk erheblich. Denn beide Autoren können so aus einem riesigen privaten Fundus an aussagekräftigen Photos und Materialien schöpfen. In 12 Kapiteln breiten sie ein weites Panorama aus. Es reicht von Betrachtungen zur Astronomie (Thema „Gezeiten") über Bemerkungen zur Physik von Wellen, zur Chemie von Wasser und damit zur letztlich bis heute nicht klar beantworteten Frage „Warum ist das Meer salzig?". Es befasst sich mit Fragen zur Geologie und Geomorphologie von Steilküsten und Inseln bis hin zur Ökologie von Sandstrand und Watt wie auch abschließend mit der Gefährdung der Natur durch den wirtschaftenden Menschen. Auch wenn der Blick gelegentlich auf andere Meere und Küsten ausschweift, stehen die Küsten an Nord- und Ostsee im Vordergrund ihrer Darstellung. Sie arbeiten eindrucksvoll die Zonierung des Übergangsbereichs vom Wasser zum Land heraus, der vor allem durch die Wirkung der Gezeiten, aber auch durch Wind und Wetter von einer großen Dynamik geprägt ist. Wo endet eigentlich das Land, wo beginnt das Meer? Gute Schaubilder für die stark wechselnden Wasserstände, Strandoptik und Vegetationsabfolge schlüsseln eine vermeintlich wenig differenzierte Landschaft auf. Danach sieht man „die Küste" mit ganz anderen Augen. Kremer/Gosselck bieten also auf überschaubarem Raum enorm viel. Dass man sich hier und da noch diesen oder jenen Aspekt berücksichtigt wünscht, z. B. mehr zum Deichbau oder Fahrrinnenvertiefung oder Offshore-Windkraftanlagen oder Strandaufspülung usw., tut dem Werk keinerlei Abbruch. „Lust auf Küste" vermittelt es allemal.
Auf welchen Leserkreis zielt dieses Buch? Die geschmackvolle Aufmachung mit den schönen Auftaktphotos für jedes der 12 Kapitel spricht unmittelbar persönliche Erfahrungen an, die alle Urlauber mit dem Küstenraum verbinden. Küste als emotionales Erlebnis führt bei vielen Menschen zu Staunen über manche Beobachtungen, die dann nach Erklärungen suchen. Aber auch den Küstenbewohnern dürften nicht alle Phänomene des vertrauten Raumes in ihrer Entstehung und Verbreitung geläufig sein. Alle können sie fundierte Antworten auf viele Fragen finden. Der Text ist im wahren Sinne des Wortes „ansprechend" formuliert, d. h. die Autoren sprechen die Leserinnen und Leser persönlich an und versetzen sie gewissermaßen in eine Gesprächssituation. Die Erläuterungen bedienen sich gelegentlich zwar auch eines umgangssprachlichen Stils, sind aber durchweg anspruchsvoll und gut recherchiert. Eine gewisse Grundbildung muss das Zielpublikum schon haben, will es die Ausführungen der Autoren verstehen. Aus eigener Erfahrung empfiehlt der Rezensent dieses Buch unbedingt Lehrerinnen und Lehrern der Schulfächer Geographie und Biologie. So anschaulich präsentiert und unter vielen Aspekten aufbereitet erhält man nur selten Informationen und Materialien für den Unterricht, zumal die Lektüre ein Vergnügen ist. Dass diese Lektüre zudem die Vorfreude auf den nächsten Urlaub an der Küste beträchtlich zu steigern vermag, gehört zu seinen besonderen Vorzügen. Dass aber „Die Küste" einen ökologisch hochsensiblen, auf engem Raum vielfältig differenzierten und unglaublich reich belebten Raum in ein breiteres Bewusstsein rückt, ist das größte Verdienst dieses Buches, das deshalb nicht nur für „Binnenländer", sondern auch für Küstenbewohner sehr zu empfehlen ist!

Stud.-Dir. Dr. Jürgen Haffke, Bonn

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Dietrich Mebs:
Leben mit Gift
 Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können.  

Wer kennt nicht die hervorragenden, zum Teil in mehreren Auflagen erschienenen Bücher von Dietrich Mebs über Gifttiere, Gifte im Riff oder Heilende Gifte, welche alle bei der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft Stuttgart erschienen sind? Nun wird diese Buchreihe durch ein weiteres im S. Hirzel Verlag Stuttgart erschienenes Werk mit dem Titel Leben mit Gift komplettiert. Der Untertitel „Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können“ deutet bereits an, dass es nach der Bedeutung giftiger Naturstoffe als Arzneimittel nun um die Relevanz von Giften im Ökosystem geht. Wie können Tiere und Pflanzen – ob im Meer oder an Land – mit solch gefährlichen Naturstoffen umgehen? Wie werden diese Verbindungen beispielsweise entgiftet und welche evolutive Bedeutung haben derartige Substanzen? Damit schlägt der bekannte Frankfurter Toxikologe und Rechtsmediziner Prof. Dr. Dietrich Mebs ein interessantes Kapitel der chemischen Ökologie auf.
Das mit zahlreichen Farbtafeln und einigen s/w-Abbildungen versehene, 160seiti-
ge Buch stellt eine umfangreiche Sammlung chemisch-ökologischer Wechselbeziehungen vor, wobei meist erstaunliche Phänomene aus der weit verstreuten Literatur unter Berücksichtigung von Forschungsbefunden des Autors in verständlicher Weise zusammengefasst werden.
Das Prinzip der chemischen Tarnung wird exemplarisch an folgenden Beispielen aufgezeigt: Mit giftigen marinen Seerosen in Symbiose lebende Anemonenfische sind speziell gegen die Gifte ihrer symbiontischen Seerosenart geschützt und verhindern überdies durch eine oberflächliche Schleimschicht das Entladen der tödlichen Nesselkapseln. Auch ein in Ameisenbauten lebender afrikanischer Wendehalsfrosch ist vor Fressfeinden geschützt und verhindert einen Angriff durch Ameisen, indem er im Hautsekret einen „chemischen Tarnhelm“ mit zwei spezifischen Peptiden bereithält. Auch sind die vorgestellten biochemischen und physiologischen Entgiftungsstrategien bei Insekten immer wieder frappierend, so die Blausäure-Entgiftung bei Blutströpfchen. Raupen dieser als Widderchen bezeichneten Falter nehmen mit der pflanzlichen Nahrung Blausäureglykoside auf oder synthetisieren diese Verbindungen selbst. Gleichzeitig können sie die giftige Blausäure mit Hilfe von L-Cystein und β-Cyanoalanin-Synthase in das relativ ungiftige β-Cyanoalanin überführen. Maden bestimmter Drosophila-Fliegen mit entsprechenden Entgiftungsmechanismen leben problemlos in ethanolhaltigen vergorenen Früchten oder in Pilzkörpern des durch α-Amanitin giftigen Knollenblätterpilzes. Die Evolution einer biochemischen bzw. physiologischen Resistenz gegen beide Substanzen bewirkt letztlich, dass natürliche Gegenspieler der Maden, wie beispielsweise nichtresistente Parasitoide oder Fadenwürmer, sich von den Larvenstadien fern halten.
Aus der eigenen Forschung präsentiert D. Mebs unter anderem Untersuchungsergebnisse an Kleinsäugern, wie Igeln und Maulwürfen, die gegen Schlangengifte immun sind. Im Muskelextrakt oder im Blut dieser Insektenfresser fand er Proteine, die hämorrhagische Proteasen im Schlangengift sehr gut hemmen. Dass die Beschaffung von Tiermaterial fast unmöglich war und nicht einmal überfahrene Insektenfresser analysiert werden konnten, zeigt auf, wie die bei uns übliche Verrechtlichung aller Lebensbereiche berechtigte Forschungsinteressen, wie die Aufklärung nützlicher Wirkstoffe aus den Insektivoren, behindert.
Ein nur zum Teil verstandenes Phänomen, auf das der Autor eingeht, ist die Geophagie, d.h. die gezielte Aufnahme von Erde durch Tiere. Vergleichbar zur Aufnahme von Heilerde durch den Menschen nehmen auch bestimmte Säugetiere und Papageien zur Entgiftung bzw. Eliminierung bestimmter in der Nahrung enthaltener Sekundärmetabolite Erdproben auf. So werfen viele der im Buch vorgestellten Beispiele natürlich auch noch eine Fülle ungeklärter Fragen auf, die in zukünftigen Forschungsprojekten bearbeitet werden müssen.
Kleine Verbesserungsmöglichkeiten beziehen sich auf die Verwendung des Begriffes Chitincuticula, denn die Insektencuticula besteht überwiegend (zur Hälfte bis zu zwei Dritteln) aus Protein mit Chitin und wenig Lipiden. Auch ist unklar, um welchen angeblichen Hemmstoff in der Pygidialblase des Bombardierkäfers es sich handeln könnte, welcher die explosive Reaktion von Hydrochinon und Wasserstoffperoxid verhindern soll.
Sodann sollten die Art- und Gattungsnamen im Register kursiv gedruckt, und bei Mehrautoren-Publikationen im Literaturverzeichnis auch alle Autoren aufgeführt werden. Besonders würde ich mir für eine Folgeauflage wünschen, dass die Farbabbildungen nicht als Block in der Buchmitte, sondern bei den betreffenden Beispielen im Text erscheinen. Unerklärlich bleibt vor allem für eine chemisch orientierte Leserschaft das Ausblenden sämtlicher chemischer Formeln der besprochenen, teils hochwirksamen Naturstoffe.
Summa summarum gibt das facettenreiche Taschenbuch von Dietrich Mebs einen sehr guten und verständlichen Überblick über eine Vielzahl chemisch-ökologischer Phänomene. Für Schülerinnen und Schüler, Studierende, für Biologen, Ökologen, Ärzte, Lehrer oder Apotheker, aber insbesondere auch für interessierte Laien lohnt es sich, dieses wirklich interessante und preiswerte Fachbuch zu erwerben.

Prof. Dr. Konrad Dettner, Bayreuth

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Ralf Jaumann, Ulrich Köhler, Frank Sohl, Daniela Tirsch, Susanne Pieth:
Expedition zu fremden Welten. 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem.
 

Wussten Sie schon, dass die höchsten je gemessenen Windgeschwindigkeiten mit bis zu 1600 km/h auf Neptun zu finden sind? In zehn Kapiteln nehmen die Autoren die Leser mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem bis an dessen Grenze und darüber hinaus zu fernen Exoplaneten. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf den Planeten, Monden und Kleinkörpern unseres Sonnensystems, die von Raumsonden erkundet oder bei Vorbeiflügen untersucht worden sind.
Beim ersten Durchblättern fällt der annähernd quadratische Seitenaufbau des Buches, die neben Schwarz zusätzlich verwendete Schmuckfarbe Orange und ein grazil anmutender Schrifttyp für den Grundtext auf. Die verschiedenfarbig abgesetzten Strukturelemente wirken allerdings etwas unruhig. Das Buch ist mit sehr vielen, qualitativ hochwertigen Aufnahmen und Illustrationen versehen, doch ist es kein Bildband im eigentlichen Sinne des Wortes. Schade nur, dass allein an den Kapitelanfängen großformatige Photos oder Photokollagen abgedruckt sind. Auch für manche der unzähligen Abbildungen hätte man sich ein etwas größeres Format gewünscht. Vor allem die Beschriftung in Diagrammen und Schaubildern stellt hin und wieder hohe Ansprüche an die Sehschärfe des Lesers.
Ergänzt werden die Abbildungen durch ausführliche Bildunterschriften, die – ebenso wie die Überschriften – farblich vom Grundtext abgesetzt sind. Die Bildnachweise sind am Fuß jeder Seite gesammelt aufgeführt. In der Fußnote werden auch im Text erwähnte Fachbegriffe erklärt oder biographische Eckdaten zu Persönlichkeiten aufgeführt, was auf angenehme Art das Nachschlagen in einem Anhang erspart. Überhaupt sind Verweise durch im Text eingefügte Pfeile auch optisch gut markiert. Weitere Gliederungsmerkmale sind Infokästen, die Fakten zu Himmelskörpern, Erklärungen zu deren Namen und ähnliches enthalten, und größere, sich auch durchaus über ein oder zwei Seiten erstreckende Textkästen. Letztere bieten Zusatzinformationen, beispielsweise zu den verwendeten Instrumenten an Bord der Sonden oder beleuchten historische Aspekte.
Das herausragende Merkmal des Buches aber ist seine ungeheure Fülle an Informationen, Details, die in einem für den interessierten Laien geschriebenen Buch sonst nicht zu erfahren sind, zusammengetragen in nun beinahe sechzig Jahre interplanetare Raumfahrt (Start von Pio­neer 5 im März 1960). All das geschieht kurz und prägnant in angenehmer und verständlicher Sprache. Wo nötig, folgt auf einen umschriebenen Begriff der Fachausdruck in Klammern. So erfährt der Leser, dass der Merkur doch eine, wenn auch sehr dünne Atmosphäre besitzt – Exosphäre genannt –, die gerade einmal 1000 kg wiegt, oder dass bei auf der Marsoberfläche aufgenommenen Photos wegen fehlendem blauem Streulicht in der Atmosphäre ein photographischer Weißabgleich durchgeführt wird. Damit lassen sich die Gesteine besser mit denen auf der Erde vergleichen. Spannend zu erfahren sind Einzelheiten zu der seit 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) neu eingeführten Klasse der Zwergplaneten – Vesta und Ceres im Asteroidengürtel und Pluto, Sedna, Eris, Makemake und Haumea jenseits des Neptuns. Bei Himmelskörpern, bei denen Oberflächenstrukturen erkennbar sind, werden die Namen der auffälligen Strukturen im Detail genannt, teilweise die Nomenklatur erklärt. Das schafft auch bei Laien ein Gefühl der Vertrautheit mit der so fernen Materie.
Die Autoren verschweigen aber auch nicht die Grenzen des jetzt erlangten Wissens. So geben sie ehrlich zu, dass die Planeten- und Sternentstehung noch nicht vollständig geklärt ist. Allesamt am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin tätig, sind die Autoren ausgewiesene Fachleute auf ihrem jeweiligen Gebiet. Entweder, weil sie Forschung als Planetengeologe oder Planetenphysiker betreiben oder auf andere Weise mit der Thematik befasst sind, wie Susanne Pieth, die seit vielen Jahren die Bibliothek für die Planetenbilddaten betreut – einzigartige und faszinierende Photographien von den fremden Welten in unserem Sonnensystem.
Ein kurz geratenes Stichwortverzeichnis
wird durch ein umfangreiches, gut strukturiertes Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches ausgeglichen. Eine chronologische Zusammenstellung mit Beschreibung der erfolgreich gestarteten und bis in naher Zukunft geplanten Weltraummissionen zu Körpern des Sonnensystems – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wie die Autoren betonen – und Quellen- und Literaturhinweise mit interessanten Weblinks runden das sehr interessante und empfehlenswerte Buch ab.

Dipl.-Phys. Karin Pfeffer, Rottenburg

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