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Titelbild NR 1/2015: Die Geschichte zweier Füchse. Dieses ungewöhnliche Naturdokument stammt von dem Kanadier Don Gutoski, der damit den ersten Preis in der Kategorie Säugetiere im Wettbewerb Wildlife Photographer of the Year des Natural History Museum, London, gewonnen hat. Der Arzt und leidenschaftliche Naturphotograph lebt im Süden der Provinz Ontario in einem 40 ha großen Naturreservat. Das Bild hält die Abschluss-Szene eines dramatischen Geschehens fest. Gutoski hatte im Wapusk Nationalpark (Cape Churchill/Manitoba) bei minus 30 °C beobachtet, wie ein Rotfuchs etwas Kleines über den Schnee jagte. Als er näher kam, entdeckt er, dass der Rotfuchs einen Polarfuchs erbeutet hatte. Nach dreistündiger Mahlzeit packte dieser den Kadaver und schleppte ihn in sein Versteck.
Rotfuchs (Vulpes vulpes) und Polarfuchs (Vulpes lagopus) kommen in einigen Gebieten des hohen Nordens gemeinsam vor, wo sie Konkurrenten um kleine Säugetiere wie Lemminge sind. Dass der größere Rotfuchs seinen kleineren Verwandten, der wie der Polarhase dicht behaarte Pfoten hat, die ihn vorm Einsinken schützen (daher lagopus für „hasenfüßig“), erbeutet, wurde bislang selten beobachtet (natürliche Feinde des Polarfuchs sind vor allem der Wolf und gelegentlich der Eisbär). Infolge der klimatischen Erwärmung breitet sich der Rotfuchs in der kanadischen Tundra zunehmend nach Norden aus, und so steht zu erwarten, dass sich derlei tödliche Auseinandersetzungen zukünftig häufen. Man kann daher mit dem Vorsitzenden der Jury, Lewis Blackwell (UK), der „brutalen und schaurig-schönen“ Szene durchaus Symbolkraft zusprechen. Das Bild bezeugt darüber hinaus eindrucksvoll, dass die Naturphotographie zu einem unverzichtbaren Mittel der Entdeckung, Dokumentation und öffentlichkeitswirksamen Vermittlung von Naturphänomenen geworden ist. Im weitesten Sinne wird uns hier eine Facette des Anthropozäns vor Augen geführt, der von Menschen verursachten tiefgreifenden Veränderung der Erde und der Lebensbedingungen, die oft schleichend und kaum merklich vonstattengeht (vgl. hierzu den Kurzbericht über die Hybridisierung von Pflanzen infolge von Arealerweiterung auf S. 35).
Die Aufnahme ist zusammen mit Photographien aus anderen Preiskategorien (u. a. Gestalt der Erde, Vielfalt der Erde, Lebensräume) in der Sonderausstellung Wildlife Photographer of the Year im Naturhistorischen Museum Basel vom 27.11.2015 bis 3.4.2016 zu sehen. Der Photowettbewerb wurde 1965 vom BBC Wildlife Magazine ins Leben gerufen, seit 1984 ist das Natural History Museum, London, an der Ausrichtung maßgeblich beteiligt.
[Photo Don Gutoski (Kanada)/Natural History Museum, London, und Naturhistorisches Museum Basel. Informationen zum Wettbewerb: http://www.nhm.ac.uk/visit/wpy.html ]

Rd  

     
   
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Das neue Bild carnivorer Pflanzen

Fleischfressende Pflanzen gehören zu den Themen der Biologie, von denen bis auf den heutigen Tag eine besondere Faszination ausgeht. Anders als der primäre Schein nahelegt, zeigen sie uns eine andere, weniger „friedliche“ Seite der Botanik und erinnern daran, dass auch Pflanzen konkurrieren und für Leben und Überleben in ihrer spezifischen Umwelt alle nur möglichen Ressourcen nutzen. Die Autoren geben eine kurze Übersicht über die verschiedenen Funktionsweisen der Fallen und geben einen Einblick, auf wie vielfältige Weise Pflanzen Tiere als Nährstoffquelle, aber in manchen Fällen sogar als Energiequelle nutzen können.
 

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Biomimetische Wasserzersetzung bei nahezu neutralen pH-Werten

Angesichts des rapide ansteigenden Energiebedarfs einer immer noch rasant anwachsenden Weltbevölkerung gewinnen Alternativen zur Bereitstellung von Energie zunehmend Bedeutung. Unsere Autorin berichtet über neue Katalysatoren zur photochemischen Oxidation von Wasser, um auf diesem Wege kostengünstig Energieträger wie Wasserstoff oder Methan gewinnen zu können. Die Forschungen orientieren sich dabei eng an dem Vorbild der Photosynthese.
 

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Astronomische Vorschau 2016 – Sonne, Mond und Sterne im Jahreslauf

Das Jahre 2016 erweist sich für unsere Breiten als finsternisarm, doch dürfen wir auf ein seltenes astronomisches Ereignis gespannt sein, den Merkurdurchgang am 9. Mai. Des Weiteren geben wir Hinweise für die allmonatlich beobachtbaren Meteoriten
 

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