NR-aktuell  
   
   
    ÜBERSICHT
     
    Thomas Speck, Christoph Neinhuis
    Bionik, Biomimetik - Ein interdisziplinäres Forschungsgebiet mit Zukunftspotential
   

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    KONZEPTE UND GESCHICHTE
     
    Ulrike Gebhardt
    100 Jahre Opsonine – Almroth Wrights Beitrag zur Immunbiologie
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    Neue Perspektiven für die katalytische Wasserstoffgewinnung
     
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Ferdinand Julius Cohn 1828-1898.

Multimedia Hochschulservice Berlin GmbH (Hrsg.):
Die Erde – Der dynamische Planet. Ein interaktiver Lehrgang übe geologische Prozesse.

 

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    Stichwort: Schrödingers Katze
   

Retrospektive

    Vorschau, Impressum
     
    TECHMAX 2
    Arbeitspapier der Max-Planck-Gesellschaft (Winter 2003/2004)
     
    Ute Hänsler:
    Expedition zum Mars – Wie Forscher den Roten Planeten erkunden
     
   
   
    Bionik, Biomimetik - Ein interdisziplinäres Forschungsgebiet mit Zukunftspotential

Die Bionik ist eine junge Wissenschaft, die sich in den 1960er Jahren an der Schnittstelle zwischen Biologie und Technik etabliert hat und unsere Erkenntnisse über die funktionellen Leistungen der Organismen und das technologische Wissen zusammenführt. Die Grundidee, vom Einfallsreichtum der Natur zu lernen und sie als Vorbild zu nutzen, ist jedoch uralt. Leonardo da Vinci (1452-1519) gilt als der Erste, der Bau- und Funktionsprinzipien der Organismen im Hinblick auf ihre technische Nutzbarkeit studierte. Erst im letzten Jahrhundert löste man sich aber davon, die Natur naiv kopieren zu wollen. Die heutige „High-Tech-Bionik“ sieht die Organismen primär als Ideengeber. Im Beitrag wird die Bandbreite aktueller bionischer Forschung vorgestellt, die beispielsweise bei der Herstellung selbstreinigender Wandfarben (Lotus-Effekt) und bei der Formoptimierung mit Hilfe evolutionärer Strategien bereits routinemäßig zur Anwendung kommen. Die methodischen Fortschritte in der biologischen Grundlagenforschung wie in der Technik und in den Materialwissenschaften lassen erwarten, dass wir erst am Anfang einer viel versprechenden Entwicklung stehen.

 

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    100 Jahre Opsonine – Almroth Wrights Beitrag zur Immunbiologie

Vor 100 Jahren herrschte unter den Immunologen die Streitfrage, ob die Immunität gegenüber Krankheitserregern auf die Zellen des Blutes zurückzuführen sei (zelluläre Abwehr) oder auf die löslichen Bestandteile des Blutes (humorale Abwehr). Der in Paris wirkende Zoologe Ilja Metschnikow, der 1883 den Vorgang der Phagocytose entdeckt hatte, zählte zum Lager der „Zellularisten“, dem hauptsächlich französische, italienische und österreichische Forscher angehörten. Deutsche Wissenschaftler waren in der Mehrzahl „Humoralisten“, während britische Forscher bei dem Disput eine neutrale Position einnahmen. 1903 entdeckte der englische Arzt Almroth Wright (1861-1947) Bestandteile im Blutserum, die die Phagocytose von Mikroorganismen fördern, und nannte diese Opsonine. Mit seinem Konzept, welches Serumfaktoren eine Rolle bei der Phagocytose zuschrieb, versuchte Wright, zwischen den beiden Lagern der Immunologen zu vermitteln. Die Entdeckung der Opsonine, die G. B. Shaw sogar in einem Theaterstück populär machte, trug entscheidend zur Erkenntnis bei, dass zelluläre und humorale Abwehr Hand in Hand arbeiten. Damit leistete Almroth Wright neben Ilja Metschnikow und Paul Ehrlich, die beide 1908 den Nobelpreis erhielten, einen großen Beitrag zur Erforschung der Immunabwehr.

 

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