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Titelbild NR 5/2015 – Madagassischer Großkopfgecko.
Der Madagassische Großkopfgecko (Paroedura picta) ist eine kleine, bis zu rund 15 cm Länge reichende nachtaktive, bodenbewohnende Art, die die trockenen Gebiete des südlichen Madagaskars bewohnt. Die sich vorwiegend von Insekten ernährenden Tiere lassen sich leicht im Terrarium halten und vermehren. Die Weibchen legen alle drei bis vier Wochen ein Gelege von zwei Eiern. Auch weitere Eigenschaften machen diese Art für experimentelle und speziell embryologische Studien besonders geeignet: Die Eier weisen eine harte, verkalkte Schale auf, so dass man sie einfacher manipulieren kann als die ledrigen weichschaligen anderer Arten. Außerdem tolerieren die sich entwickelnden Embryos einen relativ breiten Temperaturbereich während der Inkubation. Jüngst vorgenommene Untersuchungen zur Lungenentwicklung von Paroedura picta zeigten, dass dieses Organs in der frühen Phase Verzweigungen aufweist, wie sie bei anderer vollständig ans Landleben angepassten Wirbeltieren (Amnioten) vorkommen. Sie erinnern also nur oberflächlich an die einfache, sackförmige Lunge der Amphibien. (Näheres im Beitrag S. 229). [Text und Photo Markus Lambertz, Universität Bonn]

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     FORSCHUNG
   
    Markus Lambertz
    Zur ursprünglichen Lungenstruktur der Amnioten
     
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    KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
    Heribert Offermanns, Georg Kehren:
    Abtei Rolduc: Das erste Steinkohlen-Bergbauunternehmen Europas
     
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    NACHRUF
   
    Volker Kaminske:
    Globale Vereisung – initiiert vom ­kontinentalen Aufstieg Zentralasiens? – Matthias Kuhles Erklärungsansatz
     
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    Erste Analyseergebnisse des ­Jade-Hasen
     
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    Berechnung der Stabilitäten neuer Phosphor-Allotrope
    Messung der Ionisierungsenergie von Lawrencium
     
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    Britische Jäger und Sammler importierten vor 8000 Jahren Weizen
     
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    Neues zur Phylo- und Ontogenese des Neocortex
     
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    Transfer-RNAs mit Autokorrektur-Funktion
     
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    Der Aufstieg des asiatisch-pazifischen Raums in der Forschung
     
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    Kohlendioxid-Absorption mit verkapselten Carbonatlösungen
    Schnell aufladbarer Aluminiumionen-Graphit-Akkumulator
    Neues Speicherprinzip erhöht Energiedichte von Lithium-Batterien
    Gene bestimmen Mückenstichrisiko
     
     

 

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    Buchbesprechungen
   

Wolfgang Wickler:
Die Biologie der Zehn Gebote und die Natur des Menschen. – Wissen und Glauben im Widerstreit

Werner A. Müller:
R-Evolution des biologischen Weltbildes bei Goethe, Kant und ihren Zeitgenossen

Bernd und Gabriele Steinicke, Bruno P. Kremer:
Magie der Vulkaneifel. Unterwegs zu Maaren, Kratern und Geysiren

Gillen D’Arcy Wood:
Vulkanwinter 1816. Die Welt im Schatten des Tambora.

 

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    Retrospektive: Delphine in Gefangenschaft
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Max-Hefte, Frühjahr 2015

Roland Wengenmayr
Wie schwere Elemente im K
osmos entstehen - Auf der Spur des Sternenstaubs
 
     
   
     
   
   

Zur ursprünglichen Lungenstruktur der Amnioten

Der Übergang der primär im Wasser lebenden Wirbeltiere zu einer terrestrischen Lebensweise erforderte eine Reihe von morphologischen Voraussetzungen und speziellen Anpassungen. Ein kritischer Punkt war die Umstellung des Atemsystems von der Aufnahme im Wasser gelösten Sauerstoffs zur Aufnahme atmosphärischen Sauerstoffs über die Lungen. Während die Amphibien in der terrestrischen Phase ihres Lebenszyklus auch über die feuchte Haut atmen, erfolgt die Atmung der vollkommen ans Land angepassten Amnioten mit ihrer verhornten Epidermis einzig über die Lunge. Bislang ging man von einer einfachen sackartigen Lunge als Ausgangsstruktur aus wie man sie bei den Echsen und Schlangen findet – neue Untersuchungen, die auch embryonale Stadien einbeziehen, machen eine Revision notwendig.
 

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Abtei Rolduc: Das erste Steinkohlen-Bergbauunternehmen Europas

Nahe der heutigen deutsch-niederländischen Grenze, im westlichen Bereich des Nordwesteuropäischen Steinkohlengürtels, wurde bereits im 12. Jahrhundert damit begonnen, Steinkohle für Heizzwecke zu ergraben. Was mit einfachen Kohlengräbereien begann, die durch offen zutage tretende Flöze entlang des Flüsschens Wurm möglich waren, entwickelte sich zu einem blühenden Bergbauunternehmen. Federführend und neue Technologien fördernd wirkten die Äbte des Klosters Klosterrath, das sich frühzeitig die Abbaurechte sicherte. Nach der Auflösung der Abtei zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Steinkohlenbergbau im Aachener Kohlerevier noch rund 100 Jahre fortgeführt.
 

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Globale Vereisung – initiiert vom ­kontinentalen Aufstieg Zentralasiens? – Matthias Kuhles Erklärungsansatz

Der Göttinger Geograph Matthias Kuhle (1948-2015) entwickelte ein neues Erklärungsmodel für die Entstehung von Eiszeiten, das sich durch die Einbeziehung plattentektonischer Vorgänge und ihrer vielfältigen Folgewirkungen auf den Strahlenhaushalt, auf Klima, Erosion und die isostatischen Ausgleichsbewegungen auszeichnet.
 

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