NR-aktuell  
     
     
     
   
     ÜBERSICHT
   
    Anja Zehrmann, Daniil Verbitskiy, Barbara Härtel, Nadja Brehme, Mizuki Takenaka, Axel Brennicke
    RNA-Editing: Das Gen ist nicht alles
     
    mehr ...
     
     
     KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
    Matthias Glaubrecht
    Wegeners neues Weltbild – Die Entstehung der Kontinentaldrift-Theorie – Teil I
     
    mehr ...
     
     
     FORUM
   
    Leserbrief
     
     
     
    Rundschau
     
    ASTRONOMIE
    Gezeitenkräfte eines massereichen Schwarzen Loches zerreißen Stern
     
    KERNENERGIE
    Das Verhalten des Kernbrennstoffs bei einem Reaktorunfall
     
    MATERIALWISSENSCHAFT
    Selbstheilender Silicongummi
     
    GEOWISSENSCHAFTEN
    Kältere Regionen als Lieferanten von Atmosphärenstaub
    Korrektur der Uran-Blei-Datierung
    Bassanit als nanokristalline Vorstufe von Gips
     
    PALÄONTOLOGIE
    Das Wuda-Kohlefeld: Pompeji der Inneren Mongolei
    Multituberculata: Erfolgreiche Radiation im Schattender Dinosaurier
     
    NATURSTOFFE
    Giftstoffe in Flechten
     
    LANDWIRTSCHAFT
    Ökologischer Wert von Ölpalmplantagen
     
    NEUROPHYSIOLOGIE
    Schmerzen vergessen
     
    PFLANZENPHYSIOLOGIE
    Struktur und Funktionsweise des pflanzlichen UV-B-Rezeptors
     
    EVOLUTION DER PFLANZEN
    Cyanophora paradoxa und die pflanzliche Photosynthese
     
    MOLEKULARBIOLOGIE
    Kartierung einer Basenmodifikation in menschlicher mRNA
     
    KURZMITTEILUNGEN
    RNA-Aptamere als Biosensoren ∙ Oxidation von Cellulose ∙ Gesichtserkennungsmechanismen bei Feldwespen ∙ Verformbares Gold
 
    WAHRNEHMUNG UND WAHRNEHMUNGSTÄUSCHUNG
    Tiefenindikatoren im Widerstreit
     
     

 

    BÜCHER UND MEDIEN
     
    Buchbesprechungen
   

Sybille Gerstengarbe, Horst Hennig:
Opposition, Widerstand und Verfolgung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 1945 – 1961

Herbert Frei, Franz Brümmer:
Das grüne Universum.

Andreas Bechthold:
Pharmazeutische Mikrobiologie

kompakt
Günter Leydecker:
Erdbebenkatalog für Deutschland mit Randgebieten für die Jahre 800 bis 2008

    Neuerscheinungen
     
    PERSONALIA
    Todestage
    Geburtstage
    Akademische Nachrichten
    Ehrungen
     
    SERVICE
    Tipps und Hinweise
    Nachrichten aus dem Internet
    Veranstaltungen
     
    NR
    Stichwort: Plattentektonik
    Retrospektive: Naturwissenschaften als Element der Bildung
    Vorschau, Impressum
     
    BIOMAX 18
   
Arbeitspapier der Max-Planck-Gesellschaft (Frühjahr 2012)

Christina Beck:
Was lässt Pflanzen blühen? – Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Florigen
 
     
   
     
   
   

RNA-Editing: Das Gen ist nicht alles

Die These „Ein Gen, eine mRNA, ein Protein“ galt bereits seit der Entdeckung des alternativen Spleißens als überholt. Vor rund 30 Jahren kam die Erkenntnis hinzu, dass durch Veränderung (Konversion), Hinzufügen (Insertion) oder Herausnahme (Deletion) einzelner Nucleotide von einer prä-mRNA mehrere verschiedene reife mRNAs und daher auch unterschiedliche Proteine gebildet werden können.
Derartige, bei der Reifung von mRNA erfolgende Veränderungen, die zur Modifizierung der in den Genen niedergelegten Information führen, werden als RNA-Editing bezeichnet. Das RNA-Editing spielt bei einer Reihe von Organismen eine wichtige Rolle zur Feinanpassung an Umweltbedingungen und wird durch sehr unterschiedliche biochemische Prozesse ausgelöst, so dass man von einer mehrfachen unabhängigen Entwicklung ausgehen muss. Die evolutionäre Bedeutung des RNA-Editing liegt darin, dass Individuen mit der vorhandenen genetischen Information eine phänotypische Vielfalt erzeugen können, die sie vor einer scharfen Selektion bewahrt.

 

    zurück zum Anfang
 
   
   
    Wegeners neues Weltbild – Die Entstehung der Kontinentaldrift-Theorie – Teil I
 
Die Idee, dass das Antlitz der Erde durch dynamische Prozesse verändert wird, wurde bereits lange Zeit vor Alfred Wegener diskutiert. Selbst die Vorstellung, dass es einstmals einen Urkontinent gegeben habe, der dann auseinanderbrach und Kontinente entstehen ließ, war schon geäußert worden. Doch man ging von der fixistischen Vorstellung aus, dass die Landmassen ortsfest sind und allenfalls Vertikalbewegungen unterliegen. Zu Wegeners Zeit hatte die Kontraktionstheorie von Eduard Suess viele Anhänger, derzufolge die Erde wie ein alternder Apfel zusammenschrumpft und damit Rinnen und Falten bildet. Wegener setzte dem ein mobilistisches Modell entgegen. Nach ihm kommt das Antlitz der Erde mit seinen ozeanischen Becken und den kontinentalen Anteilen durch horizontale Bewegungen von Kontinentalschollen zustande, die gleichsam auf flüssiger Gesteinsschmelze schwimmen. Er selbst war von der Richtigkeit seines Ansatzes überzeugt und glaubte, seine Zeitgenossen rasch überzeugen zu können, doch erfuhr er vonseiten der Fachwissenschaftler Ablehnung. Der „Fall Wegener“ ist damit auch ein Lehrstück der Wissenschaftsgeschichte.
 
    zurück zum Anfang