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Malaria: Wettrüsten oder Selbstkontrolle

Die von dem einzelligen Sporentier Plasmodium ausgelöste Malaria gehört zu den nach wie vor am meisten gefürchteten Tropenkrankheiten. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen ist es nur gelungen, einen Impfstoff gegen sie zu entwickeln, der eine teilweise Immunität gewährt. Die Autoren vertreten die These, dass sich das Ziel, durch eine Impfung eine „Toto-Immunität“  ebenso wie gegen mikrobielle Infektionen erreichen zu können, den biologischen Fakten widerspricht. Der Parasit wird nicht von der Immunreaktion in Schach gehalten, sondern kontrolliert seine Vermehrung selbst. Dadurch schont er den Wirt (Mensch) und nutzt ihn nur in dem Maße, dass sein eigener Lebenszyklus gewährleistet ist. Der Wirt duldet den Parasiten immunologisch, so dass der Parasit ausreichend Stadien bilden kann, um sich über einen Vektor, eine Anopheles-Stechmücke, fortzupflanzen. Nicht nur das in Leberzellen und in den Roten Blutkörperchen lebende Plasmodium soll von diesem „Arrangement“ einen Vorteil haben, sondern auch der Wirt (Mensch), dessen Population durch einen mäßigen Verlust an Fitness reguliert wird und der dadurch seine Ressourcen schont. Ein starkes Indiz sehen die Autoren darin, dass beide Seiten auf Populationsebene Vorteile haben und so die Coevolution zustande kam. Der Parasit beschränke sich auf seine lebensnotwendigen Ansprüche, der Wirt lasse einen maßvollen Entzug an Energie zu. Die ökonomische Lebensweise sichert den evolutiven Erfolg.
 

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Die naturkundliche Entdeckung Brasiliens und des "Flusses der Amazonen"
 
Vor 520 Jahren wurde zwischen den Seefahrernationen Portugal und Spanien eine päpstlich verbürgte Vereinbarung getroffen, wie die bei den Erkundungsfahrten noch zu entdeckenden Gebiete aufzuteilen seien: Im Vertrag von Tordesillas wurde eine willkürliche Demarkationslinie festgelegt, die sich in der Tat weitgehend bewährte, Konflikte über eventuelle Gebietsansprüche zu verhindern. Wie selbstverständlich wurden dabei allerdings die Rechte der Menschen ferner, noch unbekannter Weltregionen völlig ignoriert, die von den Entdeckern im Namen ihrer Herrscher unterworfen wurden. Der erste Teil des Beitrags zeichnet nach, welche Folgen der Vertrag von Tordesillas bei der Entdeckung der Neuen Welt und insbesondere Brasiliens hatte.
 

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