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    Das Ozean-Bohrprogramm ODP
   

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    Riesen-Gliederfüßer des Erdaltertums – Fossile Giganten und ihre heute lebenden Verwandten 
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Tagebücher aus dem Regenwald 1984-1990.

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Hans Marquardt, Siegfried Schäfer (Hrsg.):
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Eduard Rhein, Paul Waldner:
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Retrospektive

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    Das Ozean-Bohrprogramm ODP

Mit vier Bohrkampagnen im Atlantik ging im Oktober 2003 eine erfolgreiche und langjährige Phase der geologischen Erforschung der Ozeane durch das Ozean-Bohrprogramm zu Ende. Dieses internationale Programm und seine Vorläufer waren vor mehr als 25 Jahren mit dem Ziel angetreten, die Hypothese der Plattentektonik zu überprüfen. Die Ergebnisse der Bohrvorhaben führten schnell zur allgemeinen Akzeptanz der plattentektonischen Modellvorstellungen, und zusätzlich eröffneten sich neue Forschungsfelder wie z. B. die Fluidzirkulation entlang der mittelozeanischen Rücken, die Vorbereitung von Erdbebenbeobachtung in der seismogenen Zone und die Entstehung von Gashydraten. Aufbauend auf diesen Ergebnissen entwickelten die Wissenschaftler des ODP nun ein Nachfolgeprogramm, das Integrated Ocean Drilling Program (IODP), das im Sommer 2004 mit neuen Bohrprojekten im Pazifik und im Arktischen Ozean begonnen hat.

 

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    Riesen-Gliederfüßer des Erdaltertums – Fossile Giganten und ihre heute lebenden Verwandten 

Im Ober-Karbon und im Unter-Perm lebten die größten Gliederfüßer aller Zeiten. Bei einer Körperlänge von bis zu 2 m und einer Breite von etwa 24 cm betrug ihr Körpergewicht vermutlich zwischen 10 und 12 kg. Die Tiere zählen zu den Arthropleuren, von denen bislang angenommen wurde, sie seien vor ungefähr 300 Millionen Jahren ausgestorben. Neuere Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Gruppe auch heute noch in Gestalt wenig auffälliger Kleinformen existiert. Bei den Arthropleuren handelte es sich um Tausendfüßer im eigentlichen Sinn, also um Vertreter der Diplopoda, die zusammen mit den Pinselfüßern (Pselaphognatha) der Teilgruppe der Penicillata angehören. Wahrscheinlich lebten die Arthropleuren semiaquatisch und ernährten sich von Mikro- und Makrosporen, die damals massenhaft und ohne enge Bindung an eine Jahresperiodik verfügbar waren. Möglicherweise war der einzigartige Gigantismus der Arthropleuren die evolutive Antwort auf ein üppiges Nahrungsangebot.

 

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    Vorsicht, Evolution!

Ein berühmtes Diktum von Theodosius Dobzhansky lautet: „Nothing in biology makes sense except in the light of evolution.“ Da sämtliche Leistungen des Menschen (auch die Kultur) auf irgendeine Weise im Substrat seiner biologischen Konstitution wurzeln, hat so mancher Evolutionsbiologe der Versuchung nachgegeben, Dobzhanskys Diktum ohne Einschränkung auch auf diese Leistungen anzuwenden. Für eine „kulturelle Evolution“ gelten jedoch einige zusätzliche Regeln, die in der klassischen „genetischen“ oder „darwinistischen“ Evolution nicht vorkommen. Ignoriert man diese Differenzierung, so besteht die Gefahr, dass der Begriff Evolution unscharf wird und an Erklärungswert verliert.

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