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    Eduard-Rhein-Preise 2009
     
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    ÜBERSICHT
   
    Ludger Rensing, Peter Ruoff
    Funktionsprinzipien der Entscheidungsfindung auf zellulärer, neuronaler und sozialer Ebene
     
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    ÜBERSICHT
   
    Walter Sudhaus
    Wozu? – Der Riesenschnabel des Tukans   
     
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    KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
    Matthias Glaubrecht
    Von "Schloss Langweil" zum Chimborazo – Reisen und Werk des von der Vernunft legitimierten Abenteuerers Alexander von Humboldt (1769-1859).  Teil II
     
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    Rundschau
     
    ASTRONOMIE UND PHYSIK
    Mögliches Vorläufersystem einer Typ Ia-Supernova
    Neudefinition der Temperatureinheit „Kelvin“
     
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    Anstieg des Sauerstoffgehalts der Atmosphäre im Präkambrium
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    Ardipithecus ramidus und der Ursprung des Menschen
     
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    Wie sicher ist die Nutzung der Geothermie?
     
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    Neuer Mechanismus der Aktivierung von Onkogenen
     
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    Landwirtschaft und Aga-Kröte — Satellitenmessungen von Kohlendioxid — Elstern erkennen sich selbst — Tunneln von Elektronen
 
     
     
    BÜCHER UND MEDIEN
    Buchbesprechungen
   
Ottmar Ette:
Alexander von Humboldt und die Globalisierung – Das Mobile des Wissens.

Birgit Jarosch u.a.:
Biologie im Überblick. 8 Lerntafeln

Zum Darwin-Jahr 2009:

Ulrich Kutschera:
Tatsache Evolution. Was Darwin nicht wissen konnte

Thomas Junker, Sabine Paul:
Der Darwin-Code. Die Evolution erklärt unser Leben

Hans P. Trötscher (Hrsg.):
Evolution! Wie Charles Darwin das Weltbild verändert hat (Audio-CD)


 
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    Stichwort: Holismus
    Retrospektive: Das Leben der Flussaale
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Funktionsprinzipien der Entscheidungsfindung auf zellulärer, neuronaler und sozialer Ebene

In Lebewesen laufen ständig Vorgänge ab, die man als Reaktionen auf interne und externe Reize auffassen kann. Dabei kommt es immer wieder zu Entscheidungssituationen. Letztlich laufen sie auf ein Ja oder Nein hinaus, doch der Weg dorthin kann sehr unterschiedlich sein: Viele lebensnotwendige Entscheidungen laufen rasch und reflexartig ab, andere brauchen „Bedenkzeit“, und es gibt viele Zwischenschritte, so dass das Ergebnis nicht voraussehbar ist. Das wichtigste Kriterium für eine Entscheidung ist, dass sie auf der Verarbeitung von gespeicherter Information beruht, sei es eine genetisch festgelegte „Vorerfahrung“, sei es individuelle „Erfahrung“, die im Nervensystem oder auf molekularer Ebene im Inneren der Zelle gespeichert ist. Die Autoren arbeiten grundlegende Prinzipien heraus, die für alle Entscheidungsprozesse gelten.

 

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Wozu? – Der Riesenschnabel des Tukans   

Der jüngst geglückte Nachweis, dass der Schnabel des Tukans eine Funktion bei der Wärmeregulation hat, gehört zu den spektakulärsten Entdeckungen der Zoologie, mit der auch Laien etwas anfangen können: Muss sich nicht jedem beim Anblick dieser auffälligen Tiere die Frage aufdrängen, wozu diese „Viecher“ einen so großen Schnabel haben? Mit der thermoregulatorischen Funktion hat man allerdings nur eine Funktion unter vielen anderen entdeckt – daran wird in diesem Beitrag erinnert. Die Analyse der Multifunktionalität wird zu einem Beispiel für evolutionsbiologisches Denken, das alle biologischen Dimensionen einbezieht, von der Physiologie über Verhalten bis hin zu Ökologie.

 

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Von „Schloss Langweil“ zum Chimborazo – Reisen und Werk des von der Vernunft legitimierten Abenteurers Alexander von Humboldt (1769-1859). Teil II

Im zweiten Teil wird Humboldts Leben nach seiner großen Südamerika-Reise mit Aimé Bonpland erzählt und vor allem die Frage nach Humboldts Wirkung auf Zeitgenossen und die Nachwelt gestellt. Vieles über Humboldt ist in Vergessenheit geraten, weil seine weitverstreuten schriftlichen Werke lange unzugänglich waren. Hieran hat sich erfreulicherweise in den letzten Jahren viel geändert. Erschreckend ist aber, dass viele der Sammlungsstücke, die Humboldt einst unter großen Anstrengungen nach Europa brachte, heute verstreut sind. So endet der Beitrag mit zwei Appellen: Humboldt im Original zu lesen und sich seiner Sammlung anzunehmen.

 

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Eduard-Rhein-Preise 2009

Am 10. Oktober 2009 wurden bei einem Festakt im Ehrensaal des Deutschen Museums, München, die diesjährigen Preise der Eduard-Rhein-Stiftung für Technologie und Kultur verliehen.

Preis für Technologie
Den Technologie-Preis erhielt Dr. Martin Schadt (Schweiz) für seine „herausragenden und international anerkannten Verdienste im Bereich neuartiger elektro-optischer Funktionsprinzipien für den Einsatz in Flachbildschirmen sowie zugehöriger Materialien und Bauelementekonzepte…“.

Der Laudator, Prof. Dr.-Ing. Norbert Frühauf, Stuttgart, hob die kontinuierlichen Beiträge des Preisträgers hervor, die zum späteren kommerziellen Erfolg der Flüssigkristallbildschirme beigetragen haben. Hierzu gehört insbesondere die Entwicklung der verdrillt nematischen Zelle (1970), auf deren Grundlage auch viele weitere Techniken zur Perfektionierung der Bildschirmdarstellung (u.a. der Blickwinkeleigenschaften) beruhen. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der ersten organischen lichtemittierenden Diode mit Festkörperelektroden (OLED), die Schadt bereits 1969 zusammen mit D. F. Williams im National Research Council  (Kanada) gelang. Der Preisträger wird seine Forschungen in einer späteren Ausgabe selbst vorstellen.

Preis für Kultur
Den Preis für Kultur nahm Dr. Klaus Rehfeld, Stuttgart, „stellvertretend für das Redaktionsteam der Naturwissenschaftlichen Rundschau“ entgegen. Die Ehrung gilt der „1948 von Hans Rotta und Hans Walter Frickhinger gegründeten Fachzeitschrift“, die „für eine größerer Öffentlichkeit naturwissenschaftliche Erkenntnisse allgemeinverständlich, aber auf höchstem Niveau“ publiziert.
Der Laudator, Prof. Dr. Richard Schröder, Humboldt-Universität Berlin, sprach aus der Perspektive eines ehemaligen DDR-Bürgers, der die Naturwissenschaftliche Rundschau seit ihren Anfängen aus seinem Elternhaus kennt. Sein Vater hatte die Zeitschrift 1948, zu Zeiten der sowjetischen Verwaltung, abonniert; damit waren die Grundlagen für eine weitere Zustellung gelegt (ein neues Abonnement war seit Gründung der DDR untersagt, doch wagte man nicht, an der sowjetischen Verfügung zu rütteln), die bei Interesse der Anverwandten oder Institutsangehörigen auch nach dem Ableben des Beziehers einfach fortgeführt wurde. Schröder würdigte die noble Haltung des Herausgebers Hans Rotta und der späteren Mitherausgeberin und Redakteurin Roswitha Schmid und ihre vielfältigen Verdienste um den ideellen Zusammenhalt der Naturwissenschaften während der Zeit der deutschen Teilung. Ein Dank galt auch den Präsidenten der Akademie der Naturforscher Leopoldina dafür, dass sie in den Zeiten des Kalten Krieges einzigartige Begegnungen zwischen Ost und West möglich gemacht haben.

Jugendpreise der Eduard-Rhein-Stiftung
Die Eduard-Rhein-Jugendpreise werden im Rahmen des Bundeswettbewerbs Jugend forscht vergeben. Der Preis für Rundfunk-, Fernseh- und Informationstechnik ging an den Achtklässler Maximilian Reif für die Entwicklung der Handy-Software X-Finder, die ein Auffinden GPS-fähiger Handys und ihrer Besitzer (Senioren, Kinder) möglich macht. Den Konrad-Zuse-Jugendpreis für Informatik erhielt der angehende Informatikstudent Alexander Schade. Er hat eine funktionale Beschreibungssprache für polygonale Modelle entwickelt, die es ermöglicht, komplexe geometrische Körper in Echtzeit auf dem Bildschirm darzustellen und ineinander zu überführen.

Der Stifter
Der „Jahrhundertmann“ Eduard Rhein (1900–1993) begann seine Laufbahn als Physiker und Elektrotechniker in Berlin, wo er in den 20er Jahren an der Einführung industrieller Normen mitwirkte. Gleichermaßen an Operette, Journalismus, Rundfunk- und Fernsehtechnik und an den Naturwissenschaften interessiert, war er Redakteur der Rundfunkzeitschrift Sieben Tage im Ullstein-Verlag und schrieb neben Fachaufsätzen und Romanen auch ein Libretto. 1946 holte ihn Axel C. Springer nach Hamburg, wo er mit der Zeitschrift Hör zu ein Millionenpublikum gewann. Mit dem zwischen 1944 und 1948 unter Einsatz privater Mittel entwickelten „Füllschriftverfahren“ zur Tonaufzeichnung schuf er die Grundlagen der Langspielplatte, die für Jahrzehnte der maßgebende Tonträger war. Die 1976 gegründete Stiftung ehrt und fördert herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf dem Gebiet der Rundfunk-, Fernseh- und Informationstechnik; seit 1983 wird zusätzlich ein Kulturpreis vergeben. Näheres über den Stifter und sein Werk im Internet unter http://www.eduard-rhein-stiftung.de

 

     
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