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Titelbild NR 12/2016: Die vier Elemente. Die Lehre von den vier Elementen – Erde, Feuer, Wasser und Luft – geht auf die Griechen zurück, die ihrerseits an Ideen der alten Babylonier und Ägypter anknüpften. Die Vorstellung von einem elementaren Aufbau allen Seins ist Ausdruck des frühen Bemühens um ein umfassendes Konzept, mit dem sich die belebte und unbelebte Welt vom Kleinsten, Naheliegenden auf unserer Erde bis hin zum Fernen und Größten in den Weiten des Kosmos ordnen und begreifen ließe.
Wenn auch längst überholt, erfreut sich die Lehre der vier Elemente bis heute einer gewissen Popularität, wie dieses Skulpturenensemble von Alexander Calder (1898 – 1976) zeigt, das im Skulpturenpark des Museums für Moderne Kunst in Stockholm aufgestellt ist.
Erde, Feuer, Wasser und Luft waren nach Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) die Urstoffe, aus deren Kombination alles Seiende besteht, wobei er zur Scheidung der irdischen (sublunaren) und der außerirdischen Sphäre noch ein fünftes, später als Äther bezeichnetes und nicht zu unserer Welt gehörendes Element einführte. Damit war die Vorstellung verbunden, dass die vier Elemente unvergänglich und keinem Wandel unterworfen seien, wohl aber die aus ihnen bestehenden Dinge. Insofern bestand ein Unterschied zu der Vier-Elemente-Lehre des Empedokles (483/48 – 430/420 v. Chr.), für den es kein Entstehen und Vergehen, sondern nur ein Mischen und Entmischen gab. Empedokles hatte seinerseits die Überlegungen des Paramenides und des Heraklit zu vereinen versucht. Heraklit (520 – 460 v. Chr.) vertrat wie Aristoteles ein dynamisches Weltbild. Für ihn hatte das Feuer eine zentrale Bedeutung, indem es als „ewig lebendiges Element“ materiell in andere Elemente umschlagen könne, aus dem der sichtbare Kosmos zusammengesetzt sei; umgekehrt solle aus allem wieder Feuer entstehen. Paramenides (~520/515 – ~460/455 v. Chr.) hingegen sah im Nichtentstandenen, Unveränderlichen das Wirkliche und Entscheidende, eine Idee, die an Aristoteles’ Lehrer Platon erinnert (zum Beitrag S. 622).
[Photo Åsa Lundén/Moderna Museet, Stockholm]

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Sonne, Mond und Sterne im Jahr 2017

Wie in jedem Jahr geben wir einen Ausblick auf die astronomischen Ereignisse für Liebhaber der Astronomie und für alle, die sich in die uralte Kunst der Himmelsbeobachtung einüben wollen. Unzweifelhafter Höhepunkt ist die totale Sonnenfinsternis am 21. August, der nicht nur ambitionierte Amateure, sondern auch Wissenschaftler aus aller Welt erwartungsvoll entgegensehen, bietet ein solches Ereignis doch bis heute hervorragende Möglichkeiten zur Erforschung der Sonnenatmosphäre.
 

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Aristoteles – der Lehrer des Abendlandes

Wie kein anderer Philosoph hat der vor 2400 Jahren in Makedonien geborene Aristoteles die Wissenschaften mitbegründet und geprägt. Der Beitrag beleuchtet die verschiedenen Facetten seines Wirkens und zeigt auf, welche Spuren dieser Denker hinterlassen hat. Nicht nur in den Naturwissenschaften – insbesondere der Zoologie, als deren Begründer er gelten darf – auch auf dem vielfältigen Gebiet der praktischen Philosophie hält Aristotles’ Einfluss bis zum heutigen Tag an.
 

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