Link-Tipps
     
    Nachrichten aus dem Internet
   

 

Joseph Dalton Hooker (1817-1911)

Am 30. Juni 1817 wurde Joseph Dalton Hooker in Halesworth (Suffolk) geboren, bis heute berühmt als Freund und Mitstreiter Charles Darwins und als Direktor der Royal Botanic Gardens, Kew.
Hooker studierte Medizin, nahm als Schiffsarzt an der Antarktisexpedition von James Clark Ross (1839 – 1843) teil und bereiste später Indien, Palästina, Marokko und Nordamerika. Charles Darwin lernte er kennen, als dieser ihn mit der Aufarbeitung des auf Galápagos gesammelten Pflanzenmaterials betraute. Hooker wurde damit Zeuge der Gedankengänge und Theorien, die Darwin über die Entstehung und Transformation der Arten entwickelte und war damit prädestiniert, dessen Priorität bezüglich der Selektionstheorie zu verteidigen. Als Direktor des Kew Garden setzte er eine Anregung Darwins um, sämtliche seit Linnés Species Plantarum (1753) publizierten Namen von Pflanzen zu erfassen. Daraus erwuchs der Index Kewensis, ein internationales, bis 2002 fortgeführtes Referenzwerk (seit 2000 im International Plant Names Index, IPNI, aufgenommen, Datenbank in Kew). Hooker gehörte zu den berühmtes­ten Botanikern seiner Zeit. Hochgeehrt (u.a. 1845 Mitglied der Leopoldina, 1847 Fellow der Royal Society) starb er 1911 in Sunningdale (Berkshire).

https://www.kew.org/explore-our-collections/correspondence-collections/joseph-hooker-collections 
Mit dem Joseph Dalton Hooker Correspondence (JHC)-Projekt wird die vielseitige Korrespondenz Hookers mit den damaligen Wissenschaftlern erfasst und elektronisch zugänglich macht. Es knüpft an die Maßstäbe setzende Erfassung von Darwins Korrespondenz an
(vgl. https://www.darwinproject.ac.uk/joseph-dalton-hooker ).

Rd

   

 

100 Jahre Über Wachstum und Form

Anlässlich der Centenarfeier der Erstauflage von D’Arcy Wentworth Thompsons On Growth and Form geben wir Hinweise auf Internetseiten, die mit Werk und Leben des vielseitig interessierten Forschers bekannt machen und seine aktuelle Rezeption beleuchten.

https://www.dundee.ac.uk/museum/collections/zoology/
Seite der Dundee University, an der D’Arcy Thompson über 32 Jahre lang wirkte und eine Zoologische Sammlung aufbaute. Die Seite gibt Einblick in die Gründung des Museums und zeigt beeindruckende 3D-Scans originaler Sammlungsstücke, die von verschiedener Ansicht zu betrachten sind.

https://www.ongrowthandform.org
Offizielle Jubiläumsseite, die von den beiden universitären Wirkungsstätten, der University of Dundee und der University of St. Andrews, eingerichtet wurde. Die Seite enthält einen Veranstaltungskalender zu wissenschaftlichen Konferenzen und gibt eine Übersicht über aktuelle Publikationen mit Bezug auf Thompsons Werk und seine Rezeption. Die Seite bietet ferner eine Bildergalerie zur Person und zeigt einige Abbildungen aus Growth and Form. Besonders wertvoll sind die elektronischen Versionen der ersten und der zweiten Auflage dieses Werkes, in denen man bequem nach Stichworten recherchieren kann.

Rd

   

 

Untersuchungen von Kunstwerken und Artefakten

In Ergänzung zu unserem Artikel auf Seite 225 geben wir Internetquellen an, in denen die Methoden vorgestellt werden, die bei der Analyse von Kunstwerken, Bauwerken und zum Teil auch vorgeschichtlichen Artefakten zum Einsatz kommen.

Pigmentanalyse
http://www.webexhibits.org/pigments/intro/spectroscopy.html
Öffentliche Seite des 1999 gegründeten interaktiven WebExhibit online-Museums, mit einer Fülle von Informationen zu Farbpigmenten und ihrer Analyse in den Kunstwissenschaften.

http://www.zenobi.ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/chab/organic-chemistry/zenobi-group-dam/documents/Education/LecturesExercises/Analytical%20Strategy%202014/HS2014/1111/Pigment%20Analysis.pdf
Informative Übersicht über die Pigment­analyse von Werken der Malerei. Autorinen: B. Kuster, A. Tobler (Department Chemie und Biowissenschaften der ETH Zürich).

Datierung
allgemein
http://www.webexhibits.org/pigments/intro/dating.html

Thermolumineszenz
http://www.oxfordauthentication.com/about-us/the-laboratory-and-the-tl-testing-process/

C-14
http://www.c14dating.com/int.html 

Gemäldeuntersuchungen
www.vangoghsstudiopractice.com
Das van Gogh Museum (Amsterdam), das Institut für Kulturelles Erbe der Niederlande (ICN) und der Shell-Konzern haben ein Projekt lanciert, um am Beispiel der Werke Vincent van Goghs den Schaffens­prozess eines Künstlers aus multidiszi­plinärer Perspektive zu verstehen: Es geht um die materiellen Grundlagen von Farbe und Leinwand, um Maltechniken, die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte und -bedingungen, die mit dem Methodenrepertoire moderner Bildanalyse erschlossen werden (http://www.vangoghsstudiopractice.com/methods -and-techniques/x-radiography/ )

Rd

   

 

Wie kommt Farbe in die Welt?

Auf den ausgewählten Seiten geht es um Farbmittel, Strukturfarben sowie um die Grundlage unseres Farbensehens.

www.seilnacht.com/Lexikon/FLexikon.htm
Unter dem Motto „Farbe erleben“ stellt Thomas Seilnacht, Lehrer (bis 2002), Lehrbeauftragter an pädagogischen Hochschulen, Kunstschaffender und Verleger, vielfältigste Aspekte rund um das Thema „Farben“ vor (Farbensehen, Farben in der Malerei, Farbpigmente und -stoffe, Bindemittel u. a.).

www.itp.uni-hannover.de/422.html
Die Seite von Dietrich Zawischa (ehem. Prof. für Theoretische Physik, Universität Hannover) führt in die Welt der Farbstoffe, Pigmente und Strukturfarben ein und enthält zahlreiche Einzelbeiträge mit einer Fülle von Beispielen aus der Tier- und Pflanzenwelt (mit Literaturhinweisen).

www.fnr.de
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stellt in ihrer Mediathek Informationsmaterialien unter dem Stichwort Färbepflanzen bereit, darunter eine Broschüre über hierzulande nutzbare Pflanzen:
mediathek.fnr.de/media/downloadable/files/samples/1/3/130918_fnr4_0225_broschuere_faerbepflanzen_web.pdf   

www.dasgehirn.info/wahrnehmen/sehen/ 
Vielseitige Seite rund um das Gehirn und seine Leistungen – ein Gemeinschaftsprojekt der Hertie-Stiftung und der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe.

www.allpsych.uni-giessen.de/karl/teach/farbe.html
Einführung in das Farbsehen des Menschen

www.sql-und-xml.de/sql-praxis/colour-blindness.html
Seite, mit der Normalsichtige nachvollziehen können, wie Farben bei einer Rot-, Grün- und Blaublindheit bzw. -schwäche wahrgenommen werden. wüha/Rd

Rd

   

 

Artenschutz

Der Artenschutz gehört zu den Herausforderungen der modernen Welt, die der ständigen Aufmerksamkeit und der Mitwirkung möglichst aller gesellschaftlichen Kräfte bedürfen. Die folgenden Seiten informieren über die „trockenen“ rechtlichen und administrativen und das Management betreffende Aspekte, geben aber auch einen Einblick in die Vielfalt, die es zu schützen gilt.

https://www.bfn.de/0302_artenschutz.html
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit den Standorten Bonn, Leipzig und Insel Vilm ist als wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz zuständig. Es berät in allen Fragen des Naturschutzes, fördert Naturschutzprojekte, begleitet Forschungsvorhaben und ist zugleich Genehmigungsbehörde für die Ein- und Ausfuhr geschützter Tier- und Pflanzenarten. Die Seite Artenschutz bietet einen guten Einstieg in die vielen Facetten der Thematik von den rechtlichen Regelungen bis hin zu praktischen Fragen wie Kartierung, Monitoring und dem Management. Von allgemeinem Interesse dürfte insbesondere das Internethandbuch zu den Arten der Fauna- und Flora-Habitat (FHH)-Richtlinie sein, wo die genannten Arten porträtiert sind:
http://www.ffh-anhang4.bfn.de

https://www.bfn.de/0322_rote_liste.html
Mit der Roten Liste wird auf verschollene und gefährdete Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten sowie Pflanzengesellschaften aufmerksam gemacht.

www.wisia.de
Mit WISIA – Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz stellt das BfN seit 2001 eine Datenbank der nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützten und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten im Internet bereit. Als Nutzer erhält man hier eine schnelle Antwort darüber, ob und seit wann ein Tier oder eine Pflanze nach den in Deutschland geltenden Artenschutzregelungen geschützt ist.

Rd

   

 

175 Jahre Dopplerprinzip

http://archive.org/stream/ueberdasfarbigel00doppuoft#page/n5/mode/2up
Nachdruck von Dopplers wegweisender Arbeit anlässlich seines 100. Geburtstags
 

http://austria-forum.org/af/Wissenssamm­lungen/Biographien/Doppler,_Christian
Informationen zu Leben und Werk

http://www.christian-doppler.com
Informationen zu Leben und Werk
 

http://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/exoplaneten/nachweismethoden/
https://astro.uni-bonn.de/~deboer/eida/eida-plan.html
Seiten zur Anwendung des Dopplerprinzips in der Astronomie
 

Dem Namen nach gehört Christian Andreas Doppler (29. November 1803 in Salzburg – 17. März 1853 in Venedig) zu den bekannten Physikern – schließlich lieferte er eine Erklärung für ein Alltagsphänomen, die Frequenzverschiebungen, die wir bei Annähern und Entfernen von Fahrzeugsirenen wahrnehmen. Zu seiner Zeit waren es aber allenfalls Geräusche von Dampflokomotiven, die diesen Effekt hervorrufen konnten, der nun Dopplers Namen trägt. Es waren denn auch ferner liegende, und nicht akustische Phänomene, an die Doppler anknüpfte.
Damals hatte man damit begonnen, sich intensiv mit den Spektren physischer Doppelsterne zu beschäftigen, also Sterne, die so eng benachbart sind, dass sie sich nach den Kepplerschen Gesetzen um einen gemeinsamen Schwerpunkt drehen. Bei ihnen war aufgefallen dass sie verschiedenfarbig erscheinen. So hatte man Doppelsternsysteme gefunden, in denen der größere Stern (Hauptstern) wie andere Fixsterne in weißem oder schwach gelbem Licht erschien, „während die dazugehörigen Begleiter entweder in grünem, blauem oder violettem, bei anderen dagegen im intensiv orangem, schön blut- oder auch dunkelrothem Lichte glänzten“, in anderen Doppelsternsystemen zeigten hingegen alle Einzelsterne unterschiedliche Farben, wobei diese oft einen komplementären Gegensatz bildeten. Derlei Unterschiede hatte man auf physiologische Effekte oder auf die verwendete Apparatur zurückzuführen versucht, was zweifelhaft wurde, als man zeitlich auseinander liegende Beobachtungen derselben Doppelsterne vergleichen konnte, die auf tatsächliche Farbänderungen hinwiesen.
Doppler stellte seine Überlegungen hierzu am 25. Mai 1842 vor der Königlich Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften vor, wo er die Abhandlung Über das farbige
Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels
verlas. Seine Hypothese, die Farbigkeit der Sterne beruhe auf der Entfernungsänderung während der Lichtaussendung, stieß in der Fachwelt zunächst auf Skepsis. Heute ist sie eine der Grundlagen der Astronomie, die sich nicht nur bei der Untersuchung von Doppelsternsystemen als äußerst fruchtbar erwiesen hat. So ist die kosmologische Rotverschiebung, die man in den Spektren extragalaktischer Sterne entdeckt hat, ein Indiz für die Expansion des Weltalls (Hubble-Effekt). Dopplerverschiebungen werden auch mit herangezogen, um Exoplaneten mit Hilfe der Radialgeschwindigkeitsmethode aufzuspüren: Wird eine Stern von einem Planeten umrundet, so führt dies dazu, dass beide um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen, was zu periodischen Wellenlängenverschiebungen des Sternenlichts führt (seine Spektrallinien „wackeln“, (engl. wobble, daher Doppler-Wobble-Methode).
Doppler studierte Mathematik und Physik in Wien (kurze Zeit auch Philosophie in Salzburg) und lehrte später am Prager Polytechnischen Institut. In den Wirren der Märzrevolution von 1848, die auch Prag ergriffen hatte, zog er nach Wien zurück und wurde dort 1850 zum ersten Professor für Experimentalphysik ernannt. Einer seiner gelehrigen Schüler war Gregor Mendel, der im Zusammenhang mit den 1848er-Reformen zur Verbesserung der Volksbildung in Wien studieren durfte, um sich als Lehrer zu qualifizieren. Bei Doppler wurde er gründlich in die Statistik eingeführt, was mit dazu beigetragen hat, dass er seine Kreuzungsexperimente durch große Versuchsreihen abzusichern versuchte.

wüha/Rd

   

 

Jubiläen der Wissenschafts- und Bildungsgeschichte


VOR 300 JAHREN

Maria Sibylla Merian (2. April 1647 in Frankfurt a. M. – 13. Januar 1717 in Amsterdam)
Mit Maria Sibylla Merian verstarb vor 300 Jahren eine der herausragenden Frauengestalten und Naturwissenschaftlerinnen. Aufgewachsen in dem Familienunternehmen von Matthäus Merian d. Ä., der sich mit Städteansichten einen Namen gemacht hatte, interessierte sie sich schon als Kind für Pflanzen, Insekten und „Gewürm“. 1675 trat sie in Nürnberg erstmals mit ihrem Neuen Blumenbuch als Buchautorin und -illustratorin an die Öffentlichkeit (zum Teil nach Vorlage fremder Künstler), dem 1677 und 1680 zwei weitere Blumenbücher folgten. Diese meisterlich illustrierten Bücher trafen den Geschmack der Zeit und wurden gerne als Stickvorlage genutzt. Berühmt wurde Maria Sibylla Merian aber vor allem durch ihre auf eigenen Beobachtungen und Forschungen beruhenden Insektenwerke: 1679 erschien der erste Band ihres Raupenbuchs mit 50 Farbtafeln und begleitendem Text, vier Jahre später folgte der zweite Teil und 1717 der posthum von ihrer Tochter Dorothea Maria edierte dritte Teil.
Im Juni 1699 brach sie mit Dorothea Maria von Amsterdam aus in die niederländische Kolonie Suriname auf, um dort die tropische Insektenwelt zu studieren. Nach ihrer Rückkehr im September 1701 begann sie ihre Zeichnungen und Beobachtungen auszuwerten, die 1705 unter dem Titel Metamorphosis insectorum Surinamensium erschienen und als ihr Hauptwerk gelten. Die genannten kostbaren Werke sind digital zugänglich:

Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung. 1679
Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg:
https://ub.fau.de/bibliotheken-sammlungen/digitale-sammlungen/

Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung. Anderer Theil. 1883
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/merian1683bd2

Metamorphosis insectorum Surinamensium
http://gdz.sub.uni-goettingen.de/dms/load/img/?PPN=PPN477653782&IDDOC=275685

Jean-Baptiste le Rond, genannt D’Alembert (16. November 1717 in Paris – 29. Oktober 1783 in Paris).
Der vor 300 Jahren geborene D‘Alembert war einer der bedeutendsten Mathematiker und Physiker des 18. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Denis Diderot und Louis de Jaucourt gab er zwischen 1751 und 1772 die 28 Bände umfassende Enzyklopädie (L‘ encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers) heraus, das beispielgebende Projekt der europäischen Aufklärung. D’Alembert verfasst hierzu in dem ersten Band mit dem Beitrag Discours préliminaire eine Art Gründungsschrift (sie veranlasste Friedrich II., ihm eine Pension auf Lebzeiten zu gewähren), ferner schrieb er zahlreiche naturwissenschaftliche Enzyklopädie-Artikel. In Erinnerung ist er auch in der Physik und Mathematik (D’Alembertsches Prinzip, Begründung der Kontinuumsphysik, D’Alembertscher Operator zur Behandlung von Wellengleichungen).

https://fr.wikisource.org/wiki/L’Encyclopédie/1re_édition/Discours_préliminaire

http://quod.lib.umich.edu/d/did/
Transkribierter Text des Discours préliminaire im Original und Zugang zur englischen Übersetzung des The Encylopedia of Diderot & d’Alembert Collaborative Translation Project.

http://enccre.academie-sciences.fr
Seite der Académie française, die das Projekt ENCCRE vorstellt, mit dem erstmals eine kritische Gesamtedition der Enzyklopädie geschaffen werden soll. ENCCRE steht für Edition Numérique Collaborative et CRitique de l’Encylopédie. Die in Französisch verfasste Seite gibt Einblicke in die Vorgeschichte der Enzyklopädie, enthält ein Themendossier, stellt die Herausgeber und Mitarbeiter vor und gibt u. a. eine Auswahl an (transkribierten) Beiträgen. Hingewiesen sei auf Artikel von D’Alembert: Dynamique, Intolérance, Mechanique, Réfugiés.
 

Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Preußen
Am 28. September 1717 verordnete König Friedrich Wilhelm I. in Preußen die allgemeine Schulpflicht für Kinder von fünf bis zwölf Jahren.

http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/185878/geschichte-der-allgemeinen-schulpflicht

http://www.preussenchronik.de/episode_jsp/key=chronologie_002390.html
Allgemeine Informationen zum Thema gibt die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung und des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).

wüha/Rd

   

 

Tierversuche
Nur wenige Themen werden so emotionsgeladen diskutiert wie die Frage nach Notwendigkeit, Sinn oder Unsinn von Tierversuchen. Tierversuche sind wissenschaftliche Experimente an oder mit lebenden Tieren. Die Erkenntnisse, die man sich von ihrer Durchführung erhofft, sind unterschiedlich:
Tierversuche sollen über Krankheiten, ökologische Beziehungen, Verhalten und die Lebensgewohnheiten von Tierarten aufklären und dienen u. a. auch der Prüfung von Lebens- und Futtermitteln. Die weitaus meisten Versuchstiere werden jedoch in der medizinischen Forschung eingesetzt. Während die Zahl der (genehmigungspflichtigen) Experimente mit lebenden Tieren abnimmt, steigt die Zahl der für Forschungszwecke – z. B. zur Nutzung ihrer Zellen oder Organe – getöteten Tiere. Da solche Vorhaben nicht als Tierversuch gelten, sind sie zwar melde-, aber nicht genehmigungspflichtig.

https://www.tierversuche-verstehen.de/ 
Diese Seite der Informationsinitiative Wissenschaft wird koordiniert von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Sie richtet sich an die breite Öffentlichkeit und gibt vielfältige Einblicke in die Praxis der Tierversuche und in die Tierhaltung in Forschungseinrichtungen. Die Informationsinitiative wirbt argumentativ für die Notwendigkeit verantwortungsbewusster Tierversuche, greift aktuelle Diskussionen auf und bezieht Stellung (so zu den Thesen, die der Philosoph Richard David Precht jüngst in seinem Buch Tiere denken aufgestellt hat).

http://www.drze.de/im-blickpunkt/tierversuche-in-der-forschung 
Seite des 1999 in Bonn gegründeten Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (drze). Breite, rechtliche, ethische und nicht zuletzt wissenschaftliche Aspekte von Tierversuchen berücksichtigende Internetplattform, die Zugang zu allen wichtigen Akteuren und Datenbanken bietet.

https://www.mdc-berlin.de/37201642/de/about_the_mdc/science_and_society/forschung_und_tierversuche
Wie viele biomedizinische Forschungseinrichtungen stellt sich auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Biologie (MDC) dem brisanten Thema. Die Seite führt die Argumente für die Notwendigkeit von Tierversuchen auf und nennt Fakten und Zahlen zu den am MDC verwendeten Tiere.

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/
Seite der 1979 gegründeten Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V., die sich für eine tierversuchsfreie Medizin einsetzt und für alternative Methoden (wie Zellkulturmodelle) wirbt.

https://www.theologie-naturwissenschaften.de/startseite/leitartikelarchiv/tierversuche.html
Diskussionsbeitrag aus theologischer Sicht der Evangelischen Akademie im Rheinland.

wüha/Rd

   

 

Goethe – Dichtung und Naturerforschung
Unter Goethes Bemühungen um Welterkenntnis und Naturerklärung nimmt die Farbenlehre einen prominenten Platz ein. Trotz weitgehend einhelliger Ablehnung durch die Fachwelt gehen von ihr bis heute Anregungen aus. Insbesondere das Werk Mehr Licht. Goethe mit Newton im Streit um die Farben (Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2015) des Berliner Wissenschaftsphilosophen Olaf Müller hat die Aufmerksamkeit auf dieses Werk gelenkt. Wir nennen Seiten mit Bezug auf diese neue Auseinandersetzung mit Goethes Farbenlehre.

https://www.philosophie.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/natur/mitarbeiter/mueller/mueller1#w15
Zur Präsentation des genannten Buches gab es im Senatssaal der Humboldt Unversität Berlin eine Veranstaltung mit Vorträgen, Diskussionen und Vorführung von Experimenten, die aufgezeichnet wurde.
Teilnehmer: Prof. Dr. Olaf Müller (HU Berlin, Wissenschaftsheorie der Naturwissenschaften und Naturphilosophie), Dr. Matthias Rang (Forschungsinstitut am Goetheaneum, Dornach/CH, Physiker), Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis (Universität Wuppertal, Physik und ihre Didaktik), Prof. Dr. Wolfgang Sandner (bis zu seinem Tod am 5. 12. 2015 Generaldirektor des ELI-Consortiums, einer Vereinigung europäischer Großforschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Laserphysik), Prof. Dr. Holger Lyre (Universtät Magdeburg, Theoretische Philosophie), Prof. Dr. Horst Bredekamp (HU Berlin, Kunstgeschichte). Moderation: Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz (HU Berlin, Erziehungswissenschaften).

https://www.volkswagenstiftung.de/­aktuelles-presse/mediathek.html 
Das genannte Werk von O. Müller wurde von der Stiftung Volkswagen im Rahmen einer Opus Magnum-Förderung unterstützt. Unter dem Motto „Mehr Licht. Goethe mit Newton im Streit um die Farben“ fand am 23. Mai 2015 eine Vortragsveranstaltung und anschließende Podiumsdiskussion statt. Vortragende: O. Müller, Prof. Hans-Jürgen Steffens (Kaiserslautern, Mathematik, Physik), Prof. Ingo Nussbaumer (Universität für Angewandte Kunst, Wien).

http://www.ingo-nussbaumer.com/pdfs/GOF A03 MH Layout.pdf
„Goethe und die Ordnung der Farbenwelt“ von O. Müller mit zahlreichen Abbildungen.

wüha/Rd

   

 

150 Jahr Generelle Morphologie der Organismen
Ernst Haeckel gilt hierzulande als der große Popularisator der Evolutionsbiologie, der als erster Darwins Ideen im Kreis der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte vehement vertrat. Doch er war auch Mitbegründer einer Wissenschaft von den Umweltbeziehungen der Lebewesen, der er den Namen Ökologie gab (vgl. obenstehenden Hinweis).
Sein Blick war auf das Ganze gerichtet, wie sein grundlegendes Werk Generelle Morphologie der Organismen – Kritische Grundzüge der mechanischen Wissenschaft von den entwickelten Formen der Organismen begründet durch die Deszendenztheorie zeigt, das der 32jährige Haeckel 1866 vorlegte. Erstmals wurde hier ein Lehrgebäude der Biologie entworfen, das konsequent der Evolutionstheorie verpflichtet ist. Das Internet Archive (https://archive.org) ermöglicht es, unter https://archive.org/details/generellemorphol01haec  in dem Werk zu blättern.

rd

   

 

Science Slam
Diese unterhaltsame und geistreiche Form der Präsentation eigener Forschungsergebnisse hat sich seit 2008 als ein eigenes Genre der Wissenschaftskommunikation etabliert. Es handelt es sich um einen Wettstreit, der Nachwuchswissenschaftlern eine Bühne gibt, ihre eigenen, hart erarbeiteten Ergebnisse zu präsentieren. 10 Minuten hat jeder Teilnehmer Zeit, um einen Forschungs­aspekt ­einem fachfremden Publikum verständlich, witzig und informativ vorzustellen. Den Sieger jedes Wettbewerbs wählt das Publikum. Als Begründer des Science Slam gelten der Darmstädter Schriftsteller und Poetry-Slammer Alex Dreppec und die Hamburger Molekularbiologin Julia Offe. Seit 2010 finden jährlich deutsche Meisterschaften, seit 2014 sogar Europameisterschaften statt; bei letzteren wird das Finale immer im Herkunftsland des Vorjahressiegers abgehalten. Wir nennen beispielhaft einige Seiten, die zum Mitmachen einladen und über Veranstaltungsorte informieren.

http://www.scienceslam.de/ 

http://www.science-slam.com/

http://www.de.scienceslam.net/ 

http://www.scienceslam.org/ 

http://www.ideenexpo.de/scienceslam/voting.php 

wüha/rd

   

 

Jubiläen der Genetik 2016

THOMAS HUNT MORGAN (1866–1945)

Genkarten und Chromosomentheorie der Vererbung

http://mblhistoryproject.tumblr.com/post/129800972743/nobel-prize-winners-of-the-lab-thomas-hunt-morgan 
Bilderreicher Einblick in das Leben und die Arbeitsstätte des großen Genetikers und seiner Mitarbeiter, der 1907 die Taufliege Drosophila melanogaster als Modellorganismus eingeführt und mit den ersten Genkarten (1911) und der von ihm erkann­ten gesetzmäßigen Anordnung der Gene auf den Chromosomen gleichermaßen zur molekularen Genetik wie zur Synthetischen Evolutionstheorie beigetragen hat.

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http://ic.galegroup.com/ic/scic/ReferenceDetailsPage/ReferenceDetailsWindow?zid=98602b94bf6096088c0fcaa403e02d2e&action=2&catId=&documentId=GALE|K2641500152&userGroupName=astevenson&jsid=3b7bd5c078336fae7f9afee120a2e8d4
Lesenswerte Kurzbiographien über T. H. Morgan bietet die online-Datenbank Science in context, die sich speziell an Studenten wendet und über Persönlichkeiten wie auch aktuelle Forschungsthemen informiert.
https://embryo.asu.edu/pages/thomas-hunt-morgan-1866-1945 
Seite der Embryo Project Encyclopedia, die 2007 von der US Natural Science Foundation (Washington D.C.) gegründet wurde. Themenschwerpunkte sind Embryologie, Entwicklungsbiologie und Reproduktionsmedizin, die aus wissenschaftshistorischer Perspektive unter Einbeziehung sozialer Aspekte beleuchtet werden. Die Beiträge werden begutachtet und sind in einer Datenbank archiviert.

 

MAURICE WILKINS (1916 – 2004) UND FRANCIS CRICK (1916 – 2004)

Die DNA als Molekül der Vererbung

https://www.nzgeo.com/stories/maurice-wilkins/ 
Ausführliche Biographie des aus Neuseeland stammenden Physikers Maurice Wilkins, der zusammen mit Rosalind Franklin (1920 – 1958) am King‘s College London die Struktur der DNA durch Röntgenbeugung untersuchte und entscheidend zum „Watson-Crick-Modell“ der DNA als Doppelhelix beitrug.

https://embryo.asu.edu/pages/francis-harry-compton-crick-1916-2004
Würdigung und wissenschaftshistorische Einordnung der Arbeiten von Crick.

https://profiles.nlm.nih.gov/SC/B/B/Y/W/_/scbbyw.pdf
Die nur eine Seite umfassende Veröffentlichung, in der James Watson und Francis Crick die Doppelhelix vorstellen.

https://www.crick.ac.uk/about-us/francis-crick/
Homepage des Francis Crick Institute in London mit einer Würdigung des Forschers und vielen externen Links u. a. zur Geschichte der Genetik von Darwin bis ins 21. Jahrhundert (Wellcome Library des Wellcome Trust).

wüha/rd

   

 

Gesner (1516–1565) – „Der Leonardo der Schweiz“

Den Universalgelehrten Konrad Gesner (auch Conrad Gessner), der an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit steht, hatten wir bereits ausführlich gewürdigt (NR 12/2015, S. 660). Zum laufenden „Gesner-Jahr“ weisen wir auf Seiten, die das facettenreiche Wirken dieses vielseitigen Mannes vor Augen führen, der alte Quellen für die Neuzeit nutzbar machte, zugleich aber selbst forscherlich aktiv und alles andere als ein bloßer Kompilator war.

Leben
http://www.gessner500.ch/pages/home/film.php 
Gesners Heimatstadt Zürich ehrt den Gelehrten mit einer Reihe von Ausstellungen und einer eigens eingerichteten Internetseite, die von der Zentralbibliothek Zürich koordiniert wird. Der Link führt zu einem Film, der einen lebendigen Einstieg in die Zeit des Umbruchs gibt, in der Gesner wirkte. Mitautor ist Dr. phil. Urs Leu (Leiter der Abteilung alte Drucke und Rara, Zentraluniversität Zürich und Gesner-Biograph), dessen Vortrag vor der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur unter
http://www.ngw.ch/vortraege-archiv/konrad-gessner-der-leonardo-da-vinci-der-schweiz zugänglich ist.

Bibliographie
http://www.enzyklopaedie.ch/dokumente/Gessners Werke.pdf
Nach Themengebieten farbcodierte Liste zahlreicher Werke Gesners mit Hyperlinks, mit denen man auf die digitalisierten Werke (aus verschiedenen Quellen) zugreifen kann.

Werkvielfalt
http://www.digitale-sammlungen.de/index.html?c=autoren_index&ab=Gessner%2C+Conrad&l=de 
Das Münchner Digitalisierungszentrum (MDZ) bietet Einblick auch in die nicht-naturkundlichen Werke Gesners.

Historia Animalium
https://ceb.nlm.nih.gov/proj/ttp/flash/gesner/gesner.html  („turn the pages“) 
https://ceb.nlm.nih.gov/proj/ttp/Gesnergallery.htm  (gallery)  
Unter „turn the pages“ kann man die Seiten von Gesners Tierbuch nacheinander umblättern; die „gallery“ zeigt Einzelabbildungen.

Historia Plantarum
http://www.ub.uni-erlangen.de/historischer-bestand-digital/botanische-werke.shtml
Die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg besitzt einen umfangreichen Bestand botanischer Werke, zu dessen Kostbarkeiten zwei Bände mit Pflanzenaquarellen Gesners gehören, deren Ästhetik und Detailreichtum in der Digitalisierung hervorragend zur Geltung kommen.

wüha

   

 

30 Jahre Tschernobyl

Nach der durch einen dramatischen Bedienungsfehler ausgelösten Kernschmelze des Nuklearrektors in Tschernobyl hat die Natur das radioaktiv verseuchte Sperrgebiet zurückerobert. Allein die weißrussische Sperrzone ist mit rund 2000 km2 Fläche fast so groß wie Luxemburg. Für Naturschützer und Biologen ist dieses besondere Schutzgebiet zu einer Art Referenzfläche geworden, um eine Naturlandschaft zu studieren. In dem Gebiet sind Wölfe, Elche, Biber und anderes Wild sowie sonst seltenere Vögel wie Schwarzstörche und Birkhühner heute häufig anzutreffen, und sie scheinen von der radioaktiven Belastung unbehelligt zu sein. Nach einer französischen Studie sollen sich einige Vogelarten an die höhere Strahlenbelastung angepasst haben. Inwieweit dies für andere Tiere und Pflanzen gilt, ist noch nicht hinlänglich untersucht und wird auch kontrovers diskutiert. Wir geben eine Auswahl verschiedener Bericht und weisen auf ausgewählte Originalquellen hin.

http://www.biodiversity.de/de/presse/30-jahre-tschernobyl-leben-unter-dauerstrahlung
Diese Seite wird vom Team des Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung in Deutschland (NeFo) betrieben und berichtet aus aktuellem Anlass von jüngsten Forschungen zum Thema Wildtiere und Strahlenbelastung. Ziel des NeFo ist es, die Vernetzung der im Bereich der Biodiversitätsforschung arbeitenden Institutionen sichtbar und nutzbar zu machen. Eine der auf diesem Feld arbeitenden Institutionen ist die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), deren Mitarbeiter Michael Brombacher als Geoökologe die Gelegenheit hatte, die weißrussische Sperrzone zu besuchen.

http://news.nationalgeographic.com/2016/04/060418-chernobyl-wildlife-thirty-year-anniversary-science/
Bericht des National Geographic über das Wildtierleben im Sperrgebiet.

http://www.strahlentelex.de/Yablokov_Chernobyl_book.pdf
Aus dem Russischen übersetzte, 2009 von der New York Academy of Sciences herausgegebene Übersicht von Alexey Yablokov, Vassily B. Nesterenko und Alexey V. Nesterenko, die die Forschungsliteratur systematisch sichteten. Bis heute ist diese Dokumentation Chernobyl Consequences of the Catastrophe for People and the Environment ein wichtiges Referenzwerk.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2435.12283/epdf
Zusammenfassung der Studie zu den Auswirkungen chronischer Strahlenbelastung auf die Avifauna. I. Galván et al.: Chronic exposure to low-dose radiation at Chernobyl favours adaptation to oxidative stress in birds. Funct. Ecol. 28, 1387 (2014).

wüha

   

 

Die Tiefe Biosphäre

1985 fanden amerikanische Forscher erstmals sichere Hinweise auf die Existenz dessen, was heute als die Tiefe Biosphäre bezeichnet wird: In Gesteinsproben aus 500 m Tiefe wiesen sie lebende Bakterien nach, bei denen es sich eindeutig nicht um Kontaminationen oder Artefakte handelte. Zwischenzeitlich haben Biologen und Geowissenschaftler an den unterschiedlichsten Stellen der Erdkruste bis in eine Tiefe von 3,5 km Bakterien, Viren und sogar Pilze (Eukaryoten!) gefunden. Die Fundorte reichen vom unterseeischen Sedimenten über terrestrische Lavaschichten bis zu Granitgesteinen der kontinentalen Kruste und sogar Salzstöcken. Dass es sich um lebende Organismen handelt, belegen Nachweise von mRNA-Fragmenten und speziellen Membranlipiden: Diese sogenannten „life marker“ sind wenig stabil und werden rasch abgebaut. Bis heute weiß man kaum etwas über die unterirdischen Biosphären – die Erforschung der geheimnisvollen Organismen scheitert an ihren extrem langsamen Stoffwechsel- und Teilungsraten (der Stoffwechsel ist bis zu 10 000mal langsamer als bei oberirdischen Formen, eine Teilung erfolgt nur alle 100 bis 1000 Jahre) ebenso wie an den extremen Ansprüchen an ihre Umwelt, die sich unter Laborbedingungen kaum nachstellen lassen.

http://www.darkenergybiosphere.org/
Internetseite des C-DEBI (Center for Dark Energy Biosphere Investigations) mit zahlreichen Einzelbeiträgen.

http://gfzpublic.gfz-potsdam.de/pubman/item/escidoc:76819/component/escidoc:76857/GFZ_syserde.02.02.1.pdf  
Die PDF-Datei gibt am Beispiel der Bohrungen am El’gygytgyn-Kratersee in der Arktis einen kurzen Überblick über die Forschungen der Geomikrobiologen des Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ Potsdam über die Tiefe Biosphäre.

https://www.researchgate.net/publication/227317156_Exploring_the_deep_biosphere 
Schon etwas älterer (2011), aber gut lesbarer „Einstieg“ in das Thema mit einem gewissen Schwerpunkt auf dem Energiestoffwechsel.

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fmicb.2015.00044/full
Wissenschaftliche Arbeit über ein philippinisches Projekt, bei dem an der Oberfläche austretendes Tiefenwasser auf Bakterien aus der tiefen Biosphäre untersucht wurde.
 
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3265032/
Übersichtsarbeit über die Erforschung der Tiefen marinen Biosphäre mit dem Titel Prospects for the Study of Evolution in the Deep Biosphere.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4162470/ 
Übersichtsarbeit über die Erforschung der Tiefen terrestrischen Biosphäre mit dem Titel Trends and future challenges in sampling the deep terrestrial biosphere.

http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fmicb.2013.00189/full 
Übersichtsarbeit über die verschiedenen Aspekte und Problemstellungen bei der Erforschung der Tiefen Biosphäre, wie Probennahme, Quantifizierung der Biomasse, DNA- und RNA-Gewinnung und -Klassifizierung, Aktivitätsmessung und Stoffwechselwege. wüha

wüha

   

 

Insekten als Lebensmittel und als Lieferanten von Nährstoffen

Neben der Honigbiene, die seit Jahrtausenden als Lieferant von Honig und Bienenwachs begehrt ist und deren Leistung als Bestäuber von Nutzpflanzen in unseren Tagen eine neue Wertschätzung erfährt, gibt es eine Fülle weiterer Insekten, die von unmittelbarem Nutzen für den Menschen sind. In vielen außereuropäischen Kulturen werden sie verzehrt, sie sind Lieferanten von Farbstoffen (u. a. Cochenilleschildlaus: Lebensmittelfarbstoff E 120) und von Naturmaterialien (Seidenspinner). In jüngster Zeit richtet sich das Augenmerk auch auf biotechnologisch gewinnbare Substanzen (vgl. Beitrag S. 169). Die folgenden Seiten beziehen sich auf die Nutzung von Insekten im Bereich Ernährung und der Lebensmittelindustrie.

http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/2016/160222_stellungnahme_sklm.pdf
Ausführliche Abhandlung der DFG zum Thema „Sicherheitsaspekte bei der Herstellung von Lebensmitteln und Lebensmittelinhaltsstoffen aus Insekten“ mit ausführlicher Einleitung zur derzeitigen Nutzung und zu Inhaltsstoffen. Endfassung vom 22. Februar 2016!

http://www.fao.org/docrep/017/i3246e/i3246e.pdf
Report der FAO mit dem Titel „Six-legged livestock: edible insect farming, collection and marketing in Thailand“, der das Thema mit Blick auf Thailand beleuchtet, wo Insekten traditionell gegessen und einige Arten (Grillen, Sagowürmer) auch in Farmen gezüchtet werden.

http://www.fao.org/docrep/018/i3253e/i3253e.pdf  – ebenfalls ein Bericht der FAO mit dem Titel „Edible insects: future prospects for food and feed security” der alle Aspekte des Themas beleuchtet.
http://www.fao.org/forestry/edibleinsects/en/
Internetauftritt der FAO mit zahlreichen Einzelbeiträgen, teilweise mit weiterführenden Links, darunter ein Video-Interview.

http://www.allaboutfeed.net/newproteins/insectmeal 
Privat betriebene Internetseite von Reed business information. Das Portal dreht sich primär Tierfuttermittel, bietet aber zum Thema „Insektenprotein“ Artikel von allgemeinem Interesse.

http://euleev.de/images/Beitraege/Fliegen_statt_Fleisch_2010_3-4.pdf
Etwas unorthodoxer, aber lesenswerter Beitrag zum Thema „Entomophagie“, der die industriemäßige Aufzucht von Insekten zur Lebensmittel- und Futterproduktion teilweise eher kritisch sieht. Herausgegeben vom Verein Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e. V.)

wüha/rd

   

 

Einblicke ins Reich der Mikroben

http://www.mikrobe-des-jahres.de/
Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e. V. (VAAM) hat sich mit ihrer 2014 gestarteten Aktion Mikrobe des Jahres zum Ziel gesetzt, Interesse für die Welt der Mikroorganismen zu wecken und die breite Öffentlichkeit über deren ökologische, biotechnologische und medizinische Bedeutung zu informieren. Verbunden damit ist ein Wettbewerb für Schüler und Studierende. Nach Nostoc und Rhizobium ist in diesem Jahr Streptomyces ausgewählt worden, eine Gattung Gram-positiver, zu den Actinobacteria gehörender Bakterien, die mit zahlreichen Arten in Böden allgegenwärtig ist. Mit ihren zahlreichen Enzymen vermögen sie u. a. Cellulose und Chitin zu spalten und spielen damit für die Mineralisierung organischer Stoffe und für die Humusbildung eine zentrale Rolle. Auch der typische Bodengeruch geht auf ihre Aktivität zurück. Von Streptomyces sind mehrere Tausend organische Moleküle bekannt, einige davon haben als Antibiotika, Fungizide, als Cytostatika und als Wirkstoff gegen Parasiten große Bedeutung erlangt. Auf Streptomyces gehen 70% der bekannten antibiotischen Wirkstoffe zurück! Dies und vieles mehr über die ausgewählte Mikrobengattung, aber auch über die mikrobiologische Forschung generell ist auf der Seite zu finden. Über Streptomyces informiert auch ein lesenswerter Beitrag im BIOspektrum, der Verbandszeitschrift der VAAM, von Prof. H. Engelhardt: http://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=1398568

http://www.micropia.nl/en/ 
Attraktive, zur Entdeckung einladende Seite von Micropia, dem ersten Museum für Mikrobiologie im Zentrum von Amsterdam. Das Museum versteht sich – nicht zuletzt durch die angegebene Internetseite – auch als Plattform für den Austausch von Wissenschaftlern und Laien und möchte den Blick auf die vielen positiven Aspekte der meist verborgenen Lebensformen lenken.

wüha/rd

   

 

Jubiläen der Wissenschaft 2016

1816

WERNER VON SIEMENS (1816–1892)

Werner von Siemens, am 13. Dezember 1916 als viertes Kind eines Gutspächters in Lehnte bei Hannover geboren, gilt als einer der größten Erfinder und Unternehmer seiner Zeit. Den Weg zur Wissenschaft fand Siemens, dem die wirtschaftliche Situation seines Elternhauses kein Studium erlaubte, über das Militär: Im Herbst 1835 wurde er als Offiziersanwärter der Artillerie für drei Jahre an die Berliner Artillerie- und Ingenieurschule kommandiert. Als Leutnant war er zunächst in Magdeburg, später in Wittenberg stationiert, wo er für eine Teilnahme als Sekundant bei einem Duell zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Diese Umstände nutzte er, indem er seine Festungszelle als Versuchslabor einrichtete und während seiner Haftzeit ein Verfahren zur elektrischen Galvanisierung entwickelte. 1842 begnadigt – übrigens gegen seinen Willen, da er um die Fortführung seiner wissenschaftlichen Arbeit bangte – blieb er beim Militär und widmete sich in seiner freien Zeit weiteren Erfindungen. Zu seinen größten Leistungen zählen die erstmalige wissenschaftliche Darstellung des dynamoelektrischen Prinzips und die daraus resultierende Konstruktion des ersten elektrischen Generators im Jahr 1866.
Doch nicht nur der Erfinder, auch der Mensch und Unternehmer Siemens setzte Maßstäbe. 1847 gründete er gemeinsam mit dem Mechaniker Johann Georg Halske ein Unternehmen, dessen Basis eine Weiterentwicklung des Zeigertelegrafen bildete. Auch um das Wohl seiner Mitarbeiter kümmerte er sich mit einem für seine Zeit außergewöhnlichen Engagement. So zahlte er erfolgsabhängige Prämien und Leistungen und gründete 1872 eine Pensions-, Witwen- und Waisenkasse. 1873 führte er eine tägliche Arbeitszeit von neun Stunden ein. In Anerkennung seiner Verdienste für Wissenschaft und Gesellschaft wurde Siemens 1888 von Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand erhoben.

http://www.deutsches-museum.de/archiv/
Zu den Meisterwerken der Technikgeschichte des Deutschen Museums gehören u.a. die Dynamomaschine und die erste elektrische Lokomotive von Werner von Siemens. Informationen über diese Objekte erhält man über die Suchfunktion (Eingabe: Werner von Siemens).

http://www.siemens.com/lebenserinnerungen/pdf/Siemens-Lebenserinnerungen.pdf
Die Erinnerungen von Werner von Siemens zählen zu den spannendsten und farbigsten Zeugnissen aus der Pionierzeit der Technik. Die hier vollständig einzusehende, reich bebilderte und von dem Wirtschaftshistoriker Wilfried Feldenkirchen (1947 – 2010) herausgegebene Edition folgt der ersten Auflage. Neben dem von W. v. Siemens verfassten Anhang zu den „Wissenschaftlichen Arbeiten“, enthält der Band zusätzliche Angaben zur Biographie und Texterläuterungen.

http://heureka-stories.de/Erfindungen/1879-Die-Elektrolokomotive/Die-ganze-Geschichte
Kurzbiographie über Siemens von Dipl.-Ing. Klaus Lüdtke (Berlin), der unter dem Titel „Heureka-Stories“ sich insbesondere an Jugendliche wendet, um sie Technik zu begeistern.
 

1716

GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ 81646–1716)

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz wurde nach heutigem Kalender am 1. Juli 1646 in Leipzig geboren. Leibniz beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Wissenschaftsgebieten, stets mit dem Bestreben, „universelle“ Regeln zu finden. Er war Philosoph, Mathematiker, Diplomat, Historiker in einer Person und gilt als einer der wichtigsten Vordenker der Aufklärung. Der Sohn eines Rechtsgelehrten begann im Jahr 1661 in seiner Heimatstadt ein Studium der Jurisprudenz, Philosophie und Mathematik; 1666 wurde er mit einem juristischen Thema zum Doktor promoviert. Heutzutage ist Leibniz vor allem als Philosoph (Monaden-Lehre) und Mathematiker in Erinnerung. Zu seinen bleibenden Leistungen auf dem Gebiet der Mathematik gehört die Entwicklung der Integral- und Differentialrechnung (parallel zu Newton) und des dualen Zahlensystems, das die Grundlage aller rechnergestützten Informationssysteme bildet. Berühmt wurde er auch durch den Bau der 1672 vollendeten Rechenmaschine mit Staffelwalze (die allerdings auf dem Dezimalsystem beruht). Leibniz starb am 14. November 1716 im Alter von 70 Jahren in Hannover.

http://www.leibnizcentral.de
LeibnizCentral ist ein Informations- und Forschungs-Portal, das von der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (GWLB)/ Niedersächsische Landesbibliothek Hannover betreut wird. Ziel ist es, den schriftlichen Nachlass von Leibniz, u. a. seine Arbeitsbibliothek und die rund 15 000 Briefe (Weltdokumenterbe der UNESCO) zu erschließen, wobei angestrebt ist, eine Verknüpfung mit sämtlichen Werkeditionen herzustellen. Für allgemein an Werk und Leben Interessierte gibt es eine virtuelle Ausstellung zu Leibniz’ Lebensstationen, einen virtuellen Stadtplan von Hannover (einst und jetzt) sowie Informationen zur berühmten Rechenmaschine, deren Funktionsweise erläutert und mit Videos zu den Grundrechenarten und dem Zehnerübertrag anschaulich gemacht wird. Zudem gibt es ein interaktives Modell.

http://www2.math.uni-wuppertal.de/~scholz/preprints/Leibniz.pdf 
Unter diesem Link macht der Mathematikprofessor Erhard Scholz seinen Aufsatz „Leibniz als Mathematiker“ zugänglich. Nach einer recht ausführlichen allgemeinen Biographie widmet sich der Beitrag dem Werdegang Leibniz‘ als Mathematiker.

http://www.oemg.ac.at/DK/Didaktikhefte/1993%20Band%2025%20Linz/Heuser1993.pdf 
Ein Dokument aus der „Schriftenreihe zur Didaktik der Mathematik der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft. Der von Harro Heuser (Karlsruhe) verfasste Text „Aus den Anfängen der Infinitesimalrechnung“ stellt Leibniz Beiträge in den historischen Kontext.

wüha/rd

   

 

Jubiläen der Wissenschaft 2016

1966

ERSTE WEICHE LANDUNG AUF DEM MOND

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen gelang es der Sowjetunion, am 3. Februar 1966 die Sonde Luna 9 auf dem Mond abzusetzen. Der Landeplatz lag im Oceanus Procellarum (Ozean der Stürme). Die Batterien des Landers reichten bis zum 6. Februar, lange genug, um die Strahlung auf der Mondoberfläche zu messen und die Daten zur Erde zu senden. Die Landung sowie die ersten vom Mond übermittelten Panoramabilder galten als weiterer Leistungsbeweis der sowjetischen Raumfahrt, die mit dem ersten künstlichen Satelliten (Sputnik 1957), dem ersten bemannten Raumschiff (Wostock, 1961) und den ersten Mondsonden (Lunik 1: erster Vorbeiflug am Mond; Lunik 2: harte Landung auf dem Mond, Lunik 3: erste Bilder der Mondrückseite, alle im Jahr 1959) Geschichte geschrieben hat.

http://nssdc.gsfc.nasa.gov/nmc/spacecraftDisplay.do
Seite des von der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA unterhaltenen National Space Science Data Center (NSCDC), die ausführlich über den Missionsverlauf informiert und knapp die Experimente nennt. Von Interesse sind Hinweise auf wissenschaftliche Publikationen.

http://www.bbc.co.uk/science/space/solarsystem/space_missions/luna_9#p005xg72
Die Seite der britischen BBC ermöglicht anhand von Archivmaterial eine Zeitreise in die Geschichte der Raumfahrt – 40 spektakuläre Missionen werden vorgestellt und aus späterer Perspektive bewertet, darunter auch Luna 9 und das gesamte Luna-Programm.


ERSTER FARBSTOFFLASER

Der Farbstofflaser wurde im Sommer 1966 fast zeitgleich, jedoch unabhängig voneinander, von Fritz Peter Schäfer (1931 – 2011, damals Assistent bei H. Kuhn in Marburg, später Direktor am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen) und Peter Sorokin (1931 – 2015, damals bei IBM) erfunden. P. Sorokin hatte seine Arbeit früher publizierte, setzte aber durch, dass die zunächst deswegen abgelehnte Arbeit Schäfers veröffentlicht wurde. Beim Farbstofflaser wird ein Fluoreszenzfarbstoff mit einem Rubinlaser angeregt. Das Fluoreszenzlicht wird dann an der Grenzfläche zwischen Gefäß und Luft zurückgespiegelt (gefangen), bis es selbst Laserstahlen aussendet. Mit dem Farbstofflaser steht Laserlicht verschiedener Wellenlänge zur Verfügung.

https://www.aip.org/history/acap/biographies/bio.jsp
Wissenschaftshistorische Seite des American Institute of Physics (AIP), die über zeitgenössische Physiker informiert und darüber hinaus Hintergrundinformationen zur Entdeckung des Lasers und seiner Funktionsweise enthält.

http://www.deutsches-museum-bonn.de
Das Deutsche Museum Bonn zeigt Exponate der zeitgenössischen Wissenschafts- und Technikgeschichte, wobei der Schwerpunkt auf Entwicklungen nach 1945 in Deutschland liegt. Über die Suchfunktion findet man das Exponat des ersten Farbstofflasers von Schäfer.

http://www.llg-ev.de
Seite des Laser-Laboratoriums Göttingen e. V., das F. P. Schäfer 1987 mitgründete. Es informiert über aktuelle, anwendungsbezogene Forschungen.

wüha/rd

   

 

Ethische Aspekte der therapeutischen Anwendung von Designer-Nucleasen
Designer-Nucleasen, Präzisionswerkzeuge der Molekularbiologie, erlauben, das Genom an kontrollierten Stellen zu verändern, ohne Fremd-DNA einzuführen (sog. Genom-Editing). Damit eröffnen sich völlig neue Perspektiven für die Grundlagenforschung und die Gentechnologie (s. NR 10/2014, S. 512), aber auch gesellschaftlich relevante Fragen zur Neubewertung des Begriffs „gentechnisch veränderter Organismus“ und zur Freiheit der Wissenschaft. Durch die nationale Gesetzgebung sind in Deutschland Veränderungen der Keimbahn bzw. die Verwendung veränderter Keimzellen zur Befruchtung generell untersagt. Studien aus China mit nicht entwicklungsfähigen menschlichen Embryonen zeigten, dass die Technik für die medizinische Anwendung noch nicht ausgereift ist, zugleich aber auch die Motivation besteht, die Methodik zu optimieren. Aufgrund dieser Entwicklung fordern Wissenschaftsakademien Moratorien für die angewandte Forschung. Risiken und Nutzen der Anwendung sowie ethische Gesichtspunkte werden auf wissenschaftlichen Tagungen im gesellschaftlichen Kontext diskutiert. Mitschnitte dieser Veranstaltungen sowie die Stellungnamen der Gremien sind online verfügbar.

www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2015_3Akad_Stellungnahme_Genome_Editing.pdf
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften stellen den Stand der Technik vor und weisen darauf hin, dass Genom-Editing ein „hohes wissenschaftliches Potential besitzt und in vielen Bereichen ethisch und rechtlich unbedenklich ist“, dass aber „sogar eine sehr gezielte Veränderung der genetischen Information in der menschlichen Keimbahn … unvorhersehbare Auswirkungen mit sich bringen (kann)“. Sie sprechen sich „im Hinblick auf sämtliche Formen der künstlichen Keimbahnintervention beim Menschen, bei der Veränderungen des Genoms an Nachkommen weitergegeben werden können, für ein internationales Moratorium aus, um offene Fragen transparent und kritisch zu diskutieren, den Nutzen und potentielle Risiken der Methoden beurteilen zu können und Empfehlungen für zukünftige Regelungen zu erarbeiten.“ Weitere Dokumente zu Gentechnik, Freiheit der Wissenschaft und Dual use-Problematik unter www.leopoldina.org/de/publikationen/empfehlungen-stellungnahmen .

www.gentechnologiebericht.de/bilder/BBAW_Genomchirurgie-beim-Menschen_PDF-A1b.pdf
Auch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften fordert ein Moratorium für die Keimbahn-Anwendung, erläutert Anwendungsperspektiven des Genom-Editing, die nationale Gesetzeslage sowie die Begründung des Verbots von Keimbahneingriffen und diskutiert ethische Kontroversen im Hinblick auf die Menschenwürde des ungeborenen Lebens, Aspekte der Eugenik sowie des gesellschaftlichen Umgangs mit behinderten Menschen.

www.ethikrat.org/veranstaltungen/weitere-veranstaltungen/globale-wissenschaft-globale-ethik
Bei der öffentlichen Tagung des Deutschen Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, „Globale Wissenschaft – Globale Ethik?“ wurde angesprochen, dass für eine somatische Therapie die Einschleusung der Werkzeuge in das Gros der Zellen eines Organs wie bei jeder anderen Therapie problematisch bleibt und dass ungeachtet der hohen Präzision der Methode Veränderungen außerhalb der Zielsequenz, sog. off-target-Effekte, möglich sind. Mit Bezug auf Berichte über Keimbahnmanipulationen an Hunden in China wird die Effizienz der Methode bei der Anwendung an Zygoten in Frage gestellt. Aus ethischer Sicht wurden unter anderem folgende Problemfelder diskutiert: Steigerung und Normierung physischer und psychischer Eigenschaften des Menschen; Dual use-Problematik; Grenzen zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung vor dem Hintergrund des klar formulierten Wunsches nach therapeutischer Anwendung; die Frage nach international gültigen ethischen Kriterien.

https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=0900001680458017
Das Bioethische Komitee des Europarats (DH-Bio) bezieht sich auf die Oviedo-Konvention über Menschenrechte und Biomedizin des Europarats, die Keimbahneingriffe für diagnostische und therapeutische Zwecke reglementiert.

www.nationalacademies.org/gene-editing/index.htm
Die Human Gene-Editing Initiative der National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine der USA soll wissenschaftliche, ethische, soziale und rechtliche Aspekte der Anwendung des Genom-Editing diskutieren und Empfehlungen für einen verantwortlichen Umgang mit der Technik ausarbeiten. Nach dem von den Wissenschaftsakademien der USA, UK und China ausgerichteten International Summit On Human Gene Editing nahmen die Organisatoren Stellung zu Risiken der Anwendung an der Keimbahn, möglichen sozialen Ungerechtigkeiten und Folgen für die Zukunft der menschlichen Evolution. Als Zielvorstellung formulieren sie die klinische Anwendung in der Keimbahn auf Basis künftiger wissenschaftlicher Erkenntnisse und Herstellung eines gesellschaftlichen Konsens. Sie schlagen vor, den Schutz des menschlichen Genoms als Allgemeingut durch internationale Gremien zu regeln. Als Grundlage für die Meinungsbildung und politische Entscheidungen soll eine Arbeitsgruppe von Experten, geführt von der Juristin und Ethikerin R. Alta Charo und dem Molekularbiologen Richard O. Hynes, bis Ende 2016 verständliche Richtlinien für Wissenschaftler, Ärzte, Politiker und die Öffentlichkeit ausarbeiten.

AHR

   

 

100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie
Kaum ein anderer Wissenschaftler hat das 20. Jahrhundert so geprägt und genießt darüber hinaus eine so ungebrochene und anhaltende Popularität wie Albert Einstein. Aus Anlass der vor 100 Jahren veröffentlichten Arbeiten zur Allgemeinen Relativitätstheorie geben wir Hinweise auf Internetseiten für Laien und Forstschritte.

http://www.einstein-online.info/einsteiger
Die Seite vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm/Potsdam bietet einen hervorragenden Einstieg rund um das Thema Relativitätstheorie (Einstein für Einsteiger – Vertiefungsthemen). Es geht um die Theorie und ihre (verblüffenden) Konsequenzen, offene Fragen und um praktische Anwendungen.

http://www.tempolimit-lichtgeschwindigkeit.de/
Die Effekte der Relativitätstheorie entsprechen nicht unserer Alltagsvorstellung – wohl aber können Visualisierungen dabei helfen, einen Eindruck zu gewinnen, wie fast lichtschnelle Objekte auf uns wirken können. Die von Prof. Dr. Ute Kraus und Dr. Corvin Zahn (Institut für Physik der Stiftung Universität Hildesheim) bietet eine Reihe von Simulationen zum Selbststudium.

http://www.weltderphysik.de/gebiet/theorie/albert-einstein-und-die-relativitaetstheorie/
Die Seite der Deutschen Physikalischen Gesellschaft bietet eine Übersicht von Beiträgen, die sie in den letzten Jahren rund um Einsteins Ideen und ihre experimentelle Überprüfung veröffentlicht hat und beleuchtet theoretische, angewandte und wissenschaftshistorische Aspekte.

http://www.leifiphysik.de/teilgebiete/relativitatstheorie
Dieses von den Lehrern Ernst Leither und Ulrich Finckh eingerichtete Internetportal (LEIFIphysik) bereitet verschiedene Themen aus dem Physikunterricht auf und wird seit dem Ausscheiden der Gründer aus dem Schuldienst von der Joachim Herz Stiftung (Hamburg) weitergeführt. Hervorragend geeignet für das Selbststudium, mit Aufgaben, Lösungswegen und Animationen.

http://homepage.univie.ac.at/franz.embacher/
Seite von Franz Embacher, Privatdozent an der Fakultät für Physik und Fakultät für Mathematik der Universität Wien, über Relativitätstheorie und Kosmologie, die sich vor allem an Schüler und Studenten richtet, mit vielen didaktischen Beispielen.

wüha/Rd

   

 

Rosetta-Mission
Mit der Mission der Weltraumsonde Rosetta, die ihre Landesonde Philae mitführte, hat die Europäische Raumfahrt-Organisation Geschichte geschrieben (vgl. S. 436). Auf ihrer Route zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko passierte Rosetta in einer Spiralbahn einmal den Mars und dreimal die Erde, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel machte. Die aufgeführten Internetseiten berichten detailliert über die Etappen der Mission und stellen die Instrumente vor. Es bleibt spannend, denn zum einen wird die Mission nicht wie ursprünglich vorgesehen im Dezember dieses Jahres, sondern wohl erst im September 2016 beendet. Zum anderen wird die Auswertung der Daten anhalten, so dass ein Blick ins Internet lohnt. Ob Rosetta am Ende selbst ein Landeversuch auf 67P durchgeführt wird, bleibt abzuwarten.

http://rosetta.esa.int/
Die Internet-Seite der projektleitenden European Space Agency (ESA) über die Rosetta-Mission ist die umfänglichste Informationsquelle und ist verlinkt mit den Projektpartnern, der amerikanischen (NASA) der französischen (CNES) und der italienischen (ASI) Raumfahrtagentur sowie dem DLR und dem MPS.

http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10394/
Nicht zuletzt weil die Landesonde Philae vom Kontrollzentrum in Köln gesteuert wurde, stand die Seite vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Mittelpunkt des Interesses. Das DLR leitete das internationale Konsortium zur Entwicklung und zum Bau von Philae und entwickelte maßgeblich drei Experimente (ORILS, SESAME, MUPUS). Die Seite stellt die Experimente von Rosetta und Philae vor und gibt eine Übersicht der an den Instrumenten beteiligten Forschungsinstitute der USA und der anderen europäischen Länder (Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Schweiz, Schweden, Ungarn)

http://www.mps.mpg.de/de/Rosetta
Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen (ehemals in Katlenburg-Lindau) hat weltweit den größten Anteil an den wissenschaftlichen Experimenten der Mission. Das Institut hat die wissenschaftliche Leitung des Kamerasystems OSIRIS und des Massenspektrometers COSIMA von Rosetta und des Massenspektrometers COSIMA an Bord der Landesonde Philae. Außerdem ist es an fünf weiteren Instrumenten (ROSINA, MIRO; CONSERT von Rosetta und DIM, ROMAP von Philae, vgl. S. 438) und der Konstruktion des Landers beteiligt. Die Internetseite bietet einen zeitlich geordneten Überblick über den Ablauf der Mission und stellt die Messinstrumente vor.

http://rosetta.jpl.nasa.gov/
Die Internet-Seite der NASA über die Rosetta-Mission stellt unter anderem den Beitrag der NASA an der Mission vor (Instrumente ALICE MIRO, IES) und ruft mit der Rosetta Ground-Based Campaign Amateurastronomen dazu auf, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zu beobachten.

http://www.ingenieur.de/content/search?SearchText=rosetta-mission
Internet-Seite des VDI-Verlags mit gut verständlichen Beiträgen zur Rosetta-Mission.

http://www.koerber-stiftung.de/mediathek/player/forscher-fragen-die-rosetta-mission.html
Die Seite enthält ein Interview mit Stephan Ulamec, Projektleiter beim Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt, zur Rosetta-Mission, das im Rahmen der Veranstaltung zum Schwerpunkt „Lust auf MINT!“ gehalten wurde.

wüha/Rd

   

 

Metrologie
Der Begriff Metrologie bezeichnet die Wissenschaft und die Technik des Messens. Eine ihrer Aufgaben ist es, Maße und Gewichte festzulegen und ihre Einhaltung zu kontrollieren, wofür in aller Regel staatliche Institutionen verantwortlich sind. Die Grundmaße wurden ursprünglich über definierte physische Körper festgelegt, die den verbindlichen Maßstab zur Eichung bildeten. Eleganter ist die Definition über Naturkonstanten, so dass man über einen an allen Orten gültigen Maßstab verfügt. Von den sieben Basisgrößen der Physik ist es einzig das Kilogramm, das noch über einen definierten Prototyp definiert ist, doch soll dieser bald überflüssig werden.

http://www.mmm.ethz.ch/dok01/d0000759.pdf
Mehrseitige Einführung in das Wesen der Metrologie; Autor ist Karl H. Ruhm, Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigung an der ETH Zürich.

https://www.euramet.org/ 
Die Organisation European Association of National Metrology Institutes, EURAMET, ist verantwortlich für die Ausarbeitung und Durchführung des European Metrology Research Programme (EMRP, Näheres unter http://www.emrponline.eu/) und das European Metrology Programme for Innovation and Research (EMPIR), das die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Metrologischen Instituten und wissenschaftlichen Institutionen sowie der Industrie fördern soll.
Unter https://www.euramet.org/publications-media-centre/documents-and-publications/metrology-in-short/ findet sich eine Einführung in die wissenschaftliche, industrielle und gesetzliche Metrologie.

https://www.ptb.de/cms/ 
Internetseite der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt PTB. Unter https://www.ptb.de/cms/fileadmin/internet/publikationen/masstaebe/Hefte_Komplett_PDF/mst12.pdf  findet sich ein allgemeinverständlicher Beitrag zum Avogadro-Projekt.

http://www.nist.gov/pml/newsletter/upload/Pratt_Revised_SI.pdf 
Seite des amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) mit einem ausführlichen Beitrag zu den theoretischen Grundlagen der Massebestimmung mittels Planck-Konstante und Watt-Waage.

wüha/Rd

   

 

New Horizons
Am 19. Januar 2006 startete die Raumsonde New Horizons auf ihren Flug zu Pluto und dem Kuipergürtel – einer Region am Rande unseres Sonnensystems, in welcher die Sternenkonstellation noch ähnlich jener bei der Entstehung des Sonnensystems ist. Mit der Entsendung der Raumsonde hofft man, neue Erkenntnisse über die Geologie, Zusammensetzung und Atmosphäre von Pluto und anderen Objekten des Kuipergürtels zu gewinnen.

http://www.nasa.gov/mission_pages/newhorizons/main/index.html
Die offizielle Seite der NASA über die New-Horizons-Expedition.

http://pluto.jhuapl.edu/ 
Gut aufbereitete und verständliche Internetseite von der John Hopkins University/Applied Physics Laboratory LLC; zusätzlich zu umfassenden Informationen über Mission, Flugroute etc. findet man z. B. im „News Center“ unter „Science shorts“ kurze Beiträge von am Projekt beteiligten Wissenschaftlern.
 

wüha/Rd

   

 

Vulkane und Vulkanismus
Der Vulkanismus gehört zu den faszinierendsten Themen der Geowissenschaften, nicht nur, weil sich damit eindrückliche Naturphänomene verbinden, sondern weil er auf vielfältigste Weise in die Biosphäre und damit auch in das Leben der Menschheit hineinwirkt.

http://www.eskp.de/
Wissensplattform „Erde und Umwelt – Earth System Knowledge Platform (ESKP)“ nennt sich die Seite des Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, an dem acht andere Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft mitwirken.
Zu den Themen gehört auch der Vulkanismus (unter Naturgefahren), über den fundiertes Grundwissen vermittelt wird. Interessant sind didaktisch aufbereitete Schautafeln etwa zu den Vorgängen der Plattentektonik und Kartenmaterial von Erdbebenregionen zum Herunterladen. Die Seite ist hervorragend geeignet zum Selbststudium und zur Recherche und vermittelt einen Eindruck von den aktuellen Forschungsaktivitäten der angeschlossenen Forschungsinstitutionen.

http://www.bgs.ac.uk/discoveringGeology/hazards/volcanoes/home.html
Seite des British Geological Survey (BGS), des geologischen Dienstes des Vereinigten Königreichs, zu dessen öffentlichen Aufgaben es u. a. gehört, über Naturgefahren zu informieren. Die Seite über Vulkanismus informiert allgemein über die spezifischen Risiken und dokumentiert die Aktivitäten des BGS. Im Hinblick auf mögliche vulkanische Aktivitäten auf Island wird mit dem dortigen Institute of Earth Sciences (http://earthice.hi.is) eng kooperiert und die Bevölkerung dazu aufgerufen, im Falle eines Ausbruchs an der Datenerhebung mitzuwirken.

http://volcano.si.edu/
Seite der Smithsonian Institution, die von internationalen, mit der Erforschung des Vulkanismus befassten Institutionen beauftragt wurde, mit dem Global Volcanism Program (GVP) sämtliche Vulkane dieser Welt zu dokumentieren und Informationen über vulkanische Aktivitäten zugänglich zu machen. Zur genauen Identifizierung werden u. a. verbindliche Vulkan-Nummern vergeben. Die Seite ermöglicht den Zugriff auf eine umfängliche Datenbank, in der man Informationen über aktuelle seismische Aktivitäten, Ausbrüche, Geologie und die geomorphologische Charakteristik von 1556 Vulkanen erhalten kann. Berücksichtigung fanden die Vulkane aus dem Holozän. Ferner informiert die Seite lehrbuchartig über Vulkantypen und erläutert Fachbegriffe.

http://timmsrc.uni-tuebingen.de/Player/PlayerFlow/UT_20121126_001_erdeb_0001
Vorlesung von Prof. Dr. Hartmut Seyfried zum Thema Dynamik der Erde – ein Angebot des Tübinger Internet Multimedia Server (timms), geeignet zur Nacharbeit, aber auch für das Selbststudium.

http://www.swisseduc.ch/stromboli/index-de.html
Seite des Projekts Stromboli online, das eine Fülle von Unterrichtsmaterialien zum Thema Vulkanismus bereithält und viele Anregungen für den Schulalltag bietet. Die Seite wird von engagierten Lehrern, Forschern, Hochschullehrern gestaltet, die Bilder wurden vorwiegend von den Beteiligten selbst erstellt.
 

wüha/Rd

   

 

Steinkohlenbergbau in Deutschland

In Verbindung zum Beitrag über den Steinkohlenbergbau weisen wir auf einige Internetseiten von Geschichtsvereinen und Bergwerken hin, die vielfältige Informationen und zu den historischen, geowissenschaftlichen, technischen und sozialen Aspekten des Bergbaus geben.

http://www.aachener-geschichtsverein.de/Online-Beitraege/glueck-auf-das-aachener-steinkohlenrevier
Der 1879 gegründete Verein ist der Regionalgeschichte gewidmet und enthält eine Reihe von Online-Beiträgen zum Aachener Steinkohlenrevier samt Bildern und Karten und gibt Hinweise auf weiterführende Literaturhinweise und Besichtigungsmöglichkeiten in der Region.
http://www.bergbaumuseum.de/index.php/de/ 
Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) ist eines der bedeutendsten Bergbaumuseen der Welt und zugleich ein Forschungsinstitut für Montangeschichte. Es vermittelt einen umfangreichen Einblick in den weltweiten Bergbau auf alle Bodenschätze von vorgeschichtlicher Zeit bis heute. Von besonderem Interesse sind die Informationen zur Archäometallurgie, Bergbaugeschichte und Materialkunde, die Einblick aktuelle Forschungsprojekte geben.

http://www.harzlife.de/extra/rabensteiner_stollen.html 
http://www.rabensteiner-stollen.de/28-0-Geschichte.html
Im Harz wurden nicht nur die verschiedensten Erze abgebaut, sondern an einigen Stellen auch Steinkohle. Eines dieser ehemaligen Kohlebergwerke ist der Rabensteiner Stollen bei Ilfeld (Ortsteil Netzkater) im Südharz. Über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren wurde hier bis 1949 Steinkohle gefördert, vorwiegend für den lokalen Bedarf. Mehr als drei Jahrzehnte später wurde der Rabensteiner Stollen zu einem Besucherbergwerk umgebaut.

http://www.harzlife.de/tip/19-lachter-stollen.html
Der 19-Lachter-Stollen ist ein ehemaliger Wasserlösungsstollen (Entwässerungsstollen) im Oberharz und gibt Einblick in das generelle Problem der Wasserführung im Bergwerksbetrieb. In diesem Fall diente der Wasserlösungsstollen dazu, das Grundwasser aus höher gelegenen Erzgruben abzuleiten.

wüha

   

 

Citizen Science

Der Begriff „Citizen Science” (vgl. NR 3/2015, S. 165) bezeichnet nicht allein Forschung, die Einzelpersonen auf privater Ebene betreiben, sondern auch Forschung unter Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit. Entsprechend wird diese Form der Wissenschaft im Englischen auch als „public participation in scientific research“ bezeichnet. Ihre besonderen Stärken liegen darin, dass aufgrund der hohen Teilnehmerzahl Daten in einem Umfang und über einen Zeitraum gesammelt werden können, wie es andernfalls nicht möglich wäre, und dass die von keinem Computersystem erreichte menschliche Kreativität in nie dagewesener Weise ausgeschöpft werden kann. Ein Beispiel hierfür ist das Onlinespiel foldit, entwickelt von der University of Washington, bei dem die Teilnehmer Proteine falten können.
Die Bandbreite der Projekte ist enorm, selbst durch organisiertes „Nichtstun“ kann man der Wissenschaft nützen: Beim Projekt Einstein@Home stellen Privatleute den Forschern freie Rechnerzeit ihrer Computer zur Verfügung. Ein Programm nutzt diese, um Daten von Weltraumteleskopen auf Gravitationswellen auszuwerten und so nach Himmelskörpern zu suchen.

http://www.buergerschaffenwissen.de/
Auf dieser Seite finden sich (fast?) alle deutschen Citizen Science-Projekte. Nach Interessenschwerpunkt und Standort kann eine Vorauswahl getroffen werden. Angeboten werden auch geisteswissenschaftliche Projekte. Bürger schaffen wissen ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin. Es wird vom BMBF und dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft gefördert.

https://www.zooniverse.org/?lang=de
Das englischsprachige Pendant der obigen Seite: Hier finden sich Citizen Science-Projekte aus allen Bereichen der Naturwissenschaften. Das Portal wendet sich ausdrücklich an Interessierte weltweit, daher gibt es auch eine (etwas holprige) deutsche Version.

http://scistarter.com/topic/17-Biology
Obwohl überwiegen für den US-amerikanischen Raum konzipiert, finden sich auch hier einige Projekte, die für Teilnehmer weltweit interessant sind.

http://www.citizen-science-germany.de/citizen_science_germany_dossier/Citizen_Science_Germany_Dossier.html#p=1
Unter dieser Adresse erhält man Zugang zu einem Online-Magazin, das einen Überblick über das Thema bietet und in dem einige deutsche Projekte vorgestellt werden. Das Magazin kann ausgedruckt werden, in die Online-Version sind zudem kurze Info-Filme eingebettet.

http://ecsa.citizen-science.net/
Internetseite der European Citizen Science Association (ECSA) , einem Verein zur Förderung von Citizen Science, dem Organisationen von EU-Staaten angehören wie das Museum für Naturkunde Berlin (zugleich Sitz der Organisation) und das Natural History Museum London. Darüber hinaus kooperiert ECSA mit 31 Organisationen (darunter Universitäten, Museen, Umweltschutzagenturen).

wüha

   

 

Jahrestage der Wissenschaft


1915

Eröffnung des Panamakanals

Von 1904 bis 1914 wurde (nachdem ein französischer Versuch gescheitert war) der Panamakanal nach Plänen von Ingenieuren der US-Army gebaut; im September 1915 folgte die Eröffnung. Er bedeutete einen ähnlich tiefgreifenden Einschnitt in die marine Biosphäre wie der seit 1869 bestehende Suezkanal zwischen dem Mittelmeer und dem Roten Meer. Zur Dokumentation der absehbaren Veränderungen wurde zwischen 1910 bis 1912 unter Federführung des Smithonian National Museum of Natural History eine faunistische und floristische Bestandsaufnahme durchgeführt, die ganz Panama einbezog. Die gewonnenen Daten sind damit eine wertvolle Grundlage für die Abschätzung von Langzeitfolgen des Bauprojekts sowie auch allgemein zur Wahrnehmung langfristiger Veränderungen in der Biosphäre.

http://www.mnh.si.edu/onehundredyears/expeditions/Panama.html 
Diese Seite der Smithonian Istitutiongibt Einblick in die Planungen der Bestandsaufnahme und ermöglicht, verschiedene Monographien in der Biodiversity Heritage Library einzusehen. Darunter sind auch ältere sowie jüngere Werke, die nicht im Zusammenhang mit dem Bauprojekt entstanden sind.

http://exhibits.uflib.ufl.edu/canal100/index.html
Virtuelle Ausstellung mit historischen Photographien über den Bau des Panama-Kanals sowie seiner Auswirkungen auf das Leben und die Wahrnehmung der Menschen, erstellt von der University of Florida, die sich an dem online-Ausstellungsprojekt Panama Canal Centennial exhibition beteiligt.
 

100. Todestag von Alois Alzheimer

Mit der Beschreibung des Krankheitsverlaufs der Patientin Auguste Deter, die mit nur 51 Jahren von der „Krankheit des Vergessens“ heimgesuchte wurde, und der mikroanatomischen Untersuchung ihres Gehirns schrieb der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer (14. Juni 1864 – 19. Dez. 1915) Wissenschaftsgeschichte. Die Patientin wurde ab 1901 in Frankfurt a. M. von Alzheimer behandelt, und auch nach seiner Umsiedlung nach Heidelberg und München (als Assistent des Psychiaters Emil Kraepelin) blieb er in Kontakt mit der Frankfurter Klinik. Nach dem Tod A. Deters (1906) untersuchte er ihr Gehirn und entdeckte die vermuteten neuropathologischen Veränderungen, die heute als Alzheimer-Plaques bekannt sind. Zuvor hatte er bereits Patienten mit vergleichbaren Symptomen behandelt, die allerdings durchweg älter waren.

http://www.alzforum.org/papers/uber-eine-eigenartige-erkrankung-der-hirnrinde 
Alzheimers Bericht über die Erkrankung der Auguste Deter: Über eine eigenartige Erkrankung der Hirnrinde. Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychisch-gerichtliche Medizin 64, 146 (1907).

http://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=1022045

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3181715/ 
Allgemeinverständliche Artikel über Alzheimers Leben und Wirken.
 

1865

Mendels Versuche über Pflanzen-Hybriden

Der Augustinermönch und Naturforscher Gregor Mendel stellte die Ergebnisse seiner Kreuzungsversuche erstmals 1865 im Naturforschenden Verein in Brünn vor.

http://www.mendelweb.org/MWpaptoc.html 
Text der 1865 in den Sitzungen des Vereins am 8. Februar und 8. März vorgestellten Originalarbeit.

http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/bio_pharm/ag_didaktik/genos06_mendel.pdf 

http://www.uni-jena.de/unijenamedia/Downloads/faculties/bio_pharm/ag_didaktik/Biospektrum_Mendel.pdf
Würdigung von Werk und Leben Gregor Mendels vom Wissenschaftsjournalisten Tim Schröder mit einer Vorstellung des Projekts „Mendelismus und Genetik in Böhmen und Mähren von 1900 – 1930“ an der Universität Jena (Uwe Hoßfeld, Olaf Breidbach).

http://agridr.in/tnauEAgri/eagri50/GBPR111/lec02.pdf 
Ausführliche Abhandlung über die Mendelschen Regeln bis hin zu den verschiedenen Theorien über die Entstehung von Leben.
 

wüha/Rd

   

 

Jahrestage der Wissenschaft 1965


Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung

Vor 50 Jahren entdeckten die Radiophysiker Arno Penzias (*1933) und Robert Woodrow Wilson (*1936) durch einen Zufall die kosmische Hintergrundstrahlung. Beide führten damals als Mitarbeiter der Bell Laboratories in Holmdel (New Jersey) Experimente zur passiven Satellitenkommunikation durch. Im Rahmen des Project Echo war hierfür 1964 der Satellit Echo 2 in eine Erdumlaufbahn gebracht worden, ein in seiner Umlaufbahn auf 41 m Durchmesser aufgeblasener Ballon, dessen aluminiumbeschichtete Oberfläche als Reflektor diente. Bei der Eichung ihrer Mikrowellenantenne machten sich für Penzias und Wilson unerklärliche Störgeräusche bemerkbar, in denen ihr Kollege Robert Henry Dicke (1916 – 1997) von der Princeton University die lange gesuchte kosmische Hintergrundstrahlung erkannte. 1978 wurden Penzias und Wilson mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

www.aip.org/history/acap/biographies
ACAP – Array of Contemporary American Physicists – ist eine ausgezeichnete Quelle für biographische Recherchen, die neben einem knappen wissenschaftlichen Werdegang auf Webseiten von Institutionen führt, mit denen die Personen verbunden sind. Ein Besonderheit sind Dokumente der Oral history: Transkriptionen von Interviews.

http://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/kosmologie/die-kosmische-hintergrundstrahlung/
Einführende Übersicht zur kosmischen Hintergrundstrahlung, verfasst von Klaas S. de Boer (Prof. em. Argelander Institut für Astronomie der Universität Bonn).

http://www.mpifr-bonn.mpg.de/412991/bjoern_eric_reitz_b
Knappe Einführung zum Thema kosmische Hintergrundstrahlung, betreut vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie.
 

Bestimmung der Rotationszeit des Merkur

Seit Giovanni Schiaparelli (1889) hatte man angenommen, dass Merkur, der sonnennächste Planet, eine gebundene Rotation durchlaufe, der Sonne also immer dieselbe Seite zukehre. Ferner nahm man an, dass seine Rotationsperiode 88 Tage dauert. Erst Radaruntersuchungen zum Dopplereffekt am Arecibo Observatorium ermöglichten, Merkurs Rotation genau zu bestimmen. Die Rotationsperiode von Merkur liegt bei knapp 59 Tagen, und er dreht sich während zweier Umläufe um die Sonne exakt dreimal um seine eigene Achse (sog. gebrochen-gebundene Rotation).

http://www.naic.edu/public/
Offizielle Seite des 1963 eingeweihten US-amerikanischen Observatoriums auf der Karibikinsel Puerto Rico, das das weltweit zweitgrößte Radioteleskop betreibt.

 

http://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/
Seite des National Space Science Center der NASA, die zahlreiche Informationen über die Planeten und Planetenmissionen erschließt.
 

wüha/Rd

   

 

Wissenschaftsjahr 2015

http://www.digital-ist.de/wissenschaftsjahr-2015.html 

http://www.bmbf.de/de/25388.php

Das vom Bundesministerium für ­Forschung und Bildung und der Gesellschaft Wissenschaft im Dialog initiierte Wissenschaftsjahr widmet sich dem Thema Zukunftsstadt. Damit wird einmal mehr ein disziplinübergreifendes Thema in den Mittelpunkt gestellt, das Naturwissenschaft, Technik, aber auch Geistes- und Sozialwissenschaften einbezieht.
Städten kommt als Lebensort der Gegenwart und Werkstätte der Zukunft eine Schlüsselrolle zu: Zwei von drei Menschen leben in Deutschland im urbanen Raum, in dem drei Viertel der Energie verbraucht und rund 70% der von Menschen erzeugten Treibhausgase emittiert werden. Städte sind Motoren gesellschaftlicher Entwicklungen, die die Menschen mit den Herausforderungen modernen Lebens konfrontieren, ihnen aber auch Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Mit dem Wissenschaftsjahr soll vermittelt werden, welche Möglichkeiten Wissenschaft und Forschung zur Lösung lokaler Probleme bieten. Es widmet sich den großen Themen Energiesicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung Mobilität, Gesundheit, Zuwanderung und demographischer Wandel und zielt darauf ab, lokale Initiativen zur Gestaltung lebenswerter Städte zu unterstützen. Der Werkstattcharakter kommt auch auf den genannten Internetseiten zum Ausdruck: Ausdrücklich wird zum Mitmachen und Mitgestalten aufgerufen.
 

Rd

   

 

Präventive Medizin

Ziel der präventiven Medizin ist es, individuelle Krankheitsrisiken zu analysieren, um ihnen möglichst initial durch gesundheitsförderndes Verhalten zu begegnen. Entsprechend richtet sich die Primärprävention an gesunde Menschen, bei der Sekundärprävention geht es darum, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, um eine Progredienz zu verhindern, bei der Tertiärprävention schließlich den weiteren Verlauf der Krankheit zu verlangsamen und Komplikationen und Folgeerkrankungen zu verhindern. Das in dem Beitrag über Perinatale Programmierung (S. 612) vorgestellte Konzept der Vegetativen Prägung verlegt die Primärprävention bereits in die perinatale Phase.

http://perinatal-programming.charite.de 
Die Seite der Charité, auf der das Forschungskonzept und laufende Projekte der Arbeitsgruppe unseres Autors vorgestellt werden. Unter den Publikationen finden sich einige allgemein interessierende Übersichtsarbeiten, u. a. von Schellong et al.: Geburtsgewicht, Gestationsdiabetes und perinatale Programmierung (2009). Ferner gibt es Links zu themenbezogenen Internetseiten.

http://www.pebonline.de
http://www.pebonline.de/uploads/tx_ernaehrungundbewegung/peb-Transfer_03_2013.pdf
Plattform Ernährung und Bewegung e. V. (peb) gibt vierteljährlich unter „Wissens­transfer“ Übersichten zu aktuellen Themen. Unter Medien → peb-transfer finden sich Beiträge zum Herunterladen, u. a. „Perinatale Programmierung und langfristiges Übergewichtsrisiko“ von Katja Aue (peb) und Ulrike Kosten-Reck (Universitätsklinikum Freiburg).

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc 
PubMed Central (PMC) ist ein Volltext-Archiv für biomedizinische Arbeiten, die von der US National Library of Medicine/National Institutes of Health betrieben wird. Die Seite ist von generellem Interesse, um Originalarbeiten einzusehen. Rd
 

Rd

   

 

100. Geburtstag Otto Koenig

Am 23. Oktober 2014 wäre der österreichische Tierphotograph und -filmer, Verhaltensforscher und Naturschützer Otto Koenig 100 Jahre alt geworden. Koenig, der nie ein reguläres Studium absolvierte, zeigte schon als Kind ein hohes Interesse an Naturwissenschaften, insbesondere an der Zoologie. Entsprechend begann seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Tierphotographen. Maßgeblich für den weiteren Werdegang Koenigs war die Begegnung mit Konrad Lorenz in den 1930er Jahren, der sein Interesse auf die Verhaltensforschung lenkte. Auch der Natur- und Tierschutz waren für Koenig wichtige Anliegen, für die er sich zeitlebens einsetzte. Darüber hinaus begründete er das Forschungsfeld der Kulturethologie, indem er u. a. anhand von Uniformen zeigte, dass viele kulturelle Entwicklungen ganz ähnlichen Regeln folgen wie die biologische Evolution. Unterstützt wurde er in all seinen Projekten durch seine Frau, die Graphikerin Lilli Koenig (geb. Frischauf), mit der er 1945 die Biologische Station Wilhelminenberg gegründet hat. Diese Station war bis Konrad Lorenz‘ Rückkehr aus der Gefangenschaft Keimzelle der ethologischen Forschung in Österreich. Zu Koenigs frühem Schülerkreis gehörten Irenäus Eibl-Eibesfeldt und Wolfgang Schleidt. 1958 kam der Wilhelminenberg unter das Protektorat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und wurde ihr 1967 als Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaft angegliedert; 1989 folgte die Umbenennung in Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV). Nach seinem Ausscheiden (1984) bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1992 leitete Koenig das Institut für angewandte Öko-Ethologie, das er 1982 als Zweiginstitut des Wilhelminenberg gegründet hatte.

http://www.voeu.co.at/de/media/Otto_Koenig_Biografie.pdf
Eine vom Verein für Ökologie und Umweltforschung herausgegebene umfassende Biographie mit zahlreichen Bildern aus dem Privatarchiv (Nachlass Koenig),einer Übersicht der Publikationen, Vorträge und wissenschaftlichen Filme von Otto Koenig und zahlreichen Zeugnissen von Schülern und Wegbegleitern.

http://kulturetho.ruso.at
Diese Seite des Vorsitzenden der Otto Koenig Gesellschaft, Bernhardt Ruso, stellt den Forschungszweig der „Kulturethologie“ vor.

http://www.mediathek.at
Die vom Technischen Museum Wien mit der Österreichischen Mediathek betriebene Seite enthält sieben Audiodateien mit Radiointerviews (Eingabe: Otto Koenig); der Suchbegriff „biologische Station“ liefert ein Interview (33 Jahre Biologische Station Wilhelminenberg).
 

wüha

   

 

Das Gehirn und seine Leistungen

In Ergänzung zu unserem kognitionswissenschaftlichen Beitrag auf S. 501 weisen wir auf folgende Seite hin:

http://www.dasgehirn.info 
Gemäß dem Untertitel dieses Informationsportals „Der Kosmos im Kopf“ werden die Funktionen des Gehirns und seine Bedeutung für das Fühlen, Denken und Handeln umfassend und spannend dargestellt. Es handelt sich um ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung (http://www.ghst.de) sowie der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft e.V. (http://nwg.glia.mdc-berlin.de ) und wird in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (Karlsruhe) gestaltet. Das vielköpfige Redaktionsteam wird dabei von einer Reihe renommierter Forscher unterstützt.
Rund um die sog. Themenwelten Wahrnehmen – Denken – Handeln und Entdecken gibt es Textbeiträge, lexikalische Informationen, Interviews und Videos. Über die Suchfunktion kann man im Portal auch nach Belieben auf Entdeckungsreise gehen oder sich eine Übersicht über Hirnforschung in Deutschland verschaffen. Eine Besonderheit ist eine interaktive 3D-Darstellung des Gehirns: Hier kann man anatomische Strukturen suchen und z. T. in verschiedener Ansicht studieren. Ferner besteht die Möglichkeit, spezielle Funktionen abzufragen, wie Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen. Je nach Wunsch erhält man dann jeweils zusätzliche Informationen in Bild oder Text. Die Seite ist eine Fundgrube und erschießt das komplexe Thema auf eine Weise, die Laien wie Wissenschaftler gleichermaßen anspricht und anschaulich vermittelt, wie viele Bezüge die Hirnforschung zu unserem Alltagsleben hat.
 

Rd

   

 

Ebola- Virus

Im März dieses Jahres wurde in Westafrika erstmals seit zwei Jahren wieder von einer Infektion mit dem hoch pathogenen Ebola-Virus berichtet. Mittlerweile hat die Epidemie verheerende Ausmaße angenommen, so dass sie von der UN als Gefährdung des Weltfriedens eingeschätzt wird. Seinen Namen hat das Virus von dem Ebola-Fluss in Kongo, in dessen Nähe 1976 erstmals Infektionen bekannt wurden.

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola-Virus.html
Das Robert-Koch-Institut (RKI), als Bundesinstitut dem Gesundheitsministe­rium unterstellt, ist in Deutschland die zentrale Einrichtung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention sowie der anwendungsbezogenen biomedizinischen Forschung. Die Seite richtet sich gleichermaßen an interessierte Bürger wie Praktiker des Gesundheitswesens. So gibt es grundlegende Informationen über das Virus sowie Hilfestellungen zum Umgang mit Ebolafieber-Verdachtsfällen. Interessant ist u.a. ein interaktives Tool, um das Ebola-Importrisiko durch den internationalen Flugverkehr abzuschätzen.

www.cdc.gov/vhf/ebola
Aktuelle Informationen der US-amerikanischen Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) über Ebola mit ausführlichen Erläuterungen zu Krankheitssymptomen, Übertragungswegen, Präventionsmaßnahmen und mögliche Behandlungen. Entsprechend ihres Auftrags, die Bürger vor Infektionen zu schützen, gibt die Seite unter „Questions and Answers on Ebola“ Hinweise für Reisende und die mögliche medizinische Versorgung in den USA. Aufschlussreich ist auch eine Übersicht der bisherigen Ebola-Epidemien mit Fallzahlen, die zugleich zur Fachliteratur führt, darunter die folgend aufgeführte Studie.
 
http://whqlibdoc.who.int/bulletin/1978/Vol56-No2/bulletin_1978_56%282%29_271-293.pdf
Report einer internationalen Kommission zur ersten Ebola-Epidemie (vom 1. September 1976 bis 28. Januar 1977) in Zaire, heute Demokratische Republik Kongo. Der Bericht enthält eine Chronologie der Epidemie, schildert Krankheitsverläufe, beschreibt Symptome, geht auf die Infektionswege ein und schließt mit gesundheitspolitischen Empfehlungen. Damals waren 318 Personen infiziert worden, von denen 280 starben.

http://healthmap.org/en/
Diese Seite wurde 2006 von einem Team von Wissenschaftlern und Softwarespezialisten des Boston Children’s Hospital entwickelt. Ziel ist es, eine aktuelle, für jeden zugängliche und verständliche weltweite Übersicht aller Infektionskrankheiten und möglicher gesundheitlicher Gefahren zu geben. Hier findet man offizielle Gesundheitsberichte, Expertengespräche, Interviews und Augenzeugenberichte.
 

Rd

   

 

EMBO- und EMBL-Jubiläum

Die Molekularbiologen feiern dieses Jahr ein Doppeljubiläum: Vor 50 Jahren wurde die EMBO – European Molecular Biology Organization gegründet, 10 Jahre später folgte die Gründung des EMBL – Europaen Molecular Biology Laboratory.
Vorbild der Gründungen war das Europäische Kernforschungszentrum CERN in Genf, das die Leistungsfähigkeit supranationaler Großforschungseinrichtungen demonstriert hatte und das ein Gegengewicht und eine Ergänzung zu der US-amerikanischen Forschung bildete. Die Gründung des EMBO fiel in eine Zeit, in der mit der Herausbildung der Molekularbiologie und den Fortschritten in der Genetik eine alle biologische Disziplinen umfassende Grundlagenforschung möglich geworden war.

http://www.embo.org/anniversary
Im Mittelpunkt der Jubiläumsseite des EMBO steht eine Chronologie der Ereignisse – von dem legendären Treffen der kurz zuvor mit dem Nobelpreis geehrten Molekularbiologen Johnson Kendrew und James D. Watson (Dez. 1962) mit dem Physiker und CERN-Direktor Victor Weisskopf in Genf, bei dem erstmals über die Gründung einer europäischen, international ausgerichteten Einrichtung gesprochen wurde, über die Gründung der EMBO als nicht-profitorientierte Organisation in Genf (1964) und die allmähliche Etablierung als einer weltweit vernetzten europäischen Forschungsorganisation mit eigenen Organisationsstrukturen, Stipendienprogrammen und Publikationsorganen. In der Gründungsphase wurde die EMBO entscheidend von der Volkswagen Stiftung unterstützt. Seit 1969 wird sie im Wesentlichen von der European Molecular Biology Conference (EMBC) finanziert, einer internationalen Organisation, der 27 Staaten angehören.

http://www.embl.de/aboutus/index.html
Mit der Unterzeichnung des Gründungsvertrags des EMBL im Juli 1974 durch 9 europäische Staaten und Israel verwirklichte die EMBC eines ihrer zentralen Ziele, Laboratorien der molekularbiologischen Grundlagenforschung zu schaffen. Hauptinstitut ist Heidelberg (1975), weitere Einrichtungen sind das EMBL European Bioinformatics Institute (EBI) in Hinxton bei Oxford (1997), das EMBL Grenoble (Strukturbiologie, am Institut Laue-Langewin, 1976), das EMBL Hamburg (Strukturbiologie, am DESY, 1975) und das EMBL Monterotondo (Italien, Mausbiologie, seit 1999). Finanziert wird die Forschung von den jetzt 21 Mitgliedsstaaten und zwei assoziierten Mitgliedern (Argentinien und Australien).
 

Rd

   

 

Nobelpreisträgertreffen in Lindau

http://www.lindau-nobel.org
Vom 29. Juni bis 4. Juli fand das 64. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau statt, an dem 38 Laureaten und rund 600 junge Wissenschaftler aus mehr als 80 Ländern teilnahmen. Die von dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau und der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen verantwortete Internetseite gibt einen lebendigen Einblick in die Geschichte der Tagungen und ermöglicht allen Interessierten, sich ein eigenes Bild von den Treffen zu machen.
Herzstück der Seite ist unzweifelhaft die vor zwei Jahren eingerichtete Lindau Mediatheque, die einen Überblick über sämtliche seit 1951 abgehaltene Treffen gibt, zu denen ab 2004 auch die in zwei- bis dreijährigem Abstand abgehaltenen Treffen der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften gekommen sind. Einzigartig sind die über 300 Mitschnitte – seien es Tonbandaufzeichnungen der früheren Tagungen, seien es die Videos der jüngeren Zeit. Auf diese Weise erlebt man die Laureaten in Einzelvorträgen sowie in Diskussionsrunden über aktuelle Themen (u. a. Biomedizin der Zukunft, Klimawandel und Energie, Umgang mit „Big Data‘). Ein Highlight ist die Lindauer Veranstaltung vom 4. Juli 2012, an der die Nobelpreisträger Carlo Rubbia, David Gross, Martinus Veltmann, George Smoot mit Studenten und mit life zugeschalteten Wissenschaftlern des CERN über den gerade verkündeten (wahrscheinlichen) Nachweis des lange vorhergesagten Higgs-Boson diskutierten.
Sehr persönliche Einblicke geben die von dem Photographen Volker Steger geschaffenen Beiträge Nobel Labs 360°. Hier stellen sich die Laureaten vor, und der Betrachter hat die Möglichkeit, nach Belieben Hintergrundinformationen und Wortmeldungen von Mitarbeitern abzurufen. (Von V. Steger stammen auch die bekannten Photographien, auf denen sich die Nobelpreisträger mit einer Skizze vorstellen). Ferner enthält die Mediatheque Mini Lectures, didaktisch aufbereitete, z. T. auch deutschsprachige Einführungen in Grundlagenforschung und gesellschaftlich relevante Themen (X-Ray Crystallography, Carbon, Small Molecules, Environmental Protection, Krebs, Arbeitsmärkte u. a.). Diese inhaltsreichen Beiträge eigenen sich hervorragend als Einführung und Ergänzungen für den schulischen Unterricht. Sie zeichnen die Entwicklung von Fragestellungen und Methoden nach und zeigen in einem großen Zusammenhang den Beitrag verschiedener Nobelpreisträger auf. Nicht zuletzt ist auf den Lindau-Blog hinzuweisen, in dem Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten zu Wort kommen und zu Wortmeldungen einladen.
So ermöglicht die Seite einem großen Interessentenkreis, an den Treffen Anteil zu nehmen, deren Besonderheit das Nature-Video The Spirit of Lindau (unter Mediatheque – Annual Reports) ein.

Rd

   

 

Landesgartenschauen 2014. In einigen Bundesländern finden in diesem Jahr wieder Landesgartenschauen statt, die zahlreiche Veranstaltungen rund um Garten, Landschaft und Wald bieten.

http://www.donaugartenschau.de
Bayern: Deggendorf (bis 5. Oktober) – Das Gelände der Donaugartenschau liegt direkt am Fluss und rahmt die Technische Hochschule ein. Ziel war es, das Areal zwischen Altstadt und Donau neu zu gestalten. Dazu wurde u. a. eine die Stadtteile verbindende Fuß- und Radwegbrücke geschaffen, die zugleich eine symbolische Brücke zwischen Bayern, Böhmen und Osteuropa darstellen soll.

http://www.schwaebisch-gmuend.de/6039-Landesgartenschau.html
Baden-Württemberg: Schwäbisch Gmünd (bis 12. Oktober) – „Zwischen Himmel und Erde“ verbindet die Himmelsleiter (ein Waldbereich) das Erdenreich (Innenstadtbereiche von Schwäbisch Gmünd) mit dem Himmelsgarten, einem Landschaftspark oberhalb der Stadt.

http://www.landesgartenschaugiessen.de
Hessen: Gießen (bis 5. Oktober) – Die 5. Hessische Gartenschau verbindet mit drei Innenstadtkorridoren die Wieseckaue und die Lahnaue. Auf fast 2,3 km Länge wurde am Ufer der Lahn ein grüner Saum durch die Stadt hergestellt, der auch im Rahmen der Gartenschau frei zugänglich ist. Der Stadtpark Wieseckaue wurde durch das Thema „Wissens-Gärten“ weiterentwickelt und bietet u. a. für Kinder eine Route auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Südamerika. Die Seite www.foerdergesellschaft-landesgartenschauen.de informiert über die Planungen in Hessen und Thüringen.

http://www.landesgartenschau-papenburg.de
Niedersachsen: Papenburg (bis 19. Oktober) – „Bunt und bliede – bunt und fröhlich blühend“ heißt das Motto der 5. niedersächsischen Gartenschau zwischen Schiffen, Kanälen und Backsteinbauten im Emsland. Das Kerngelände bilden hier der Stadtpark und das Forum Alte Werft für Hallenschauen.

http://www.laga2014.de
Nordrhein-Westfalen: Zülpich (bis 12. Oktober) – Unter dem Motto „Zülpicher Jahrtausendgärten – von der Römerzeit bis ins 21. Jahrhundert“ bietet die Schau zwischen Rheinland und Eifel drei besondere Ziele für Besucher: den Seepark, den Park am Wallgraben und die historische Altstadt. Auf dem 25 ha großen Gelände werden zahlreiche Führungen angeboten. her

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Lamarck und die Evolution
Ergänzend zu dem Interview auf S. 235 stellen wir hier einige Seiten vor, mit denen man den Pionier und Vordenker der Biologie und der evolutionären Entwicklung näher kennenlernen kann.

http://spot.colorado.edu/~friedmaw/Early_Evolution/Homepage.html
Diese Seite widmet sich den berühmten wie den in Vergessenheit geratenen oder heute weniger anerkannten Persönlichkeiten, die zur Entdeckung der Evolution beigetragen haben. Im Mittelpunkt stehen die Ideen und Werke, die zwischen 1744 (Vestiges oft the Natural History of Creation von Robert Chambers) und 1859 (On the Origin of Species von C. Darwin) diskutiert wurden. Verantwortlich ist der Botaniker Willam Friedman (University of Colorado, Boulder), dessen entwicklungsbiologische Forschungen phylogenetische und evolutionsbiologische Fragestellungen einbeziehen. Die Seite erschließt eine Fülle von Webseiten zur Wissenschaftsgeschichte, darunter die folgende, von dem Wissenschaftshistoriker Pietro Corsi (University of Oxford) mitinitiierte über J. B. de Lamarck:

http://www.lamarck.cnrs.fr/?lang=en
Diese Seite ist Teil eines 1994 begonnenen internationalen Forschungsprojekts, das insbesondere zeitgenössische Dokumente über Lamarcks Wirken am Pariser Muséum national d’Histoire naturelle von 1795 bis 1820 zugänglich macht. Unter anderem enthält es auch einen ausführlichen Nachruf Georges Cuviers auf seinen „Widersacher“, der erst am 26. Nov. 1832, also nach Cuviers Ableben in der Französischen Akademie der Wissenschaften verlesen wurde.

http://www.blackwellpublishing.com/ridley/a-z/Lamarck.asp
Knappe Würdigung und Einschätzung Lamarcks von dem Evolutionsbiologen Mark Ridley (Oxford University) basierend auf seinem Lehrbuch Evolution (3. Aufl. 2003).

http://evolution.berkeley.edu/evolibrary/article/history_09
Nicht-kommerzielle, für den Unterricht konzipierte Seite zur Evolutionsbiologie und ihrer Geschichte, gemeinsam konzipiert vom University of California Museum of Paleontology (UCMP) und dem National Center for Science Education. Sie geht u. a. auch auf die speziell in den USA anhaltenden Kontroversen zum Thema Evolution ein.

http://www.victorianweb.org/science/lamarck1.html
Beitrag von David Clifford (Homerton College, Cambridge University) über Lamarck mit hilfreichen kommentierten Literaturhinweisen (bis 1992).

rd/wüha

   

 

Das Wissenschaftsjahr 2014
Das Wissenschaftsjahr 2014 läuft unter dem Motto „Die digitale Gesellschaft“. Wie in den vorausgegangenen Jahren richtet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) das Wissenschaftsjahr aus.

http://www.digital-ist.de
Der „offizielle“ Online-Auftritt zum Wissenschaftsjahr 2014 eignet sich besonders als Einstieg, denn hier wird in ganzer Breite gezeigt, wie die Digitalisierung im privaten und politischen Leben, aber auch in der Wirtschaft, in der Industrie und den Geistes- wie Naturwissenschaften Einzug gehalten hat. Auf der Seite findet man tagesaktuelle Hinweise auf Veranstaltungen, es gibt Stellungnahmen prominenter Persönlichkeiten zu Aspekten der Digitalisierung und Möglichkeiten der Kommentierung, ferner können hier die Veranstaltungen des Digitalen Salon (DRadio Wissen und Alexander Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft) verfolgt werden.
Im Zusammenhang mit dem Wissenschaftsjahr ist auch die Forschungsbörse zu sehen: Hier können Schulen und andere öffentliche Bildungseinrichtungen Experten suchen, die als Ehrenamtliche aus erster Hand über Aspekte des aktuellen Wissenschaftsjahres (aber auch der vergangenen, z. B. über Energie, Demographie, Gesundheit) referieren.
Die Seite zum Wissenschaftsjahr macht auch auf die Deutsche Digitale Bibliothek aufmerksam (DDB, vgl. NR 1/2013, S. 51), deren erste Vollversion Ende März präsentiert wurde. Über sie sind Millionen von Büchern, aber auch Musikstücke, Filme und Werke der bildenden Künste auffindbar. Ziel dieses im steten Aufbau befindlichen Portals ist es, das gesamte kulturelle und wissenschaftliche Erbe für jedermann zugänglich zu machen. An der Erweiterung des Netzwerks kann jede Kultur- und Wissenschaftseinrichtung in Deutschland mitwirken, die sich hierfür zunächst als Datenlieferant bei der DDB zu registrieren hat. Derzeit sind über 2000 Einrichtungen (darunter Universitäten, Museen, Archive, Max-Planck-Institute, Forschungsinstitute der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft, Archive) Kooperationspartner. Die DDB ist Teil des europäischen Netzwerkes Europeana (Europeana.eu).

http://www.wissenschaft-im-dialog.de
Wissenschaft im Dialog wurde 1999 auf Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft gegründet. Gründer und Mitglieder sind neben dem Stifterverband führende Wissenschaftsorganisationen, Verbände und Förderer (DFG, GDNÄ, MPG, Leibniz-Gemeinschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft u. a.). Die Seite informiert über Veranstaltungen zum aktuellen Wissenschaftsjahr und weitere Projekte von WiD.

http://www.dfg.de/dfg_magazin/wissenschaft_oeffentlichkeit/dfg_wissenschaftsjahre/2014_digitale_gesellschaft/index.html
Internetseite der DFG zum Wissenschaftsjahr 2014; ab Mai wird „Terra Digitalis“, eine interaktive Website, zu einer virtuellen Entdeckungstour zu ausgewählten DFG-geförderten Projekten rund um die digitale Gesellschaft einladen.

http://www.ms-wissenschaft.de/home.html
Auch in diesem Jahr wird das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft an verschiedensten Orten vor Anker gehen und die Themen des Wissenschaftsjahres originell präsentieren. Die Seite informiert über den Tour- und Projektplan.

wüha
 

   

 

Vogelfeder und Vogelflug
Ergänzend zu dem Beitrag über befiederte Dinosaurier und die Evolution der Vögel (S. 114) weisen wir auf Seiten hin, die zur Einführung und zur Vertiefung geeignet sind.

http://people.eku.edu/ritchisong/feather_evolution.htm
Unter „Avian Biology” gibt der Biologe Gary Ritchison (Department of Biological Sciences, Eastern Kentucky University, Richmond) eine elementare Einführung in die Ornithologie. Ein eigenes Kapitel informiert anschaulich über Bau, Funktion, Morphologie und evolutionäre Entstehung von Federn.


http://intl-icb.oxfordjournals.org/content/40/4.toc
Unter dieser Adresse findet sich eine Ausgabe der Zeitschrift American Zoologist [40, 455 – 706 (2000)] mit Fachbeiträgen, die sich aus unterschiedlichster Perspektive der Evolution der Vögel, des Vogelflugs und der Vogelfeder widmen. Die Beiträge basieren auf Vorträgen (u. a. von Alan Feduccia, Walter J. Bock und Peter Dodson), die auf dem Symposium Evolutionary Origin of Feathers der Society for Integrative and Comparative Biology (SICB) im Januar 1999 in Denver, Colorado, gehalten wurden.


http://www.pnas.org/content/106/3/832.full
Fachartikel aus den Proceedings of the National Academy of Sciences (USA) über den Fund des Theropoden (Therizinosauridae) Beipiaosaurus mit „ursprünglichen“, unverzweigten Federn, wie sie nach entsprechenden Modellen zur evolutionären Entwicklung der Feder vorhergesagt wurden.
 

wüha
 

   

 

Jahrestage der Wissenschaft 2014

1864

VORDENKER DER ÖKOLOGIE UND VERHALTENSFORSCHUNG

Jacob Johann Baron von Uexküll
(8. September 1864 – 25. Juli 1944)

Uexküll gehört zu den Wissenschaftlern, die ihre Forschung in institutioneller und intellektueller Unabhängigkeit betrieben. Nach seinem Studium der Zoologie an der Universität Dorpat (Tartu) in Estland arbeitete Uexküll zunächst experimentell und physiologisch (bei Wilhelm Kühne in Heidelberg zur Muskelphysiologie), es folgten, unterstützt von Anton Dohrn, entwicklungsbiologische Studien an der Zoologischen Station in Neapel; 1907 wurde ihm in Anerkennung seiner physiologischen Arbeiten der Dr. phil. hc. der Universität Heidelberg verliehen. Die folgenden Jahre war Uexküll Privatforscher (Verhaltensbiologie), von 1925 bis 1940 wirkte er als Professor in Hamburg, wo er ein Institut für Umweltforschung einrichtete und zeitweise Direktor des von Alfred Brehm gegründeten Zoologischen Gartens und Aquariums war. 1936 erhielt er die Ehrenpromotion der Universität Utrecht, die letzten Jahre verbrachte er auf Capri.

http://www.math.uni-hamburg.de/home/rueting/Projekte.htm
Seite des Jacob Uexküll-Archivs für Umweltforschung und Biosemiotik an der Universität Hamburg in Kooperation mit dem Jakob von Uexküll Centre, Tartu.

http://www.ut.ee/SOSE/sss/ruting32.pdf
Englischsprachiger Beitrag von Torsten Rüting (J.v.Uexküll-Archiv), der einen ausgezeichneten Überblick über den Lebensweg und das intellektuelle und institutionelle Umfeld gibt.


NATURKUNDE

Illustrirtes Thierleben von Alfred Brehm
Alfred Edmund Brehm (1829 – 1884) legte den ersten Band seines Illustrirten Thierlebens vor (der letzte, 6. Band erschien 1869), das zu einem in den Alltag hineinwirkenden Klassiker der Wissenschaftspopularisierung wurde. Das Werk war rasch vergriffen und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt standen vor allem die Wirbeltiere, die Brehm aus eigener Anschauung am besten kannte. Die lebendigen (und wie bald moniert wurde, allzu vermenschlichenden) Schilderungen trugen zur Beliebtheit bei. Eine besondere Wirkung erzielten die unter der Anleitung von Robert Kretschmer ausgeführten Abbildungen. Sie wurden in der zweiten, zehnbändigen Auflage (1876 – 1879), die erstmals Brehms Namen im Titel führte, noch bedeutend erweitert. C. Darwin übernahm etliche davon in seinem Werk Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl.

http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Brehm,_Alfred
1903 für die Allgemeine deutsche Biographie geschriebene Würdigung von Wilhelm Heß.

https://archive.org/details/brehmstierleben­a04breh
Wissenschaftlich herausragende, gründlich überarbeitete vierte Auflage in 13 Bänden, die in den Jahren 1911 bis 1921 von Otto zur Strassen unter Mitarbeit von Franz Werner, Richard Heymans, Max Hilzheimer und William Marshall herausgegeben wurde. Rd


1564

WEGBEREITER DER MODERNEN NATURWISSENSCHAFTEN

Galileo Galilei
(15. Februar 1664 – 8. Januar 1642)

Als großer Physiker (Studium der Fallgesetzte, Begründer der Dynamik), Astronom (Mit-Entdecker der Jupitermonde und der Sonnenflecken u. a.) und nicht zuletzt als prominentester Streiter für das kopernikanische Weltbild zählt Galilei zu den Ersten der Wissenschaft.
http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/de7aktuelles/features/feature34
https://www.mpg.de/GalileoGalilei
Anlässlich des 450. Geburtstags gibt das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Berlin) Einblick in „Galileos Gedankenwerkstatt“. Dossiers behandeln Einzelthemen (Galileis Fernrohre und astronomische Beobachtungen sowie seine – gescheiterte – Gezeitentheorie); die Seite enthält ferner Interviews, die die Leistungen Galileis würdigen, und gibt Einblick in aktuelle Forschungsprojekte über Galilei.

http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/content/scientific_revolution/galileo
und
http://echo.mpiwg-berlin.mpg.de/content/scientific_revolution/galilei_texts
Unter diesen beiden Internetadressen können Originalmanuskripte und Bücher sowie englische Übersetzungen derselben aufgerufen werden. Einige Dokumente lassen sich als Bilddateien der Buchseiten und als digitalisierter Text öffnen; die Textversionen verfügen über eine Suchfunktion.

http://www.library.ethz.ch/exhibit/galilei/galileo1a.html
Als Einstieg besonders geeignete Seite, die auf einer Ausstellung über das Leben von Galileo Galilei der ETH Zürich beruht; sie bietet eine Chronologie, stellt Galileis Leistungen im Kontext seiner Zeit heraus, geht auf Zeitgenossen und Kontroversen ein.

http://galileo.rice.edu/index.html
Internetseite der Rice-University (Houston, Texas) mit einer umfassenden Biographie, die auch Hintergrundinformationen zu Galileis Familie bietet. Unter anderem finden sich hier englische Übersetzungen von 126 Briefen von Galileos Tochter an ihren Vater.

http://plato.stanford.edu/entries/galileo/
Der Schwerpunkt dieser Seite liegt in der Beschreibung von Galileos wissenschaftlicher Arbeit und der Erläuterung der geschichtlichen und zeitlichen Zusammenhänge.

wüha
 

   

 

Jahrestage der Wissenschaft 2014

1964

MOLEKULARBIOLOGIE

Colinearität von Nucleotid- und Aminosäurensequenz
Charles Yanofsky (*1925) und Sidney Brenner (*1927) entdecken die Colinearität von Nucleotidtripletts und Aminosäurensequenz: Die Reihenfolge der Tripletts eines DNA-Strangs entspricht der Reihenfolge der Aminosäuren in einem Protein. Die daraus abgeleitete Annahme, dass die Aminosäuresequenz sich direkt aus der Nucleotidsequenz ablesen lasse, bestätigte sich nicht (Abweichungen ergeben sich u. a. durch Spleißen von Abschnitten aus dem m-RNA-Transkript und auch durch Reifung von Proteinen). Die Entdeckung der Colinearität war ein Meilenstein der Molekularbiologie und Genetik, ohne den es die heutige Genomforschung nicht gäbe.

http://library.cshl.edu/archives/
Das Archiv des Cold Spring Harbor Laboratory (CSHL) enthält Kurzbiographien und dokumentiert den Briefwechsel von Yanofsky und Brenner aus der Zeit ihrer engen Kooperation.

http://www.math.ucsd.edu/~pcompeau/Ch06_GenePred_stat_Edited.pdf
enthält die Powerpoint-Präsentation „An Introduction to Bioinformatics Algorithms/Gene Prediction: Statistical Approaches“, die von dem zentralen Dogma der Molekularbiologie bis zu statistischen Verfahren zur Voraussage codierender Regionen reicht und die Beiträge von Yanofsky und Brenner einordnet.


LASERPHYSIK

Mit der Entwicklung von zwei Typen von Lasern eröffnen sich für Wissenschaft und Technik neue Möglichkeiten der Anwendung und Forschung, die unsere Lebenswelt verändert haben.

Moleküllaser
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/C._Kumar_Patel

http://www.trumpf-laser.com/de/uebertrumpf/mediathek/bibliothek.html

www.pulslaser.de

C. Kumar Patel (*1938) entwickelt an den Bell Laboratories den ersten Moleküllaser (CO2-Laser). Kein anderer Laser hat derart breite Anwendung gefunden wie dieser-Laser. Industriell wird er zum Schneiden, Gravieren, zur Behandlung von Keramik, zur Blechbearbeitung und zum Schweißen eingesetzt; darüber hinaus basiert auf ihm das „Laserskalpell“ in der Medizin. Die Seite des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) der US-amerikanischen Vereinigung der Elektroingenieure enthält einen Lebenslauf und ein Interview. Die Seite des Industrieunternehmens Trumpf (Ditzingen) enthält eine Mediathek mit Dokumenten zu den industriell eingesetzten Lasern. www.pulslaser.de ist eine von Thomas Rapp (Physik Department TU München) erstellte Seite, die sich speziell an experimentierfreudige Technikfreunde wendet.

Ionenlaser
William E. Lamb (*1934) entwickelt mit dem Argonionen-Laser den ersten Ionenlaser. Der Argonionen-Laser wird u.a. medizinisch (Ophthalmologie, Dermatologie, Zahntechnik), in der Forschung (DNA-Sequenzierung) und Unterhaltung (Lasershow) eingesetzt. Zudem dient er als optische Pumpquelle für andere Laser. Die Seite des American Institute of Physics (AIP) enthält unter http://www.aip.org/history/ohilist/27491_1.html  und http://www.aip.org/history/ohilist/31404.html  Interviews mit W. E. Lamb und C. K. Patel.

http://www.rp-photonics.com/argon_ion_lasers.html
Knappe Informationen zum Funktionsprinzip aus der Encyclopedia of Laser Physics and Technology von Rüdiger Paschotta.


1914

WEGBEREITER DES NEODARWINISMUS

August Weismann
(17. Januar 1834 – 5. November 1914)
Nach seinem Medizinstudium und neben seiner Tätigkeit als praktischer Arzt wandte sich Weismann der Zoologie zu. Von 1867 bis 1912 wirkte er als Professor und (ab 1873) als Direktor des Zoologischen Instituts an der Universität Freiburg i. Br. Mit seinen deskriptiven und experimentellen Beiträgen zur Keimesentwicklung (Seeigel, Insekten) legte er wichtige Grundlagen der Entwicklungsbiologie. In Erinnerung ist er durch eine Reihe von Begriffsbildungen (Äquatorialteilung, Polzellen, Imaginalscheiben u. a.), die teils deskriptiver, vor allem aber konzeptioneller Art sind. Auf Weismann geht die Unterscheidung zwischen Keimbahn und Soma zurück und die Theorie der Kontinuität des Keimplasmas (potentielle Unsterblichkeit), die er mit Darwins Deszendenztheorie verband. Er war vehementer Gegner des Lamarckismus und veröffentlichte eine Reihe theoretischer Arbeiten über Vererbung und die Darwin’sche Theorie. Viele wichtige Werke Weismanns sind im Original zugänglich, z.T. zusätzlich in einer Transkription:

https://archive.org/details/vortrgeberde01weis
Vorträge über Descendenztheorie, gehalten an der Universität Freiburg im Breisgau (1902).

http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/weismann_keimplasma_1892?p=12
Das Keimplasma – eine Theorie der Vererbung. Jena 1885.

http://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/library/data/lit39349
Studien zur Deszendenztheorie. I. Über den Saison-Dimorphismus der Schmetterlinge. Verlag von Wilhelm Engelmann. Leipzig 1875.

Über Weismann:
http://www.biodiversitylibrary.org/item/61023#page/5/mode/1up
Ernst Gaupp: August Weismann sein Leben und sein Werk. Verlag von Gustav Fischer, Jena 1917.

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