Naturwissenschaften und Medizin zwischen Kontinuität und Umbruch

129. Versammlung der GDNÄ | 9. bis 12. September 2016 in Greifswald

 
 
     
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Titelbild NR 10/2017:  Versuchsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald.

Mit Wendelstein 7-X verfügt das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald über die größte und innovativste Fusionsanlage vom Typ Stellarator (vgl. S. 70). Sie dient dazu, die Kraftwerkseignung des optimierten Stellarator-Konzepts zu untersuchen. Die Experimentierrunden erfordern gründliche Vorbereitungen, bei denen u. a. neue Heizungs- und Messapparaturen installiert werden, um aussagekräftige Detailuntersuchungen durchführen zu können. Das Bild zeigt das Innere des Plasmagefäßes mit einigen der über 8000 Graphitkacheln, die die Gefäßwände vor den extremen Bedingungen mit Temperaturen bis 1500 Grad schützen sollen. [Photo Jan Michael Hosan/IPP]

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     FESTVORTRAG
     
   

Eva-Maria Neher:

    Naturwissenschaften und Medizin zwischen Kontinuität und Umbruch
    In einer Zeitreise werden große Entwicklungslinien im Bereich der Naturwissenschaften, der Mathematik und Medizin nachgezeichnet. Und es wird gefragt: Welche Ideen erwiesen sich als tragfähig, welche wurden obsolet? Ferner wird am Beispiel der Mobilität und der Entwicklung der Patch-Clamp-Methode aufgezeigt, wie vielschichtig die Auswirkungen von Wissenschaft und Technik auf unser Leben sind.
     
     CHEMIE- UND TECHNIKGESCHICHTE
     
   

Jürgen Renn, Benjamin Johnson und Benjamin Steininger:

    Ammoniak und seine Synthese – Wie eine epochale Erfindung das Leben der Menschen und die Arbeit der Chemiker verändert
    Ein umfassender Transformationsprozess, der von Wissenschaft und Industrie sowie wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Faktoren vorangetrieben wurde, führte zur industriellen Ammoniaksynthese, die die Landwirtschaft revolutionierte und unser Leben tiefgreifend veränderte. Heute stehen wir vor der Herausforderung einer neuen Transformation, um die nachteiligen Folgen zu mindern
     
     PHYSIK
     
   

Thomas Lohse:

    Wie funktioniert die Welt? – Vom Elementarteilchen zum Kosmos
    Die an Beschleunigeranlagen entdeckten elementaren Materie- und Kraftteilchen führten zur Aufstellung des sogenannten Standardmodells, das mit dem Nachweis des Higgs-Teilchens komplettiert wurde. Doch viele Rätsel des Kosmos sind noch ungelöst, weshalb man auf der Suche nach einer Physik jenseits des Standardmodells ist.
     
     LEOPOLDINA-LECTURE
     
   

Michael Hecker:

    Von der Genomsequenz über die Proteine zum Leben
Die „genomische Revolution“
    Die erste komplette Gensequenzierung eines Organismus im Jahre 1995 war ein Markstein der Biologie. Zu einem Verständnis von Lebensvorgängen gelangt man aber erst, wenn man betrachtet, wie die genetische Information im Organismus kontrolliert und situationsgerecht in Proteine umgeschrieben wird. Dieses dynamische Gesehen wird durch eine Reihe von „Omik“-Techniken erschlossen, insbesondere der Proteomik, die im Mittelpunkt von Forschungen in Greifswald steht.
     
     MEDIZIN
     
   

Thomas von Woedtke, Hans-Robert Metelmann und Klaus-Dieter Weltmann

    Plasmamedizin – Innovative Physik für medizinische Anwendungen
    Kalte Atmosphärendruckplasmen ermöglichen viele neue Anwendungen in der Medizin. Hierbei nutzt man den Effekt biologisch wirksamer Plasmabestandteile wie reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies. Anwendungsfelder sind die Wundheilung, die Behandlung von Hauterkrankungen und die palliative Behandlung von Tumoren.
     
   

Jan Krüssel:

    Assistierte Reproduktion
    Seit Geburt des ersten außerhalb des Mutterleibs gezeugten Kindes 1978 sind über 5 Millionen Kinder über eine In-vitro-Fertilisation auf die Welt gekommen. Im Verlauf von Jahrzehnten wurden die Techniken der assistierten Reproduktion verfeinert und neue Verfahren der Frühdiagnose etabliert. Der Beitrag geht auch auf die rechtlichen Grundlagen dieses sensiblen Bereichs der Biomedizin ein.
     
     BIOLOGIE
     
   

Monika Hilker:

    Pflanzen und Insekten – Dynamik einer stressigen Beziehung
    Pflanzen werden von unzähligen Insekten attackiert, gegen die sie sich äußerst effektiv mit physikalischen und chemischen Mitteln zur Wehr setzen können. Diese Maßnahmen werden aber nicht nur konstitutiv ergriffen, sondern oft erst bei Bedarf oder sogar vor dem Befall eingeleitet. Pflanzen erweisen sich damit als dynamische Gegenspieler der mobilen Insekten.
     
     FORSCHUNGSINSTITUT
     
   

Kristin Schalkowski und Thomas ­Mettenleiter:

    Das Friedrich-Loeffler-Institut – Die weltweit älteste Virusforschungsstätte
    Der Beitrag berichtet über die Geschichte, Aufgaben und Forschungsschwerpunkte des Instituts, das mit seinem Hochsicherheitslaboratorium als einzige Einrichtung in Europa darauf eingerichtet ist, experimentelle Arbeiten mit hochgefährlichen Erregern durchzuführen.
     
     PODIUMSDISKUSSION
     
    Welche Zukunft hat die Fusionsforschung?
    In hochrangig besetzter Runde, an der die Direktoren des Max-Planck-Instituts für Plasmaforschung in Greifswald teilnahmen, wurden die Chancen und Perspektiven der Fusionsenergie erörtert und mit dem Publikum diskutiert.
     
     
    BÜCHER UND MEDIEN
     
    Buchbesprechungen
   

Klaus Rolinski:
Über die Notwendigkeit einer zweiten Aufklärung. Zu Entscheidungsprozessen politischer Entscheidungsträger im Lendenschurz.
 

   

Martin J. Blaser:
Antibiotika-Overkill –  So entstehen die modernen Seuchen.
 

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    NR
    Stichwort: Naturphilosophie
    Retrospektive: Interdisziplinäre Wissenschaftsvereinigungen in der Schweiz
und in Deutschland
    Vorschau, Impressum
     
    TECHMAX 24
   
Max-Heft der Max-Planck-Gesellschaft, Herbst 2017

Elke Maier:
Das sechste Element –  Wie Forscher nach Kohlenstoff fahnden