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Titelbild NR 4/2018: Saumriff der Bucht von Beau Vallon. Die tropischen Korallenriffe stellen hochproduktive Ökosysteme dar, die unzähligen Arten Existenzmöglichkeiten bieten.  Durch ihre Bautätigkeit sind die mit symbiontischen Algen lebenden riffbildenden Korallen prägende Elemente der Unterwasserwelt und schützen die Küsten vor Erosion. Nicht zuletzt zählen die tropischen Riffe weltweit zu den großen touristischen Attraktionen und laden dazu ein, die  Unterwasserwelt zu erkunden. Daher sind Riffe für die Wirtschaft der Anrainerstaaten von unschätzbarem Wert. Viele der rund 1000 Fischarten, die in den Meeresgebieten der Seychellen vorkommen, sind mit den Riffen assoziiert, darunter auch solche, die traditionell genutzt werden. Das Bild gibt einen Eindruck von der Vielfalt der Steinkorallen, die sich beim Schnorcheln im Riff von Beau Vallon bietet. Vorne und in der Bildmitte wachsen mit Porites lobata/lutea massive Korallen mit einer höckerigen Oberflächenstruktur. Porites ist auch im Hintergrund in zahlreichen Exemplaren zu sehen. Rechts in der Bildmitte sieht man als rundliche Kolonie mit wabenartig strukturierter Oberfläche eine Goniastrea edwardsi, rechts neben ihr eine kurze Äste bildende Kolonie von Stylophora pistillata, umgeben von toten, algenüberzogenen Ästen von Acropora. Links im Vordergrund ragt eine ästig verzweigte Acropora muricata ins Bild (dieselbe Art findet sich auch im Bildhintergrund). Die verzweigt wachsenden Arten sind schnellwüchsiger als die massiven oder krustenbildenden Arten. Sie sind erheblich anfälliger für die Korallenbleiche, bei der die Polypen als Antwort auf eine Temperaturerhöhung ihre Symbionten ausstoßen, so dass ihr weißes Kalkskelett sichtbar wird  (Näheres im Beitrag S. 168). Die dunkelroten Zweige rechts unten stammen von Gorgonien (Hornkorallen), die zu den Octocorallen gehören. Im Vordergrund schwimmen mehrere Individuen des dunkelblauen Pomacentrus caeruleus und ein hellblauer Amblyglyphidodon indicus, in der Bildmitte drei Lutjanus fulviflamma. Im Hintergrund erkennt man mit deutlichem Schuppenmuster ein Exemplar von Myripristis violacea. Am Aufbau von Riffen sind auch zahlreiche weitere Organismengruppen beteiligt, wie Schwämme, Röhrenwürmer, Hydrozoen und kalkabscheidende Rotalgen. [Photo Sophia Willmann]

 Rd

     
   
    FORSCHUNG
   
   

Rainer Willmann, Isabelle Ravinia und Jessica Macken:

    Korallenbleiche und die Regeneration der Korallenriffe von Beau Vallon, der touristischen Hochburg der Seychellen
     
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     KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
   

Ulrich Fellmeth::

    200 Jahre Universität Hohenheim
     
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Bruno P. Kremer, Fritz Gosselck.
Die Küste. Lebensraum zwischen Land und Meer.
 

   

Dietrich Mebs:
Leben mit Gift – Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können.
 

   

Ralf Jaumann, Ulrich Köhler, Frank Sohl, Daniela Tirsch, Susanne Pieth:
Expedition zu fremden Welten. 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem
 

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Max-Heft der Max-Planck-Gesellschaft, Winter 2017/2018

Roland Wengenmayr:
Mikroplastik im Meer – warum Chemiker an bioabbaubaren Kunststoffen forschen
     
   
     
   
   

Korallenbleiche und die Regeneration der Korallenriffe von Beau Vallon, der touristischen Hochburg der Seychellen

Wie alle Lebensgemeinschaften unterliegen tropische Korallenriff-Ökosysteme dem Wandel. Zu den naturgegebenen Faktoren, wie die periodisch wiederkehrenden El Niño-Ereignisse, sind es zunehmend anthropogene Faktoren, die Einfluss auf die hochkomplexen Lebensgemeinschaften haben. Einschneidende Bedeutung hat die durch Temperaturerhöhung ausgelöste Korallenbleiche, bei der die Korallenpolypen ihre symbiontischen Algen ausstoßen, so dass ihre weißen Kalkskelette zu sehen sind. Wie kommen die Korallen mit diesem Verlust zurecht? Und wie reagieren sie auf Änderungen in der Lebensgemeinschaft, wenn etwa algenfressende Fische durch Überfischung ausbleiben oder wenn es zur Massenvermehrung des Dornenkronen-Seesterns kommt? – Erst artgenaue Kartierungen, wie sie von Göttinger Zoologen seit 2009 in Saumriffen der Seychellen vorgenommen werden, geben hierüber Aufschluss. Der Beitrag dokumentiert an Beispielen, wie sich die Artenzusammensetzung nach einer Korallenbleiche verändert und gibt Einblick in die Komplexität des Zusammenwirkens biotischer und abiotischer Beziehungen.
 

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200 Jahre Universität Hohenheim 

Anwendung und Systematisierung von Erfahrungswissen standen im Vordergrund, als die Landwirtschaftliche Lehranstalt in Hohenheim gegründet wurde. Letzten Anstoß hierzu hatten die Missernten im „Jahr ohne Sommer“1816 gegeben, die auf den Vulkanausbruch des Tambora folgten. Sie machten eine schon länger bestehende Strukturkrise evident. Doch wie konnte eine Reformierung der Landwirtschaft gelingen? – Bald zeigte sich, dass hierzu analytische Forschung unabdingbar ist, wie sie Justus von Liebig anmahnte. Der Beitrag berichtet, wie sich die „Lehranstalt“ zu einer Universität eigenständigen Charakters entwickelte und beleuchtet, welche Bedeutung gerade krisenhafte Momente dabei hatten
 

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