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Titelbild NR 11 | 12/2017: Zitronenfalter – ein Raupendiorama im Museum Wiesbaden. Das Museum Wiesbaden vereint wie die zwei anderen Hessischen Landesmuseen (Darmstadt und Kassel) Kunst und Natur. Zu den neuesten Attraktionen gehören Raupendioramen, in der hervorragend präparierte und lebendig wirkende Entwicklungsstadien von 9 Schmetterlingsarten mitsamt der jeweiligen Nahrungspflanze zu bewundern sind. Die in einer luftdichten Glasglocke allseits zu betrachtenden Dioramen sind eine Hommage an die Pionierin der Insektenkunde, Maria Sibylla Merian. Ihr war anlässlich des 300. Todestages eine Sonderausstellung gewidmet, womit zugleich auf den wertvollen Sammlungsbestand des Museums aufmerksam gemacht wurde, zu denen auch Insekten aus der Sammlung von Maria Sibylla Merian gehören. Die präparierten Insekten dienten ihren Studien, zudem waren Insekten und andere Tierpräparate neben ihren Zeichnungen eine wichtige Einnahmequelle, mit der sie ihren Unterhalt bestritt und ihre Reise nach Surinam finanzierte (siehe Beitrag S. 594). Die Insektenpräparate Merians gelangten über Umwege an den Frankfurter Händler und Bankier Johann Christian Gerning (1745-1802), der eine rund 40 000 Exemplare umfassende Sammlung wirbelloser Tiere aus aller Welt zusammentrug. Die Gerningsche Sammlung hatte einen hervorragenden Ruf und wurde von seinem Sohn Isaak von Gerning (1767-1837) auf Anraten J. W. von Goethes dem 1829 eröffneten Naturhistorischen Museum in Wiesbaden überlassen. Die Präparate waren in kleinen Glaskästen montiert und zum Schutz vor Fraßschäden mit reichlich Quecksilber versehen worden. Leider sind nur wenige Präparate mit entsprechenden Herkunftsangaben versehen. Dennoch lassen die im Rahmen einer akribischen Restaurierung durchgeführten Recherchen kaum Zweifel an der Zuordnung von Sammlungsstücken zu Merian [1]. Die Metamorphose der Insekten wurde zu ihrem Lebensthema. In ihren drei Raupenbüchern wird der im Diorama ausgestellte (und zwischen Blättern gut getarnte) Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) zwar nicht behandelt, doch hat sie ihn als frühe Künstlerin zweimal dargestellt (im Bestand der Senckenbergischen Bibliothek Frankfurt a. M. [2]). Die Imagines der Zitronenfalter leben 9 bis 12 Monate. Nach ihrem Schlupf im Juni/Juli und einer kurzen Flugzeit überwintern sie völlig ungeschützt in der Vegetation und sind ab März zu beobachten; die Raupen sind im Mai bis Juni vorzugsweise an Faulbaum anzutreffen.
[1] Museum Wiesbaden (Hrsg.): Die Sammlung von Maria Sibylla Merian im Museum Wiesbaden. Wiesbaden 2017. – [2] http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/varia/content/pageview/8140740 . [Photo Bernd Fickert/Museum Wiesbaden]

 Rd

     
   
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Vulkane, Klima und Geschichte – Die Spätantike Kleinen Eiszeit zwischen 536 und ca. 660 A.D.

Der Vergleich von Jahrringchronologien, die in den europäischen Alpen und im russischen Altai gewonnen wurden, ermöglicht, die klimatische Entwicklung der Nordhemisphäre lückenlos bis zum Beginn unserer Zeitrechnung zu verfolgen. Die Daten lassen eine deutliche Abkühlung im 6. und 7. Jahrhundert erkennen, auf die auch andere Klimazeugen sowie historische Quellen hinweisen. Diese Spätantike Kleine Eiszeit hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen in weiten Teilen Europas und Asiens

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Von der Malerin der Sommervögelein zur naturerforschenden Entomologin
– Maria Sibylla Merian zum 300. Todesjahr
 


Maria Sibylla Merian (1647 – 1717) ist eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten aus der Zeit der frühen Aufklärung. Als Tochter des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian wurde ihre künstlerische Begabung von früh auf gefördert, zugleich entdeckte sie für sich die faszinierende Welt der Insekten. Konsequent verfolgte sie das Ziel, der „Raupen wunderbare Verwandelung“ insbesondere der geliebten Schmetterlinge zu verfolgen und zeichnerisch zu dokumentieren. Mit Recht zählt sie zu den Pionieren einer ökologisch ausgerichteten Entomologie.
 

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Der Sternenhimmel im Jahr 2018  

Im Jahr 2018 sind in unseren Breiten zwar keine spektakulären Finsternisse zu beobachten, doch werden alle Freunde der Astronomie am Abend des 27. Juli den Blick auf den Abendhimmel richten, wo bei guten Witterungsverhältnissen der zweite Teil einer totalen Mondfinsternis zu verfolgen sein wird. Ein besonders lohnendes Beobachtungsobjekt ist auch Mars, der sich uns am 31. Juli bis auf 57 600 000 Kilometer annähert – ein Wert, der erst 2035 unterschritten werden wird
 

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