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Titelbild NR 8/2017: Kautschukanbau in China. Längst hat Südostasien (inkl. der tropischen Teile Chinas) Brasilien als Kautschukproduzent bzw. -exporteur überflügelt. Für den in großem Stil praktizierten plantagenmäßigen Anbau des Parákautschuk-Baums (Hevea brasiliensis) werden häufig Naturwälder bzw. naturnahe Wälder geopfert, wie hier im Südwesten Chinas. Es handelt sich um ein bereits durch die traditionelle Brandrodung (swidden agriculture) geprägtes Gebiet in der Autonomen Dai-Präfektur Xishuangbanna (Provinz Yunnan). Allenfalls Überreste des ehemals artenreichen Naturwaldes sind auf den Kuppen und in steilen Taleinschnitten zu finden, ansonsten sind die Eingriffe des Menschen unverkennbar. Besonders auffällig sind die zur Erleichterung der Ernte angelegten Terrassen, die bei den jüngeren, kahlen, für die Neuanpflanzung vorbereiteten Flächen links im Bild deutlich zu erkennen sind. Am linken Berghang sind ferner eine kleine Brandrodungsfläche (oben) und zwei mit Bananenstauden bestandene Feldstreifen zu sehen, die sich bis zum Talgrund ziehen. Rechts im Bild dominieren die auf den Terrassen in Reihen angebauten, in Nutzung stehenden Kautschukbäume, die teils belaubt, teils unbelaubt sind (Aufnahme im Februar, Trockenzeit).
Kautschukbäume werden nach rund 7 Jahren zapfreif, wenn sie in 1,5 m Stammhöhe einen Durchmesser von 15 cm haben. Sie können bis zu einem Alter von 30 Jahren wirtschaftlich zur Latexgewinnung genutzt werden. Danach werden die Flächen gerodet und in der Regel in unmittelbarem Anschluss wieder bepflanzt, häufig mit einer weiteren Kautschukgeneration. Das Holz der gerodeten Bäume findet vielseitige Verwendung, z. B. für Haushaltsartikel, im Bauwesen, für Tischlerplatten oder für die Möbelherstellung. Das Hevea-Holz (rubber wood) ist deutlich härter als das von Eiche und Buche und hat einen anfangs gelblich-weißen, später einen gelblich-braunen Farbton (zum Beitrag S. 385).
[Photo Dr. Gerhard Langenberger, Universität Hohenheim]

 Rd

     
   
     ÜBERSICHT
   
   

Gerhard Langenberger:

    Naturkautschuk – „Hidden Champion“ der nachwachsenden Rohstoffe
     
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    KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
    Cornelia Lüdecke:
    Das oberste Prinzip der grönländischen Natur ist das Eis.
Vor 125 Jahren begründete Erich von Drygalski die Gletscherforschung auf Grönland
     
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     EXPERIMENTE
   
    Roland Full und Heribert Offermanns:
    Die Faszination der Farbe Blau
Teil III: Blaue Wunder – Coole Experimente rund um die Farbe Blau
     
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    Rundschau
     
    ELEKTRODYNAMIK
    Hinweis auf direkt beobachtete Licht-Licht-Streuung
     
    MATERIALFORSCHUNG
    Photoaktive Polymere
     
    PALÄONTOLOGIE
     Ein neuer, samenfressender Dinosaurier
     
    PALÄOANTHROPOLOGIE
    Ursprung von Homo sapiens schon vor 300 000 Jahren?
     
    ÖKOLOGIE
    Einfluss präkolumbianischer Kulturen auf die Baumartenzusammensetzung in Amazonien
     
    WILDTIERSCHUTZ
    Gefahren des Publizierens
     
    CHEMISCHE ÖKOLOGIE
    Schmarotzerpflanzen übermitteln systemische Signale
     
    ZOOLOGIE
    Das rote Gesicht des Uakari
     
    BOTANIK
    SUPERMAN schützt den 4. Blütenblattkreis
     
    GESUNDHEITSFORSCHUNG
    Zuckerkrank durch schlechte Luft
     
    KURZMITTEILUNGEN
    Submarine Süßwasserquellen
    Cad­miumresistenz bei Schnecken
    Umweltschonendes Verfahren zur Goldlaugung .
    Wechsel vom Pflanzenpathogen zum Käfersymbionten
    Das Mikrobiom des Küchenschwamms .
    Dopaminproduktion durch T-Lymphocyten
     
     
    BÜCHER UND MEDIEN
     
    Buchbesprechungen
   

BGR (Hrsg.):
Bodenatlas Deutschland – Böden in thematischen Karten
 

   

Roman Göbel, Gerhard Müller, Claudia Taszus (Hrsg.):
Ernst Haeckel: Ausgewählte Briefwechsel. – Band 1: Familienkorrespondenz  1839 – 1854.
 

   

Wilhelm Füßl, Andrea Lucas, Matthias Röscher (Hrsg.):
Wirklichkeit und Illusion. Die Dioramen im Deutschen Museum
 

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    PERSONALIA
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    NR
    Stichwort: Smog
    Retrospektive: „Zweck der Naturwissenschaft ist die Erforschung der Materie nach allen Richtungen hin“
    Vorschau, Impressum
     
    TECHMAX 24
   
Max-Heft der Max-Planck-Gesellschaft, Sommer2017

Roland Wengenmayr:
Echte Knochenarbeit – wie Forscher die Tricks der Natur entschlüsseln
     
   
     
   
   

Naturkautschuk – „Hidden Champion“ der nachwachsenden Rohstoffe

Auch im Zeitalter der industriellen Synthese von Kunststoffen sind wir bis zum heutigen Tag auf Naturkautschuk angewiesen. Hauptabnehmer sind die Produzenten von Auto- und Flugzeugreifen, die rund 60% der weltweiten Produktion verarbeiten. Die größte Bedeutung als Kautschuklieferant hat der Parákautschuk-Baum Hevea brasiliensis, der einst Brasilien zu Wohlstand verhalf. Heute haben die Länder Südostasiens Südamerika als Produzenten weit überflügelt. Sie liefern über 90% des Naturkautschuks. Heikel ist, dass der Anbau auf genetisch einförmigen Klonen beruht. Die Verbreitung von Krankheiten, wie der gefürchteten Südamerikanischen Blattwelke könnte zu einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe führen. Deshalb gibt es eine verstärkte Suche nach anderen Kautschukquellen, wie dem Kaukasischen Löwenzahn.
 

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Das oberste Prinzip der grönländischen Natur ist das Eis.
Vor 125 Jahren begründete Erich von Drygalski die Gletscherforschung auf Grönland
 


Erich von Drygalski gehört zu den Pionieren der Polarforschung, dessen Arbeiten vergleichsweise wenig bekannt sind. Ihm ging es nicht darum, an dem zu seiner Zeit prestigeträchtigen Wettbewerb um die „Eroberung“ der Pole teilzunehmen, vielmehr verband er seine Expeditionen mit einem klaren Forschungsziel. Um die Mechanismen kennenzulernen, die bei der Vergletscherung der Norddeutschen Tiefebene landschaftsprägend wirkten, studierte er die Gletscherbewegungen auf Grönland. Der Beitrag würdigt ihn auch als feinen Beobachter der grönländischen Menschen, die ihn und seine Kollegen bei der Arbeit unterstützten.
 

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Die Faszination der Farbe Blau
Teil III: Blaue Wunder – Coole Experimente rund um die Farbe Blau 

Im abschließenden Beitrag der Serie wird eine Reihe von chemischen Experimenten vorgestellt, die die Faszination der Farbe Blau für jedermann erlebbar machen.
 

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