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Titelbild NR 7/2018 – Nymphe einer Sichelschrecke (Phaneroptera sp.). Sichelschrecken (Phaneropteridae) sind Langfühlerschrecken, die in Deutschland mit 8 Arten vertreten sind, die sich auf 5 Gattungstaxa verteilen. Die beiden Phanaeroptera-Arten – die weit verbreitete Gemeine Sichelschrecke (P. falcata )und die vorwiegend am Oberrhein und in der Oberrheinebene nachgewiesene Vierpunktige Sichelschrecke (P. nana) – sind wärmeliebend und auf Regionen mit milden Wintern beschränkt. Bei beiden lässt sich derzeit eine offenbar klimatisch bedingte Arealerweiterung nach Norden feststellen [1]. Für die Gemeine Sichelschrecke wird eine Arealerweiterung in nördlicher gelegene Regionen (Norddeutsches Tiefland, Belgien, Niederlande) seit Mitte der 1970er Jahre beobachtet. Arealveränderungen werden auch in anderen europäischen Ländern festgestellt, so in Österreich, wo sie ihren Verbreitungsschwerpunkt im Burgenland, Wien und Niederösterreich hat. Von dort ist die Gemeine Sichelschrecke in jüngerer Zeit nach Westen gewandert, wie Nachweise im Bundesland Salzburg zeigen, einer großklimatisch kühleren Region [2]. Die beiden Sichelschrecken sind nur zwei von vielen Heuschreckenarten, die sich hervorragend als Indikatoren langfristiger ökologischer Veränderungen eignen. Ähnliche Arealerweiterungen lassen sich bei den auf verschiedene Höhenstufen verteilten Heuschreckenarten des Gebirges feststellen, die mit zunehmender Erwärmung höher gelegen Habitate besiedeln, die ihnen zuvor wegen der harschen Bedingungen verschlossen waren (vgl. Beitrag S. 336).
[(1) J. Fischer et al.: Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols. Quelle & Meyer. Wiebelsheim 2016. – (2) O. Stöhr, I. P. Illich, Mitt. Haus der Natur 19, 90 (2011). – Photo 26.7. 2017, beim Fressen von Pollen an einer Nachtkerze, Bad Cannstatt]

 Rd

     
   
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Robert Sturm:

    Heuschrecken im Hochgebirge – Zur Verbreitung der Geradflügler in den Zentralalpen Österreichs
     
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      KONZEPTE UND GESCHICHTE
   
   

Matthias Glaubrecht:

    Was vom Reisen bleibt – Maximilian Prinz zu Wieds amerikanische Sammlungen Teil 2
     
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     NACHRUF UND WÜRDIGUNG
   
   

Wulf Schiefenhövel:

    Irenäus Eibl-Eibesfeldt – ein Titan der Synthese
     
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    Speichertechnik – unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende
    Aluminium-Akkumulatoren – ein attraktives Speichermedium
     
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    Erste Entstehung von Festland vor 2,5 Milliarden Jahren
     
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    Ältester Archaeopteryx
     
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Danny Wolff, Markus Gebel, Fritz Geller-Grimm:
Die Raubfliegen Deutschlands. Entdecken Beobachten Bestimmen
 

   

Wilfried Ließmann:
Steinreicher Harz Eine Gesteinskunde für Einsteiger und Fortgeschrittene
 

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Max-Heft der Max-Planck-Gesellschaft, Sommer 2018

Elke Maier:
Furiose Feuerberge –  warum Klimaforscher mit Vulkanen rechnen
     
   
     
   
   

Heuschrecken im Hochgebirge – Zur Verbreitung der Geradflügler in den Zentralalpen Österreichs

Heuschrecken sind mit einer überschaubaren Zahl von Arten in Mitteleuropa vertreten und eignen sich daher besonders gut für ökologische Studien. So lässt sich an der Verteilung der Arten von der kollinen bis zur alpinen Stufe der Einfluss der sich mit der Höhe ändernden abiotischen und biotischen Faktoren ablesen. Mit zunehmender Erwärmung infolge des Klimawandels ist zu erwarten, dass einige Heuschrecken in größere Höhen vordringen werden.

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Was vom Reisen bleibt -– Maximilian Prinz zu Wieds amerikanische Sammlungen Teil 2

Wie schaffen es Primatenmütter, mit den elementaren Bedürfnissen ihrer Kleinen umzugehen und dabei hygienische Klippen zu umschiffen? Beobachtungen an Menschenaffen, sollen einen ersten Einstieg für vertiefende Forschungen geben. Die Interaktionen zwischen Mutter und Kind bei der Blasen- und Darmentleerung sind als Bestandteil der bio-psychischen Entwicklung von grundlegendem Interesse für die Humanethologie.

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Irenäus Eibl-Eibesfeldt – ein Titan der Synthese

Aus der Sicht eines langjährigen Weggefährten wird das Lebenswerk Irenäus Eibl-Eibesfeldts gewürdigt, der die große Zeit des Aufstiegs der vergleichenden Verhaltensforschung miterlebte und mitgestaltete und sich dann der Ethologie des Menschen im Kulturenvergleich widmete.

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